Beschuldigter wehrt sich

08. Februar 2018 19:09; Akt: 08.02.2018 20:23 Print

Missbrauchsvorwurf gegen Ski-Legende "Charly" Kahr

Schwere Vorwürfe gegen "Charly" Kahr! Die rot-weiß-rote Ski-Trainer-Legende soll in den 1960er-Jahren eine 16-jährige Sportlerin vergewaltigt haben.

"Charly" Kahr, heute 85 Jahre alt, feierte vor allem als Ski-Trainer große Erfolge. (Bild: picturedesk.com, GEPA)

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Kurz vor dem Auftakt der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang tauchen die nächsten Missbrauchsfälle gegen einen ehemaligen ÖSV-Zampano auf.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, erheben zwei ehemalige Leistungssportlerinnen schwere Vorwürfe gegen Karl "Charly" Kahr. Der heute 85-jährige Schladminger – einer der erfolgreichsten Ski-Trainer der Geschichte – soll Ende der 1960er betrunken eine damals 16-jährige Sportlerin vergewaltigt haben.

Eine zweite Ex-Fahrerin berichtet von zwei weiteren sexuellen Übergriffen. Bei einem davon (Mitte der 1970er in Kanada) soll auch Toni Sailer im Raum gewesen sein. Kahr habe die Frau mit den Worten "So, heut' kommst du dran" ins Hotelzimmer gezerrt. Sie habe sich aber losreißen und flüchten können.

Kahr bestreitet Vorwürfe

Die "SZ", der eidesstattliche Erklärungen vorliegen, konfrontierte Kahr mit den Anschuldigungen. Über einen Anwalt lässt er ausrichten, dass "die erhobenen Vorwürfe samt und sonders aus der Luft gegriffen sind und kein einziger der genannten Vorfälle jemals stattgefunden hat."

Werdenigg: "Sodom und Gomorrha"

Nicola Werdenigg, die im Dezember als erste ehemalige ÖSV-Läuferin "auspackte", will von den Übergriffen jedoch gewusst haben. Sie lässt kein gutes Haar an Kahr und Sailer. "Die zwei haben in den Betrieb der Serviceleute und der anderen Trainer Sodom und Gomorrha reingebracht. Es gab keine Grenzen mehr. Da war nichts mehr so, wie es in einem Umfeld im Sport sein sollte", wird sie zitiert.

Kahr, für den die Unschuldsvermutung gilt, war von 1967 bis 1970 Chef-Trainer der ÖSV-Damen. Danach ging er nach England. 1972 kehrte er als Herren-Abfahrtstrainer zurück, ehe er 1976 zum Chef-Betreuer aufstieg. 1985 trat "Downhill-Charly" zurück.

Wer den Überblick verloren hat, hier eine Link-Sammlung zum Thema:

+++ Vertuschte Kreisky Sailer-Vergewaltigung? +++
+++ Werdenigg: "Das Ski-Team hatte ein Alkohol-Problem" +++
+++ Werdenigg: Treffen mit Strache über Missbrauch +++
+++ Gottwald über Missbrauch: "Waren Opfer und Täter" +++
+++ Raich wehrt sich, Stams "kein Ort des Schreckens" +++
+++ Werdenigg gründet Plattform für Betroffene +++
+++ ÖSV-Skandal: Werdenigg nennt Namen und Details +++
+++ Ex-Rennfahrerin von ÖSV-Servicemann vergewaltigt +++
+++ "Bis der Hintern blutete!" Missbrauch in Schladming +++
+++ Schröcksnadel in Richtung Werdenigg: "Kommt nix raus, reicht uns eine Entschuldigung" +++
+++ Skihauptschule Neustift: Drei weitere Ex-Sportler berichten von Missbrauch +++


(red.)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • helmar am 08.02.2018 20:07 Report Diesen Beitrag melden

    Jahrzehnte später

    Finde ich, auch wenn diese Dinge passiert sein könnten, darüber jetzt erst zu reden, Jahrzehnte zu spät. Und wem sollen diese Vorwürfe jetzt noch was nützen? In Filmen sagt bei Hochzeiten in den US der Priester "wenn etwas dagegen spricht dann redet jetzt oder schweigt für immer"

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  • Hubert Huber am 08.02.2018 20:13 Report Diesen Beitrag melden

    Hexenjagd

    Die Hexenjagd geht leider weiter...

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  • Harald am 08.02.2018 20:04 Report Diesen Beitrag melden

    Olympiade

    Man lässt dem Schiverband keine Ruhe. Rechtzeitig vor Beginn der Olympischen Spiele werden wieder schwere Vorwürfe ohne Beweise publiziert. Man ist beim Graben in der Vergangenheit jetzt schon in den 60er Jahren angelangt. Ich hoffe, dass sich der ÖSV trotzdem auf die Winterspiele konzentrieren kann.

Die neusten Leser-Kommentare

  • M.J. Adopditsch am 10.02.2018 22:01 Report Diesen Beitrag melden

    Beschwerdestelle

    Haben denn diese grauslichen ÖSV-Buben überhaupt keinen Anstand gelernt? Gehört sich sowas? Pfui daibel - man verliert jede Achtung!! Es ist an der Zeit, dass Strache als Sportminister klare Vorgaben erlässt, z.B. eine unabhängige Beschwerdestelle einrichtet.

  • SE71 am 09.02.2018 08:37 Report Diesen Beitrag melden

    Weiter so das gehört gesagt

    So etwas werden wir leider noch oft hören uns sehen. Leider müssen Jahrzehnte vergehen bis die Opfer darüber reden können und dürfen, das Gesetz gehört geändert Missbrauch darf nicht mehr verjähren sonst kommen die Täter immer wieder davon. Leider tun solche Organisationen wie der ÖSV alles damit das ja nicht rauskommt, da wird dann bestritten und verleumdet was möglich ist. Damit auf die strahlenden Helden auch ja kein Schatten fällt.

  • Das omen am 08.02.2018 23:25 Report Diesen Beitrag melden

    untersuchen statt leugnen

    es geht nicht um eine hexen jagd es geht um wiedergutmachung. wir sollten anfangen unsere geschichte aufzuarbeiten. eine anschuldigung die seit gut 30 jahren verjährt ist wird rechtlich nichts bringen, bzw wird wohl in einer verleumdungsklage enden. da es aber zu vielen vorfällen gekommen sein könnte würde ich empfehlen eine kommision einzusetzen. was auch immer dabei rauskommen mag es ist ein für alle mal dann schluss.

  • Eduard am 08.02.2018 21:15 Report Diesen Beitrag melden

    Bald brauchen wir Archäologen...

    Bald sind wir dann im Jahr 1832 angelangt. Die haben doch nicht mehr alle Datteln in der Pfanne.

  • Lächerlich am 08.02.2018 20:56 Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt wird es schon fad.

    Wenn es so weitergeht dann wird sich der Herr Cesar aus dem alten Rom auch noch was anhören müssen.