Jackson-Prozess Michael Jackson

Geschworene entscheiden über Schuld des Leibarztes

Geschworene entscheiden über Schuld des Leibarztes

Staatsanwalt David Walgren forderte im Schlussplädoyer die Geschworenen dazu auf, Conrad Murray zu verurteilen (© AP images/Kevork Djansezian)

Michael Jackson Doctor
Staatsanwalt David Walgren forderte im Schlussplädoyer die Geschworenen dazu auf, Conrad Murray zu verurteilen
Im Fall Jackson liegt nun der Ball bei den Geschworenen. Diese sollen sich ein Urteil darüber bilden, ob Michael Jacksons früherer Leibarzt fahrlässig gehandelt hat. Conrad Murray drohen bis zu vier Jahre Haft und der Lizenzentzug.

Staatsanwalt David Walgren forderte die Geschworenen im Rahmen des Schlussplädoyers am Donnerstag auf, den Arzt schuldig zu sprechen. "Für Michaels Kinder geht dieser Fall ewig weiter, weil sie keinen Vater mehr haben." Die Beweise gegen Murray seien "überwältigend", sagte der Vertreter der Anklage.

Der Mediziner habe den Tod des Sängers "grob fahrlässig" und "direkt" verschuldet. Murray habe seinem Patienten das Narkosemittel Propofol gespritzt und ihn dann alleine gelassen. Er habe im Polizeiverhör gelogen, Sanitätern und Medizinern wichtige Informationen verschwiegen und nur an seinen eigenen Vorteil gedacht, sagte der Anklagevertreter.

Manche Juroren waren früher Jacko-Fans
Bereits am Freitag beraten sich die Jury-Mitglieder - sieben Männer und fünf Frauen - zum ersten Mal. Die zwölf Männer und Frauen sind 32 bis 57 Jahre alt. Unter ihnen sind ein Briefträger, ein Schulbusfahrer, ein Buchverkäufer, eine Büroangestellte und eine Marketing-Managerin. Ein Juror ist Afroamerikaner, fünf sind hispanischer Abstammung, die übrigen sechs sind weiß.

Einige der Geschworenen gaben in einem Fragebogen an, dass sie irgendwann einmal Fans von Jacksons Musik waren. Nach Anordnung des Richters durften die Juroren während des Prozesses keine Medienberichte über den Fall lesen. Er legte ihnen ein Redeverbot auf, außerdem durften sie keine Informationen, etwa über Twitter oder Facebook, verschicken.

Murrays Anwalt: "Kleiner Fisch"
Ganz anders sieht das freilich Murrays Anwalt Ed Chernoff. Der Mediziner sei nur "ein kleiner Fisch in einem großen schmutzigen Teich", sagte Chernoff im Hinblick auf die vielen Ärzte, von denen sich der Popstar über Jahre hinweg mit starken Medikamenten versorgen ließ. Es deute alles darauf hin, dass Jackson sich selbst die tödliche Dosis spritzte, als sein Arzt nicht im Raum war.

Für die Geschworenen war es in den letzten sechs Wochen schwierig, den Überblick zu behalten. 49 Zeugen, darunter Mediziner, Sachverständige, Angestellte Jacksons und Patienten Murrays kamen zu Wort. Mehr als 300 Beweismittel wurden der Jury vorgelegt.

Während der Prozess in die heiße Phase kommt, feierte eine neue Jacko-Dokumentation in London Premiere.


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