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06.10.2011

Als Lehrmeister

Frank Stronach: "Ich habe keinen Stress!"

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Frank Stronach

Multi-Millionär Frank Stronach plauderte mit Studenten (© UNIMC)



Die Studierenden profitierten davon vermutlich mehr als von so mancher Uni-Vorlesung: Dienstagabend lud Magna-Gründer Frank Stronach höchstpersönlich 30 Studierende quasi zu sich nach Hause ein. Im Rahmen eines Dinners im Golfressort Fontana erzählte der Multi-Milliardär über sein bewegtes Leben, wie er den weltweit größten Automobilzulieferer aufbaute und was seine Zukunftspläne sind.

Zur Ruhe setzen will sich Stronach jedenfalls noch lange nicht. Seine Geschichte klingt geradezu kitschig. Er schaffte wie kein anderer den Aufstieg vom Tellerwäscher zum Milliardär. Mit 21 Jahren kam Stronach per Schiff nach Kanada. "Ich hatte nicht mehr als 200 Dollar, Jeans und ein paar Unterhosen im Koffer." Zuerst schlug er sich mit Gelegenheitsjobs durch. Er arbeitete sogar tatsächlich als Tellerwäscher. "Ich war hungrig und hatte kein Geld."

Erste Aufträge
Mit dem gesparten Geld mietete er eine Garage und übernahm die ersten Aufträge für die Automobilindustrie. Heute ist Magna International ein Weltkonzern mit 290 Fabriken und fast 100.000 Mitarbeitern. "Ihr könnt das auch machen", motivierte Stronach die Studierenden, selbst unternehmerisch tätig zu werden. Man müsse nur ein besseres Produkt zum besseren Preis anbieten können.

"Ich hatte keine Philosophie, als ich nach Kanada ging. Ich wollte die Welt sehen und wusste nicht einmal, was ich kann. Vielleicht Bäume umschneiden. Ich hatte aber Glück und war zur richtigen Zeit am richtigen Ort." Allerdings sieht Stronach heute die Situation für Start Up-Unternehmen ungleich schwieriger. "In Wien brauche ich schon für einen Friseur-Salon zig Genehmigungen."

Politik in der Kritik
Kein gutes Haar ließ er an der Politik. "Die Schuldenpolitik ist unverantwortlich gegenüber der jungen Generation. Wenn ein Bauer zu viel ausgibt, verliert er seinen Hof." Das wichtigste Mittel gegen die Krise wäre für ihn derzeit aber, das Steuersystem zu vereinfachen, und er schlug eine Flat-Tax vor. "Firmen, die investieren, sollten weniger Steuer zahlen. Wir brauchen Wachstum."

Außerdem müsse die Verwaltung abgebaut werden. "Wir brauchen ein sozial-ökonomisches Management." Amerika werde den Sprung aus der Krise wohl schneller schaffen als Europa. Das derzeitige Wirtschaftssystem stünde jedenfalls vor "fundamentalen Strukturproblemen". In Sachen Umverteilung ist seiner Meinung nach auch die Wirtschaft nachlässig. "Die Wirtschaft hat nie von fairer Verteilung gesprochen."

Gewinnausschüttung an Mitarbeiter
In seinem Unternehmen werden 10 Prozent des Gewinns an die Mitarbeiter ausgeschüttet. "Die Arbeiter müssen einen Teil des Profits bekommen." Für ihn steht der Mitarbeiter im Zentrum. Das zeige sich auch in der Unternehmensführung. "Es gibt keine schlechten Mitarbeiter, sondern nur schlechte Manager." Nur wenn das Herz dabei sei und die Leute mitdenken, kann man bessere Produkte produzieren.

Als nächstes möchte Stronach ein Institut - eine Art Think Tank - gründen. Eine Politkariere kann sich der Vollblutunternehmer nicht mehr vorstellen. "Ich werde sicher nicht Bundeskanzler oder Bundespräsident." "Ist Frank Stronach mit seinen Milliarden nun ein glücklicherer Mensch?", stellte ein Student die Abschlussfrage. "Ich hab keinen Stress, kann nicht entlassen werden und versäume das Flugzeug nicht. Man wird aber nie alles haben können. Wichtig ist der innere Frieden. Den habe ich gefunden."

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