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23.08.2010
Junges Modelabel "Shakkei" startet durch
Japanischen Einfluss findet man beim österreichischen Modelabel „Shakkei” nicht nur im Namen: Designer Gabriel Baradee hat selbst Japanologie studiert, bevor er sich für Modedesign entschied. Er sammelte bereits viele internationale Erfahrungen in Tokyo, London oder auch beim Münchner Label „Clemens en August”.
Shakkei
Shakkei
Shakkei
Shakkei auf Facebook
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Shakkeia auf Not just a label
Shakkeia auf Not just a label
Heute.at: Wann hast du dein Label gegründet und wofür steht der Name „Shakkei”?
Garbiel Baradee: Mein Label gibt es seit November 2009. Ich studierte vor meinem Modedesign-Studium Japanologie und habe einen sehr engen Bezug zu Japan. „Shakkei” ist ein stehender Begriff aus dem japanischen Holzschnitt. Er bedeutet so viel wie Garten als Landschaftshintergrund. Man muss sich vorstellen aus einem Gebäude in einen Garten zu schauen: Das ist Shakkei. In meiner Mode möchte ich das auch aufgreifen: Die Quintessenz aus Ästhetik, dem Avantgarde-Bereich und einer im Alltag tragbaren Kleidung.
Warst du schon mal in Japan?
Ich hatte schon als Kind die Möglichkeit viel zu reisen. So kam ich öfters nach Japan und habe mich mit 16 entschlossen dort einen „Homestay” zu machen. So entstand dann so richtig die Liebe für das Land. In meinem Japanologie-Studium habe ich das schließlich fortgeführt. Für mich ist die Kultur Japans sehr spannend.
Warum hast du dich für Modedesign entschieden?
Ich wollte immer in einen Bereich von Entertainment. Mode ist genau der, wo ich hin muss. Auch schon während meines Japanologie-Studiums war es mir klar, dass ich etwas Produzierendes und Angewandtes machen möchte.
Lässt du dich auch beim Entwerfen der Kleidung von Japan inspirieren?
Ich erstelle die Kollektion meistens nach einem japanischen Prinzip: In Europa geht man ja sehr stark vom Schnitt aus und sucht dann den passenden Stoff. Ich gehe aber immer zuerst vom Stoff und dem Druck aus und entwickle dann den Schnitt. Sehr wichtig ist für mich, wie sie auch in Japan selbstverständlich ist, die hohe Qualität der Stoffe. Ich versuche nur zertifizierte Materialien zu verwenden. So ist etwa die Baumwolle, die ich benutze, reine Bio-Baumwolle.
Wie hattest du als angehender Designer die nötigen finanziellen Möglichkeiten?
Nachdem ich in Berlin auf der Modeschule „ESMOD” studiert habe, hatte ich sehr tolle Projekte im Ausland, die auch bezahlt wurden. Nachdem ich im letzten Jahr beschlossen habe mein Label in Wien zu gründen, hatte ich als finanzielle Stütze meine eigenen Ressourcen und eine Förderung von „Departure”.
Du bist auch auf der Fashion Design Plattform „Not just a Label” vertreten?
Ja, da bin ich schon seit meinem Diplom, also seit 2008. Ich habe schon Accessoires im Webshop verkauft und möchte das auf jeden Fall weiterhin nutzen. Zusammen mit „Not just a Label” habe ich auch schon ein Projekt realisiert, dabei haben wir Eva & Adele, die beiden Performancekünstler aus Berlin, für die „Art Basel” eingekleidet. Sie waren so begeistert, dass es heuer nochmals eine Kooperation für die europäische Kulturhauptstadt „Ruhr.2010” gab. So hatten wir die Möglichkeit erneut Roben für sie zu entwerfen.
Du hast auch schon in China gearbeitet. Welche Erfahrungen hast du dabei sammeln können?
Ich wurde eingeladen vom deutschen Goethe-Institut - im Rahmen von „Young European Designers” - in China eine Kollektion zu entwickeln. Das war ein sehr ambitioniertes Projekt, bei dem zwei Designer aus Europa nach China eingeladen wurden um dort mit dem marktführenden Bekleidungshersteller eine Kollektion zu entwickeln. Das war im Zuge der Kooperation „Deutschland und China gemeinsam in Bewegung”. Es ging dann sehr schnell: Wir haben 48 Kleidungsstücke in vier Wochen entwickelt.
Wo produzierst du deine Kollektionen?
Ich lasse einen Großteil meiner Kollektionen in Wien produzieren, u.a. weil ich hier jederzeit vor Ort eine Qualitätskontrolle durchführen kann.
Wie würdest du deinen Stil beschreiben?
Zeitlos elegant. Reduziert. Mit kleinen versteckten Zusatzfeatures, so sind in Herrenhosen etwa iPhone-Pockets mit eingearbeitet. Kleine Dinge, die im urbanen Leben notwendig sind.
Was bedeutet es für dich bei einem Wettbewerb teilzunehmen?
Für mich war etwa in diesem Jahr die Nominierung für den „Ringstraßen Galerien Designer Award” großartig. Das war für mich auch eine große Ehre und es haben sich daraus Folgeprojekte entwickelt wie z.B. die Teilnahme am „showroom | project” oder auch die Zusammenarbeit mit dem „8CHT!”-Festival im Generali Center.
Was zeichnen für dich die beiden Städte Berlin und Wien als Modestädte aus?
Berlin ist sehr spannend, alles ist sehr jung, sehr frisch, sehr dynamisch, aber teilweise auch chaotisch. Manchmal scheint es, dass das es in dieser Stadt nur wichtig ist, dass man irgendetwas macht, egal was. Das vermisse ich ein bisschen an Wien, aber ich muss dazusagen, dafür wird in Wien alles professioneller angegangen. Außerdem habe ich das Gefühl, dass man hier mehr Kaufkraft als in Berlin hat. Es gibt nicht so ein völliges Überangebot an Mode wie in Berlin. Auch in Wien gibt es sehr viele Veranstaltungen, die ich gut finde, etwa den „Modepalast” oder die „MQ Vienna Fashion Week”. Trotzdem wird es immer klein bleiben auf Grund des Landes, auf Grund der Stadt. Aber ich habe das Gefühl, dass es ernst genommen wird und ich hoffe, dass es sich auch weiterhin so entwickelt.
Was sind deine Pläne für die Zukunft?
Im Moment plane ich den 2. „Moving Showroom", nächster Stopp wird dabei auf jeden Fall die österreichische Botschaft in Berlin am 29. September sein. Meine Kollektion wird so für den Endkunden präsentiert und dann „on demand”, also nach Anforderung, produziert. Nächstes Jahr möchte ich das weiterführen und auf Messen vertreten sein. Außerdem kann ich schon sagen, dass „Shakkei” zwei Kleider für das Charity-Ereignis „Tribute to Bambi” erstellen wird.
TH
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