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24.03.2011
"Pebelle": Interview über Batik als Trend
"Batik" erinnert an die 70er und die Flower-Power-Ära. Doch Petra Kräutner und ihr Label "Pebelle" entsprechen in keinster Weise dem gängigen Bild, das man damit verbindet!
Pebelle
Homepage Pebelle
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Heute.at: Hast du eine klassische Modeausbildung?
Petra Kräutner: Nein, ich bin Autodidaktin.
Wie bist du zur Batik gekommen?
Batik ist ein Begriff, mit dem ich schlecht umgehen kann, zu sehr ist er mit dem Farbverirrungen der Hippie-Ära behaftet und bezeichnet auch nur eine bestimmte Technik, um Textilien zu manipulieren. Ich jedoch verwende mehr als nur Batik für meine Arbeiten und bin von jener Ästhetik auch schon weit entfernt.
Du hast aber insofern recht, als dass mich sehr wohl die Woodstock- und Hippie-Liebe meiner Mutter beeinflusst hat. Das erste klassische Batik, das ich sah und das erste Mal im künstlerischem Sinne gefärbt habe, habe ich im Rahmen meines Textilstudiums an der "Akademie der Bildenden Künste" gemacht. Wir haben mit allem experimentiert, was uns in die Quere kam: Holzspäne, Federbälle und auch Strumpfhosen - bei mir blieb das hängen.
Meine ersten Arbeiten entstanden schon damals und wurden vor zehn Jahren bei "Gloom" in der Neubaugasse verkauft. Damals nannte sich mein Label noch langweilig "Kaleidoskop".
Wie stellst du deine Teile her?
Im Laufe der Jahre habe ich die bereits bekannten Abbindetechniken mittels einer recht anarchistischen Arbeitsauffassung um eigene Techniken erweitert, welche meiner Meinung nach auch den eigenen Stil von "Pebelle" ausmachen. Die Art und Weise, wie ich sie bearbeite, ist jedoch top secret!
Ich färbe im Direktfärbeverfahren mit Säurefarbstoffen - ein Verfahren, welches es ermöglicht, eine hohe Bindung der Farbe an die Faser herzustellen. Da dies bei Polyamiden und tierischen Fasern wunderschönen Farbresultate liefert, die ihren Glanz nicht verlieren, arbeite ich meist mit diesem Färbeverfahren und diesen Materialien. Bei Baumwolle arbeite ich in einem Färb-Bleichverfahren, um die geringere Manipulierbarkeit des Stoffes auszugleichen und Effekte herzustellen.
Generell gilt bei mir: Je öfter ich über ein Teil gehe, umso größer wird das Spiel - es gab schon Menschen, die Ausschnitte aus einem Textil von mir als ein "Gemälde, das man stundenlang ansehen kann" bezeichnet haben.
Was inspiriert dich?
Musik am allermeisten. Menschen, wie sie in ihrem Alltag sind. Ich beobachte sie wie ein Feldforscher. Und alle Muster und Farbfacetten, die uns unsere Umwelt oder unser urbaner Lebensraum bietet. Natürlich auch alle Formen von Kunst, das ist eine Selbstverständlichkeit.
Kannst du dir vorstellen einmal herkömmliche Mode - ohne Batik - zu machen?
Natürlich, aber ich bin eine größere Liebhaberin der Stoffgestaltung, und auch herkömmliche Mode basiert auf Textil, das irgendwann in einem kreativen Kopf entstanden ist. Auch wenn ich ins klassische Modedesign wechsle, ist es höchstwahrscheinlich auf eigenen Textilkreationen aufgebaut.
Wo gibt es "Pebelle" zu kaufen?
In Wien bei "Samstag Shop" auf der Margaretenstrasse und "Art Up" am Bauernmarkt. In Deutschland bei "Schuhbelle" in Frankfurt und "Eppo Dekker Concept"-Store in der Berliner Grünbergerstrasse. In unserer Foto-Show können Sie das neueste Editorial der Kollektion "Forest" sehen. Vor der Kamera in Szene gesetzt wurde sie von Michele Pauty.
MR
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