Review

13. Oktober 2017 12:49; Akt: 13.10.2017 12:49 Print

"American Assassin": Oldschool-Actionthriller

von Leonard Dworschak - Michael Keaton bildet Dylan O'Brien als Profikiller im Dienst der CIA aus. Hochspannender Actionthriller!

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Vor der Jahrtausendwende, als Blockbuster noch keine 200 Millionen Dollar kosteten und die Gage des Hauptdarstellers mehr Geld verschlang, als die CGI-Nachbearbeitung des Streifens, als TV-Serien belächelt statt gehypt wurden und man für die neuesten Trailer noch ins Kino statt auf YouTube gehen musste - in dieser längst vergangenen Ära also, da hatten Actionthriller noch Event-Charakter. Hollywood rettete die Welt maximal einmal im Monat, US-Militärs und Geheimdienstler taugten noch als heldenhafte Strahlemänner, und wer einen Filmstart verschlief, musste monatelang auf den VHS-Release warten, um endlich mitreden zu können.

"American Assassin" erinnert stark an die Belle Époque des Actionthrillers. Der Film möchte vor allem eines sein - spannend! - und meistert diese Aufgabe mit Bravour. Die Gangart ist etwas härter, sprich blutiger und brutaler, als sie früher war, die Grauzonen zwischen Gut und Böse werden zumindest angedeutet, doch im Großen und Ganzen ist "American Assassin" ein Film der alten Schule.

Killer vs. Atombombe

Mitch Rapp (Dylan O'Brien) hat seiner Freundin Katrina (Charlotte Vega) gerade einen Heiratsantrag in einem spanischen Urlaubsressort gemacht, als Terroristen mit Kalaschnikows den Strand stürmen und die Touristen dahinmetzeln. Katrina stirbt, Mitch schwört Rache.

18 Monate lang trainiert der Bursche am Schießstand und im MMA-Ring und schleußt sich schließlich in eine Terrorzelle ein. Die CIA kommt seinem Vergeltungsdrang jedoch zuvor, erkennt Mitchs Potential und schickt ihn in ein Trainingslager für Profikiller. Dort wird er von dem ehemaligen Navy SEAL Stan Hurley (Michael Keaton) für den Kampf gegen den amerikanischen Söldner Ghost (Taylor Kitsch) ausgebildet, der gerade an einer Atombombe bastelt.

Spannung > Story

Was der Eine als klassisch lobt, zerpflückt der Andere als altmodisch. Spannung hat "American Assassin" en masse zu bieten, eine ausgefeilte Story sucht man vergebens. Selbst wer auf Zweiteres besteht, wird dem Film aber einiges abgewinnen können. Allein schon das Attentat zu Beginn ist einer der besten (und heftigsten) Thriller-Einstiege der letzten zehn Jahre. O'Brien und Keaton überzeugen als taffes Schüler-Mentor-Gespann.

"American Assassin" startet am 13. Oktober in den österreichischen Kinos.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.