Schauspielerin Anna Molnar findet sich plötzlich am Tiefpunkt. Wie ein Phönix aus der Asche kämpft sich Anna zurück ins Leben - und auf die Bühne.
Am Freitag kommt Nina Prolls erster selbstgeschriebener Film "Anna Fucking Molnar" in die heimischen Kinos. Vorweg sorgte das Vorstadtweib ja mit ihren Postings für jede Menge Schlagzeilen. Dennoch muss man ihren Film als perfekten und durchaus humorvollen Einblick in den Schauspielerberuf sehen.
Who the fuck ist Anna?
Eben noch ein vielbejubelter Star, im nächsten Moment schon am Abgrund: so ergeht es nicht nur diversen Schauspielern in Hollywood sondern auch der heimischen Schauspielerin Anna Molnar aus Wien.
Drama Baby Drama
Nina Proll verarbeitet in ihrem ersten Drehbuch die Höhen und Tiefen des Schauspielberufes und wie man sich mit Mühe und Not zurück auf die Bretter, die die Welt bedeuten, kämpft. Und die Sache mit der Liebe ist ja auch noch so ein kompliziertes Ding.
"Betrügst du mich? Ich? Nein!!!"
Der umjubelte Theaterstar Anna Molnar (Nina Proll) erlebt die Höhen und Tiefen des Künstler-Berufes in nur wenigen Tagen. Ihr Lebensgefährte, "Theaterdirektor" Laszlo (GregorBloeb), betrügt sie am Tag ihrer großen Premiere mit einer hübschen Schauspielkollegin (Alma Hassun). "Betrügst du mich?" fragt sie ihn noch kurz zuvor, bevor sie die beiden zufällig in flagranti beim Rammeln erwischt.
Schauspieler und Alkohol: Nie eine Lösung!
Und was machen Schauspieler klischeemäßig, wenn sie gedemütigt oder depressiv sind? Sie greifen zum Alkohol. Und weil es gar so schlimm ist, nimmt Anna auch noch Pillen. Nach einem anfangs starken Bühnenauftritt mit dem Übeltäter Laszlo schläft die gekränkte Mimin plötzlich, no na ned, einfach auf der Bühne ein - die Premiere muss abgebrochen werden - ein Skandal!
Der Papa wird's scho richten...
Klar, dass der Herr Direktor da wenig Verständnis für die abgestürtze Ex zeigt und diese, nach einem Krankenhausaufenthalt, aus dem gemeinsamen Haus wirft. Mann weg, Karriere am Arsch und auch noch wohnungslos. Was macht man in der Not? Man greift zum Handy und ruft den Daddy an. Zumindst kommt Anna vorübergehend bei ihrem sexgeilen Vater unter, der seine (neue) Frau nach Strich und Faden betrügt.
Und wenn du denkst es geht nicht mehr....kommt von irgendwo ein Feuerwehrmann daher...
Eine gute Sache hat das Ganze aber, denn der Retter in der Not ist ein durchaus ansehnlicher Feuerwehrmann. Er bringt die halbkomatöse Schauspielerin vom Theater ins Krankenhaus und läßt ihr seine Feuerwehrjacke. Tags darauf bedankt sich Anna bei ihrem Helden und bemerkt eine gewisse Anziehung zu dem stattlichen Feuerwehrmann. Dieser ist nicht abgeneigt, hat aber selbst gerade genügend eigene Baustellen. Klar, dass da der schnelle Quickie nicht so richtig klappen will.
Wie ein Phönix aus der (Theater-)Asche
Nach dem beruflichen und privaten Absturz versucht die gefallene Anna wieder auf die Beine zu kommen. Ein aberwitziges Dramolett beginnt sich zu entspinnen. Beinahe wie im echten Leben, schafft es Anna wieder, Dank eines anfangs zwielichtigen Filmes, wieder in der Branche Fuß zu fassen. Glück im Spiel, Pech in der Liebe? das sei hier nicht verraten. Sonst müßten sie ja nicht mehr ins Kino gehen.
Frauenpower-Vorstadt-Team
Vorstadt-Regisseurin Sabine Derflinger verfilmte das (hoffentlich nicht letzte) Drehbuch von Nina Proll in Zusammenarbeit mit Ursula Wolschlager
von WitcraftSzenario. Proll spielt darin eine starke aber auch verletzliche Frau, die sich dem bitterbösen Showbiz-Sumpf stellt und um ein bisschen Liebe kämpft. Selten hat man Nina Proll so authentisch, so ehrlich, natürlich, humorvoll und verletzlich gesehen.
Ein Traum von einem Cast
Mit an Bord dieses lebensnahen Filmes sind u. a. Nina Prolls Ehemann Gregor Bloebals hinreißend schmieriger Theaterdirektor, Murathan Muslu ("Risse im Beton", "Wilde Maus") als sehr attraktiver und sensibler Feuerwehrmann, Uwe Ochsenknecht als freakig-besorgter und hochpotenter Papa Molnar und Franziska Weisz als enttauschte aber verständnisvolle Ehefrau. Robert Palfrader spielt ist wie immer hinreissend spleenig, verkorkst und so charmant patschert, daß man ihn am liebsten bei Tinder anmelden möchte. Mavie Hörbiger geht bei diesem hochmotivierten Cast jedoch vollkommen unter, ebenso wie Christian Tramitz.
Ein Liebesfilm wie im Buch
Vielleicht ist "Anna Fucking Molnar" kein Film fur die ganze Familie, zumindest aber für den erwachsenen Teil davon. Denn letztendlich geht es hier um eine Liebesgeschichte wie aus einem Buch und die Probleme, die sich heute bei der Suche nach einem Partner stellen. Die Titelmusik "Gib mir das" stammt übrigens auch von Nina Proll. (Text: Nina Proll, Musik: Christian Frank, Backing vocals: Songcontest-Newcomer Nathan Trent!)
Prädikat: Höchst Sehenswert!
"Anna Fuckin Molnar" startet am Freitag, den 24. November in den heimischen Kinos.