Ganz gibt Freud

10. Oktober 2018 06:00; Akt: 09.10.2018 19:34 Print

"Der Trafikant" in Wien: Bruno, auch mal ziehen?

von M. Dorner - Auf eine Zigarre mit Bruno Ganz – für Newcomer Simon Morzé ist das (Berufs-)Alltag. Im Film "Der Trafikant" pofeln die zwei in der Berggasse. Wir wohnten der Rauchpause bei.

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Oldtimer (mit Chauffeur am Handy!), Kohlenwagen, historisch gestaltete Litfaßsäulen – und mittendrin ziemlich beste Freunde. Altmeister Bruno Ganz ("Der Untergang") und Jungspund Simon Morzé ("Einer von uns") geben in der Verfilmung von Robert Seethalers Erfolgsroman "Der Trafikant" (Premiere am 12.10.) ein ungewöhnliches Duo. Wir waren vergangenen Herbst beim Dreh und der Rauchpause (sie steht allerdings nicht nur im Drehbuch, sondern ist auch eine ganz besondere Szene im Film) dabei.

Legendäre Berggasse wird hinter den Heumarkt verlegt
Die Berggasse befindet sich ein paar Tage lang nicht im 9. Bezirk, sondern hinter dem Heumarkt, wo Regisseur Nikolaus Leytner und seine Crew einem Gassenzug das Leben der späten 1930er einhauchten. Die Stars am Set sind Bruno Ganz und Simon Morzé, die als legendärer "Deppendoktor" und 17-jähriger Franz Huchel (verlässt 1937 sein Heimatdorf, um in Wien eine Lehre als Trafikant zu beginnen) eine ganz besondere Freundschaft unterhalten. Vor dem Hintergrund der sich dramatisch zuspitzenden politisch-gesellschaftlichen Verhältnisse beginnen beide, das Leben mit neuen Augen zu sehen.

"Eine schöne, erfundene Geschichte"
4,6 Mio. Euro beträgt das international finanzierte Budget des Films, für den noch bis 20. November in Wien, Wien-Umgebung, Oberösterreich, Südtirol und München gedreht wird. 2018 ist Kinostart, passenderweise im Freud-Gedenkjahr – laut Produzent Jakob Pochlatko (epo-film) spielt das bei der Realisierung aber gar keine Rolle. Ganz im Gegensatz zum Schweizer Bruno Ganz, der den bereits sehr betagten Psychoanalytiker gibt: Die körperlichen Verfallserscheinungen glaubhaft darzustellen, war eine Herausforderung: "Bedingt durch sein Krebsleiden hatte er starke Probleme beim Sprechen, das belegt auch eine erhaltene Tonaufnahme", so Ganz beim Setbesuch. Das Buch hat natürlich "eine märchenhafte Anmutung", die aber nötig sei, um sich auf "diese schöne, erfundene Geschichte" einzulassen.

Ganz imponierte der "einsame Kämpfer"
Der große Ganz (sehr fesch mit der Freudschen Nickelbrille!) übte sich hingegen im Understatement: "Man bemüht sich nach Kräften – obwohl ich mich im Vorfeld nicht so gekümmert habe, wie es angemessen wäre". Eine Überraschung sei es dann schon gewesen, was er über den Denker mit der "hochinteressanten Werdegang" bei seinen Recherchen erfahren habe. "Der einsame Kämpfer hat mich beeindruckt. Seine Erkentnisse waren ja völlig neu und er hat sie gegen alle Widerstände unbeirrt vorangetrieben. Er hielt sie nicht für definitiv, aber solange sie niemand widerlegen konnte, verteidigte er sie."

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