Anus-Afferln

13. Juni 2017 06:15; Akt: 13.06.2017 08:16 Print

Diese Festwochen-Show geht uns auf den A...

von M. Dorner - In Brasilien sorgten sie mit ihrer Show für ordentlich Brösel, jetzt lädt das Künstlerkollektiv "Macaquinhos" in Wien munter zum Rosetten-Reigen.

Die Macaquinhos laden zum Rosetten-Reigen ins Performeum (Bild: Ze de Paiva)

Die Macaquinhos laden zum Rosetten-Reigen ins Performeum (Bild: Ze de Paiva)

Fehler gesehen?

Kultur zum Angreifen, versprach Neo-Intendant Thomas Zierhofer-Kien vor seiner ersten Saison – und ja, zugelangt wird bei diesen Festwochen ordentlich. Ab 15.6. sogar in Körperöffnungen. Mutiert das (von der Stadt Wien 2017, 2018 und 2019 mit 32,4 Millionen Euro geförderte) Kultur-Spektakel reloaded zum Affentheater?

Popo-Partie versus Stammgäste?
Neue Zielgruppen sollen beim "Festiavl der ausgebreiteten Arme" erschlossen, Stammgäste auf keinen Fall vor den Kopf gestoßen werden. So zumindest der Plan vor Start der Wiener Festwochen "reloaded". Das könnte angesichts der geladenen Popo-Partie aber in die Hose gehen.

After als Ost-Süd-Gefälle und "Hommage an die Freiheit"
Kunst, Körper, Krater. Die Grenzen sind beim diesjährigen Kulturreigen fließend. Da wird seit 12.5. Haupthaar durchwühlt („Haircuts by Childen“), Haut geschrubbt („Hamamness“) und durch einen Sud aus Verwesung gewatet („Death Center For The Living“). Und ab 15.6. heißt's sogar: Anus, öffne nicht!
Die Macaquinhos (Äffchen, eine bunte Truppe aus Fotografen, Tänzern, Drag-Queens und Co.) setzen beim Nord-Süd-Gefälle („Der Anus als körperliche Metapher für den Süden, gesellschaftlich delegitimiert und ausgegrenzt, dem normativen Norden durch Kolonialismus, Kapitalismus und Patriarchat unterworfen“) des eigenen Körpers an und räumen mit Klischees, wie etwas der vielgelobten Freizügigkeit der Brasilianer, auf. Der Rosetten-Reigen (u.a. wird Gesicht an After an Gesicht durch den Raum gerobbt) ist laut des Künstleraggregats „eine Hommage an Schönheit und Freiheit, fernab von einer industriellen Porno-Ästhetik“.

Dekolonisation de Luxe
Der Pressetext verspricht: "In einer gewalttätigen Welt provozieren Macaquinhos durch taktische Softness, die Totalität ihrer radikalen Verletzlichkeit strotzt vor choreografierter Körperpoesie. Das Kollektiv Macaquinhos negiert Hierarchien und produziert eine Vielfalt von unten. Dekolonisation de Luxe!"

Show sorgte in Südamerika für ordentlich Wirbel
Der Eintritt ist erst ab 18, die Show sorgte in Südamerika für ordentlich Brösel. Die Reaktionen auf das Loch-Theater waren so wild, dass weitere Auftritte der Truppe vermutlich nicht stattfinden dürfen. Die Körperöffnung als Kultur-Happening? Die Festwochen meinen, ja: "Natürlich ist die Performance am provokanteren Ende angesiedelt", heißt es auf "Heute"-Anfrage. "Das liegt in der Natur der Thematik. Aber man muss sie im Gesamtkontext des Programmes sehen. Die Macaquinhos "rücken die am meisten tabuisierte Körperzone in den Fokus. Es ist ein tatsächlich ein Reigen. Ganz viel spielt sich in dieser Kreisbwegung ab."

"Es geht um Körper UND Geist"
Dass das der menschliche Körper als solcher heuer auffallend inbrünstig ausgeschlachtet wird, sieht Pressesprecherin Anne Zimmermann nicht: "Das einzelnen Programmpunkte richten sich nicht FÜR oder GEGEN Stammpublikum oder neue Gäste. Die Kriterien waren inhaltlicher Natur. Der Körper als roter Faden steht so sicher nicht im Konzept. Vielmehr schwingt er bei den großen Themen wie Gender ud Diversität einfach mit. Und auch da geht's um das Miteinander und die Wechselwirkung von Körper UND Geist."

Mehr zu den Festwochen:
target="_blank">Gebrechen versus G-Punkt
Schatzusuche im Leopold Museum

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Anonymus Anonym am 13.06.2017 10:50 Report Diesen Beitrag melden

    32,4 MIO Euro für dringendere Sachen!

    Ganz ehrlich - wer gibt da 32,4 Mio Euro an Steuergelder aus? Gibt es nicht wichtigere Dinge, die damit gefördert oder bezahlt werden können? Solche Verantwortliche gehören abgeschafft!!!

  • wolf198 am 13.06.2017 09:26 Report Diesen Beitrag melden

    Irrsinn

    Solcher Irrsinn wird mit Millionen gefördert! Unseren Kindern fehlt es in den Schulen auch hinten und vorne. Nur dort wäre das Geld sinnvoller ausgegeben!

  • Leonhard am 13.06.2017 11:01 Report Diesen Beitrag melden

    Aber irgendwann

    muß einmal mit dem Schwachsinn ein Ende sein, oder ?

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Franz Fogel am 14.06.2017 21:21 Report Diesen Beitrag melden

    Erbschaftssteuer JETZT

    Dafür Erbschaftssteuer JETZT einführen!

  • Anonymus Anonym am 13.06.2017 13:39 Report Diesen Beitrag melden

    32,4 MIO Euro für dringendere Sachen!

    Ganz ehrlich - wer gibt da 32,4 Mio Euro an Steuergelder aus? Gibt es nicht wichtigere Dinge, die damit gefördert oder bezahlt werden können? Solche Verantwortliche gehören in abgeschafft!!!

  • Leonhard am 13.06.2017 11:01 Report Diesen Beitrag melden

    Aber irgendwann

    muß einmal mit dem Schwachsinn ein Ende sein, oder ?

  • Anonymus Anonym am 13.06.2017 10:50 Report Diesen Beitrag melden

    32,4 MIO Euro für dringendere Sachen!

    Ganz ehrlich - wer gibt da 32,4 Mio Euro an Steuergelder aus? Gibt es nicht wichtigere Dinge, die damit gefördert oder bezahlt werden können? Solche Verantwortliche gehören abgeschafft!!!

  • TantePolly am 13.06.2017 09:34 Report Diesen Beitrag melden

    Peak Man.

    Von jetz an geht die Entwicklung wieder bergab. Vom Affen über den Menschen zum Schwein.