baute 18.000 Wohnungen

14. Dezember 2016 15:46; Akt: 14.01.2017 03:42 Print

Harry Glück ist tot: Alterlaa-Architekt starb mit 91

Harry Glück, Wiener Architekt und Größe des sozialen Wohnbaus starb am Dienstag mit 91 Jahren. Jeder Wiener kennt eine Bauten: Alterlaa, das Rechenzentrum an der 2er-Linie oder das Marriott-Hotel: An seinen Gebäuden kommt man nicht vorbei. Insgesamt soll Glück 18.000 Wohnungen in Wien gebaut haben.

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Am berühmtesten ist Glücks Wohnbau in Alterlaa. Die Terrassenbauten wurden 1985 fertig gestellt. 3.100 Wohnungen sind in den auffälligen Wohntürmen, die eines der inoffiziellen Wahrzeichen von Wien sind. Grünflächen, Dachschwimmbad und glückliche Bewohner - Glück war immer besonders stolz auf die Wohntürme in Wien-Liesing. "Bei Bauaufgaben wie dem Rechenzentrum oder der Allianz-Generaldirektion wäre jeder zu ähnlichen Lösungen gekommen. Bei einem Wohnbau bin ich mir nicht sicher. Zumindest hat niemand etwas Ähnliches gebaut oder auch nur versucht."

Glück der Mieter durch Studien belegt

Der Erfolg gab Glück recht. Sozialwissenschaftliche Studien belegen die Zufriedenheit der Mieter. Neben Prestigebauten wie dem Hotel Marriott und dem Franz-Josefs-Bahnhof oder dem Rechenzentrum war Harry Glück ein Vorreiter im sozialen Wohnbau (siehe Fotoshow). 2017 sollen seine Bauten in der Atlmannsdorfer Straße und am Altmannsdorfer Dreieck übergeben werden. 

Von Qualtingers "Maschin'" bis zum Hotel Marriott

Harry Glück wurde am 20. Februar 1925 in Wien geboren. Nach dem Krieg studierte er erst am Max Reinhardt Seminar, wechselte aber dann an die Technische Universität Wien. Bevor er erste Erfahrungen als Architekt sammelte, gestaltete er unter anderem für Helmut Qualtinger und die Rosenhügel-Studios Requisiten und Bühnenbilder. "Ich habe das Motorrad für Helmut Qualtingers 'Der Wüde auf seiner Maschin' eigenhändig in der Nacht vor der Premiere geschnitzt'" zitiert der "Kurier" den Verstorbenen. 

Glücks erster Wohnbau wurde 1962 bezogen. 1966 eröffnete er sein Architekturbüro "Harry Glück und Partner". In den 1980ern arbeiteten über 100 Mitarbeiter für ihn. Der soziale Wohnbau faszinierte Glück bis zuletzt. Zu seinem 90er war er noch immer der Meinung: "Der Wohnbau ist DIE große Bauaufgabe der Zukunft!"

 




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