Heinzl im Gespräch

21. Oktober 2012 08:51; Akt: 22.10.2012 15:22 Print

Nach Prügel sucht ORF den Nachfolger von Sido

Die Wellen gehen weiter hoch nach der Attacke von Rapper Sido auf "Chili"-Moderator Dominic Heinzl nach der Live-Show "Die große Chance". Nach dem Rausschmiss von Sido wird der Hergang des Angriffs aufgearbeitet. Der ORF hält sich in der Affäre bedeckt, hinter den geschlossenen Türen am Küniglberg wird gleichzeitig fieberhaft ein Nachfolger für Jury-Mitglied Sido gesucht. Und das könnte ausgerechnet Heinzl sein.

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Die Wellen gehen weiter hoch nach der Attacke von Rapper Sido auf "Chili"-Moderator Dominic Heinzl nach der Live-Show "Die große Chance". Nach dem Rausschmiss von Sido wird der Hergang des Angriffs aufgearbeitet. Der ORF hält sich in der Affäre bedeckt, hinter den geschlossenen Türen am Küniglberg wird gleichzeitig fieberhaft ein Nachfolger für Jury-Mitglied Sido gesucht. Und das könnte ausgerechnet Heinzl sein.

Die Kurzzusammenfassung der Prügel-Affäre: Nachdem das Halbfinale der ORF-Show "Die Große Chance" zu Ende war, sorgte Sido im Studio für einen handfesten Skandal. Er stellte Dominic Heinzl zur Rede. Zuerst beschimpfte er ihn ("Hurensohn"), beleidigte dessen Mutter ("Zum Glück bist Du so alt, dass Deine Mutter nicht mehr lebt") und schlug ihm schließlich ins Gesicht. Das kostete dem Rapper seinen Job beim ORF.

Wer Sido in der Jury von "Die große Chance" nachfolgt, soll in den nächsten Tagen entschieden werden, lautet das offizielle Statement des ORF. Hinter vorgehaltener Hand erfährt man jedoch, dass es sehr wohl schon einen Top-Favoriten für den Job geben soll - und das ist ausgerechnet jener, der Sidos Faust kassiert hatte. Ein pikantens Vorhaben, denn entgegen Sympathiebekundungen für Heinzl hagelt es im Internet Forderungen, dass auch der Moderator zur Rechenschaft gezogen werden sollte.

Auch Provokationen von Heinzl?

Der Grund: Augenzeugen wollen mitbekommen haben, dass die Provokationen vor dem Faustschlag nicht nur vom Rapper ausgegangen waren. Auch Heinzl soll sich aggressiv verhalten haben, Sido etwa getreten und bespuckt haben. Dass Heinzl nun in die Jury einspringen könnte, könnte eine Beruhigungspille des ORF an den hauseigenen Moderator sein - denn im Hintergrund soll bereits die Staatsanwatschaft zu dem Vorfall ermitteln und an Anzeigen soll bereits gefeilt werden. Fixiert ist also Sidos Nachfolgen noch nicht - es wird nach weiteren Kandidaten Ausschau gehalten.

In einem Interview mit Ö3 erklärte Fernsehdirektorin Kathrin Zechner, dass Sido und Heinzl bereits über eine längere Vorgeschichte verfügten, wo sie sich "nicht einmischen" wolle. Heinzl müsse aber nicht mit Konsequenzen rechnen. "Ich habe nichts dagegen, solange Leute nur miteinander streiten oder einander provozieren", so die Fernsehdirektorin. "Das gehört alles zu Persönlichkeiten in der Filmbranche dazu. Das ist alles in Ordnung, bis zu dem Punkt, wo es tätlich wird, und das lehne ich ab!" Es tue ihr darüber hinaus Leid, dass Sido "kein Wort der Entschuldigung" gefunden habe, so Zechner. Damit hätte er sich "selbst aus dem Spiel genommen". Entschuldigt hat sich Sido jedoch für die Beschimpfung von Heinzls Mutter. "Ihr habt recht, die Mutter hat damit nix zu tun... Sorry fr. Heinzl !!!", schireb er auf Twitter.

Brisante Rolle von Doris Golpashin

Eine brisante Rolle spielt auch "Die große Chance"-Moderatorin Doris Golpashin, die mit kleinen Äußerungen immer wieder für Nachbeben nach dem Vorfall sorgt. Sie war es etwa, die den Angriff als erste auf Facebook publik machte. Weiter ging es mit einem Twitter-Eintrag, in dem sie von einer Spuckattacke Heinzls berichtete, die sie dann später nur von "Augenzeugen" wissen wollte. Dann ließ sie wiederum ihre Facebook-Fans wissen, dass Sido aus dem ORF flog und meinte Richtung Nachfolger: "ähm, was macht denn bernhard paul derzeit?"

Nun dürfte sie bei ihren Äußerungen eingebremst worden sein, denn während nun immer mehr Nutzer auf ihrem Facebook-Profil eine Stellungnahme zum Vorfall aus ihrer Sicht fordern, herrscht seither ungewohntes Schweigen. Der ganze Vorfall wird den ORF wohl noch länger beschäftigen. Eines ist aber bereits jetzt klar: Auch wenn viele der "großen Chance" attestieren, ohne Sido in ein Quotenloch zu fallen, wird wohl genau das Gegenteil passieren. Mehr Menschen als je zuvor werden die kommende Halbfinal-Show verfolgen.

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