Premiere am 28.8.

26. Juli 2018 07:00; Akt: 29.07.2018 10:36 Print

"Salome": Kopfloser Ritt durch die Felsenreitschule

von M. Dorner - Es gibt viele Arten, den Kopf zu verlieren. Romeo Castellucci wählt die schlichteste: "Er wird abgeschlagen". Mit seiner (überraschend unblutigen) "Salome" galoppiert er in Salzburg ein.

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Minimalismus und Reduktion: "Salome" entledigt sich aller Klischees und Jochanaan seines Hauptes. "Jeder von uns kann in solch einen Angrund des Begehrens stützen", so Bühnenkünstler Romoe Castellucci über seine Titelheldin. In seiner Inszenierung beschäftig er sich mit allem, was man noch nicht kennt. "Ich denke, Salome als Figur ist ein Teil von uns allen". Premiere ist am 28.8. in der Felsenreitschule, in der Kraft der nackten Felsen (Castellucci schließt die Arkaden) spiegelt sich die Figur der Salome mit all ihren Facetten wider. Von den Salzburger Festspielen:: "Salome", "Oper von Richard Strauss." Eine interessante Interpretation von Richard Strauss' Oper "Salome" verspricht die zweite Salzburger Premiere unter der musikalischen Leitung von Franz Welser-Möst und in der Inszenierung des italienischen Regisseurs Romeo Castelucci. Er konzipiert die von Asmik Grigorian gesungene Figur der Salome als Angelpunkt und Flamme, die alles Anwesende belebt und sich schließlich im Tanz der sieben Schleier verbraucht. Ihr zur Seite stehen John Daszak als Herodes, Anna Maria Chiuri als Herodias, Gábor Bretz als Jochanaan und Julian Prégardien als Narraboth. Für die zeitversetzte Live-Übertragung im ORF übernimmt Henning Kasten die Bildregie.Im Bild: Asmik Grigorian (Salome) SENDUNG: 3sat - SA - 11.08.2018 - 20:15 UHR. - Veroeffentlichung fuer Pressezwecke honorarfrei ausschliesslich im Zusammenhang mit oben genannter Sendung oder Veranstaltung des ORF bei Urhebernennung. Foto: ORF/Roman Zach-Kiesling. Anderweitige Verwendung honorarpflichtig und nur nach schriftlicher Genehmigung der ORF-Fotoredaktion. Copyright: ORF, Wuerzburggasse 30, A-1136 Wien, Tel. +43-(0)1-87878-13606 Der "animalische" Ort, der ein Gefühl der Beklemmung und des Erstickens verströmt, wird selbst zur Figur und macht ein Bühnenbild obsolet.

Zum Thema
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Zuerst verdreht der eingesperrte Täufer Jochanaan der manisch begehrenden Prinzessin den Kopf, dann verliert er den seinen – und das ganze Drama geht ab 28.7. (ab 22 Uhr live-zeitversetzt auf ORF 2) tatsächlich ganz ohne Massaker über die Bühne.

Castellucci ist "Salome"-Generalbeauftragter
Gleich zu Beginn der "Salome"-Aufführung bei den Salzburger Festspielen wird der Lebenssaft vom Messingboden gewischt, was eine Umdrehung von Wirkung und Ursache herbeiführt. Bühnenkünstler und „Salome“-Generalbeauftragter Romeo Castellucci (Regie, Bühne, Kostüme, Licht) gibt dem Blut so die nötige Präsenz, verzichtet aber auf eine Sauerei.

Hauptlose Leiber und Pferdekopf statt Klischees
An Schockbildern- und momenten fehlt es der legendären Richard-Strauss-Oper trotzdem nicht, dafür sorgen u.a. hauptlose und in Plastiksäcke gewickelte Leiber, sexualpathologische Untertöne und ein abgetrennter Pferdekopf. Die Themen der neuen Fassung: Machthunger, Narzissmus, Religion, der Kampf der Geschlechter und sexueller Missbrauch – reduziert inszeniert, mit Franz Welser-Möst am Pult und Titelheldin Asmik Grigorian erstklassig besetzt. Herodes (John Daszak) bettelt vor dem nackten Mineralstein um Salomes berühmten "Tanz der sieben Schleier", der historisch aufgeladene Ort wird so zur Figur und macht ein Bühnenbild obsolet. "Der Raum verströmt eine animalische Atmosphäre", so Castellucci. "Die geschlossenen Arkaden erzeugen eine Stimmung der Beklemmung, des Erstickens."

Leading Team und Besetzung

Franz Welser-Möst, Musikalische Leitung
Romeo Castellucci, Regie, Bühne, Kostüme und Licht
Cindy Van Acker, Choreografie
Silvia Costa, Künstlerische Mitarbeit
Piersandra Di Matteo, Dramaturgie
Alessio Valmori, Mitarbeit Bühne
Marco Giusti, Mitarbeit Licht

John Daszak, Herodes
Anna Maria Chiuri, Herodias
Asmik Grigorian, Salome
Gábor Bretz, Jochanaan
Julian Prégardien, Narraboth
Avery Amereau, Ein Page der Herodias
Matthäus Schmidlechner, Erster Jude
Mathias Frey, Zweiter Jude
Patrick Vogel, Dritter Jude
Jörg Schneider, Vierter Jude / Sklave
David Steffens, Fünfter Jude
Tilmann Rönnebeck, Erster Nazarener
Paweł Trojak, Zweiter Nazarener
Neven Crnić, Kappadozier
Henning von Schulman, Erster Soldat
Dashon Burton, Zweiter Soldat
Wiener Philharmoniker

HIER gibt's Infos

Salzburger Festspiele 2018: Prominenz bei "Salome"-Premiere


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • der Hernalser am 30.07.2018 11:55 Report Diesen Beitrag melden

    Oper--

    --sollte ein Ohren-und Augenschmaus sein! Oper heute: frustrierende Bühnenbilder und Ausstettung, Mitwirkende in Fetzen, teilweise habnackt, Besucher in Jeans, TShirts mit Rucksäcken, Kartenpreise zum abgewöhnen. Oper genießen?: im Lehnstuhl, Kopfhöhrer auf, zurücklehnen und Augen zu

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  • der Hernalser am 30.07.2018 11:55 Report Diesen Beitrag melden

    Oper--

    --sollte ein Ohren-und Augenschmaus sein! Oper heute: frustrierende Bühnenbilder und Ausstettung, Mitwirkende in Fetzen, teilweise habnackt, Besucher in Jeans, TShirts mit Rucksäcken, Kartenpreise zum abgewöhnen. Oper genießen?: im Lehnstuhl, Kopfhöhrer auf, zurücklehnen und Augen zu