Ist das göttlich?

01. März 2018 06:00; Akt: 08.03.2018 22:17 Print

Hera zupft Damenbart und furzt Weihrauch

von M. Dorner - Hera, da ist ein Haar! Hier pimpt sich eine ziemlich ungenierte Göttin für die neu konzipierte Schausammlung im Wiener Belvedere auf – am 1.3. geht's los.

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Überlebensgroß kniet sie da, das Hemd hochgeschoben, versunken in ein profanes Schönheitsritual. Ja, hier bearbeitet Hera ihre Gesichtsbehaarung – ein sehr intimer Moment, der die ehrfurchtsvolle Darstellung olympischer Gottheiten ziemlich gelungen torpediert. Einziger Hinweis auf ihre Erhabenheit: der entsprechenden Körperöffnung entströmt wohlriechender Weihrauch.

Göttliches Treatment im Museum
Die Intervention der Kärntner Installations- und Konzeptkünstlerin (verwandelt derzeit auch das Linzer Lentos in einen Fashion Store, SALE!) begleitet ab heute die imposante Neupräsentation der Schausammlung im Wiener Belvedere. Geläufig ist uns Hera als Gemahlin des Zeus, als Hüterin von Herd und Familie oder als betrogene Gattin: Hera, die antike Göttin. Im Oberen Belvedere ist sie nun aus einem ganz anderen Blickwinkel zu sehen. Hera ist die erste einer Reihe von Interventionen, die ab 2018 die Neupräsentation der Sammlung im Oberen Belvedere begleiten. Sie werden im Carlone-Saal im Erdgeschoss gezeigt und nehmen Bezug auf die mythologischen Fresken. In einem halbjährlichen Rhythmus entwickeln Künstler in diesem Ausstellungsformat Positionen zum barocken Bildprogramm des freskierten Saals. Sie schlagen eine Brücke von der antiken Götterwelt Apolls und Dianas bis in die Gegenwart. Doujaks Hera thematisiert gesellschaftskritische Fragen nach Geschlechterregeln, sozialen Normen und Stereotypen.

Schausammlung neu
Mehrere tausend Werke aus acht Jahrhunderten umfasst die Sammlung des Belvedere – vom Mittelalter bis zur Gegenwart, darunter die weltgrößte Sammlung von Ferdinand Georg Waldmüller und Gustav Klimt. Ab sofort wird die chronologische Hängung mit innovativen Themenräumen durchbrochen – die Frage der nationalen Identität rückt in den Mittelpunkt und erzeugt ein Spannungsfeld zwischen historischen Referenzen und aktuellen Bezugspunkten. Dazu gibt's jede Menge neue Infos, u.a. zum Bau des Schlosses, der Museumsgründung und Co.

Zwei Klimt-Neuzugänge
Das Belvedere kann bei der Eröffnung der neuen Schausammlung am 1. März auch mit zwei spektakulären Neuzugängen (*** Oberes Belvedere krallt sich zwei neue Klimt -Bilder ***) sich zwei aufwarten. Zum einen wird das Klimt Gemälde „Forsthaus in Weißenbach I (Landhaus am Attersee)“ nach vielen Jahren wieder öffentlich zu sehen sein. Es ist gelungen, das Werk als Dauerleihgabe ans Belvedere zu holen. Zum anderen wurde von Belvedere Kurator Markus Fellinger nach langer Recherche ein bislang völlig unbekanntes Frühwerk von Gustav Klimt entdeckt. Das Bildnis „Marie Kerner von Marilaun als Braut im Jahr 1862“ wird als temporäre Leihgabe bis Mitte des Sommers ebenfalls im Oberen Belvedere ausgestellt.

HIER gibt's alle Infos

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Günther Prien am 01.03.2018 08:14 Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    moderne Kunst eben...nichts weiter als Müll !

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Günther Prien am 01.03.2018 08:14 Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    moderne Kunst eben...nichts weiter als Müll !