Galerie Westlicht

13. September 2017 12:48; Akt: 13.09.2017 12:55 Print

Ab Freitag ist wieder World Press Photo-Zeit!

Von Freitag, den 15.9. bis Sonntag, den 22.10. gastiert die Ausstellung der weltbesten Pressefotos wieder im Wiener Westlicht - zum zehnten Mal in Folge!

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Mevlut Mert Altintas schreit, nachdem er den russischen Botschafter in der Türkei, Andrei Karlov, in einer Kunstgallerie in Ankara erschossen hat Ieshia Evans, Krankenschwester und alleinerziehende Mutter, steht bei einer Demo in Baton Rouge ruhig auf der Straße vor der Polizeistation und bietet den Polizisten ihre Hände, um sich Handschellen anlegen zu lassen. Sie protestierte gegen Polizeigewalt gegen Schwarze, nachdem zwei weiße Polizisten kurz davor den fünffachen Vater Alton Sterlin aus nächster Nähe erschossen hatten. Vier Schülerinnen einer Gymnastikschule in Xuzhou, China, trainieren am Nachmittag für 30 Minuten Druck auf die Zehen auszuüben. Kai Oliver Pfaffenbach, Reuters Titel: Rios goldenes Lächeln Der Jamaikaner Usain Bolt schaut sich lächelnd um bei seinem Sieg im Halbfinale der 100 Meter bei der Sommer-Olympiade in Rio de Janeiro, Brasilien, am 14. August 2016. Das Rennen beendete er in 9,86 Sekunden, im Finale holte er Gold. Als erster Sportler errang er damit auf der 100-Meter-Strecke drei Olympiatitel in Folge. Die Polizei vertreibt Demonstranten mit Gummigeschossen von einer Straße, die an der Dakota Access Pipeline verläuft. Fast 10 Monate lang protestierten Indianer des Standing Rock Sioux-Stamms gegen die Pipeline, die ihr Territorium durchkreuzen soll und ihre Wasserreserven bedroht Eine Wasserschildkröte hat sich vor der Küste Teneriffas in einem Fischernetz verfangen. Jedes Jahr sterben durch unbeaufsichtigte Netze viele Exemplare der verletzlichen Tierart Najiba hält ihren zweijähigen Neffen Shabir in einem Spital in Kabul. Der Bub wurde durch einen Bombenangriff verletzt, seine Schwester wurde dabei getötet. Najiba passt auf ihn auf, während seine Mutter am Begräbnis des Mädchens ist. In Afghanistan ist das Leben jetzt gefährlicher als während der Taliban-Herrschaft, die 2001 endete. In der ersten Hälfte des Jahres 2016 starben 1.600 Leute. Kuba im Wandel: Ein Rasiersalon in Old Havana Kuba im Wandel: Mitglieder der "Ejercito Juvenil del Trabajo" warten im Morgengrauen entlang der Straße nach Santiago de Cuba auf den Wagen mit Fidel Castros Sarg Die sechsjährige Jimji schreit "Papa" am offenen Sarg ihres Vaters, kurz vor seinem Begräbnis in Manila, Philippinen. Unbekannte Männer haben Jimboy Bolasa entführt, weniger als eine Stunde später wurde seine Leiche unter eine Brücke geworfen. Am Körper fanden sich Folterspuren und Einschusslöcher. Die Polizei behauptet, er sei ein Drogendealer gewesen. Seine Familie bestreitet das. In Zeiten von Präsident Rodrigo Dutertes Drogenkrieg hat von Ende Juni bis Anfang Oktober 2016 2.000 Todesopfer allein durch die Hände der Polizei gefordert. Weitere 3.500 Morde wurden von Zivilisten verübt. Mutmaßliche Drogendealer und -User werden umgebracht, wo man sie findet. Gerichtsverfahren gibt es keine. Nach einem Luftangriff auf das Dorf Luhanskaya flüchten Zivilisten aus ihren brennenden Häusern Wilderer und Ranger liefern sich ein Katz-und-Maus-Spiel. Der Park liegt an der Grenze von Mozambique und Südafrika. Wenn Nashörner die Grenze überschreiten, haben sie in Mozambique eine durchschnittliche Lebensdauer von 24 Stunden. In Asien bekommt man für ein Nashornhorn mehr als für die gleiche Menge Gold. Ye Ye, eine 16-jährige Pandadame macht es sich im Wolong Nature Reserve gemütlich Die siebenjährige Pandadame Min Min mit ihrem Baby im Bifengxia Pandazucht- und Forschungszentrum in Sichuan. Drei Tage warteten die besorgten Pfleger auf die Geburt des Pandamädchens. Es wurde schließlich angenommen, dass das Baby tot zur Welt kommen wird. Stattdessen erschien mit einem lauten Schrei das größte Pandajunge des Jahres. Es ist Min Mins erstes Junge. Büffel am Wasserloch, Diese Fotos waren nur durch extrem genau Planung möglich. Die Kamera wurde mittels Fernbedienung ausgelöst. Während der Aufnahme waren keinerlei Änderungen mehr möglich Maha, 5, und ihre Familie flohen aus dem Dorf Hawija nahe Mosul im Irak. Es sei die Angst vor dem IS und der Mangel an Nahrung gewesen, die sie zur Flucht gezwungen hätte, erzählt die Mutter. Jetzt liegt Maha auf einer verdreckten Matratze in einem überfüllten Tansitzentrum im Debaga Flüchtlingscamp. "Ich träume nicht und ich habe keine Angst mehr", sagt Maha leise, während ihre Mutter ihr übers Haar streicht. Jockey Nina Carberry wird am Gatter 'The Chair' abgeworfen. Michael Smith vom York Rugby Football Club ist von oben bis unten mit Schlamm beschmiert. Im Semifinale gegen die Nashville Grizzlies ist er im Ballbesitz Anwälte helfen ihren verletzten Kollegen nachdem vor einem Spital eine Bombe hochgegangen war. Anwälte und Journalisten trafen sich, um den Tod des Anwalts Ailal Anwar Kasi zu betrauern. Kasi wurde nur Stunden vorher umgebracht. Bei der Expolsion unter den Trauernden starben siebzig Menschen. Mathieu Willcocks, MOAS Titel: Flucht über das Mittelmeer Die Leiche eines Flüchtlings, der noch eine Rettungsweste trägt, treibt im Mittelmeer. Markus Jokela, Helsingin Sanomat Titel: Table Rock, Nebraska Memorial Day auf dem lutherischen Friedhof bei Table Rock Laurent Van der Stockt Getty Images Reportage für Le Monde Titel: Angriff auf Mosul In Gogjali, einem der östlichen Bezirke von Mosul, durchsuchen Mitglieder irakischer Spezialeinheiten am 2. November 2016 die Häuser nach IS-Kämpfern, Ausrüstung und Spuren. Elena Anosova Titel: Jenseits aller Wege Ein Jäger in einer kleinen Siedlung nahe des Nizhnyaya Tunguska Flusses wäscht sein Gesicht im Schnee, Sibirien, Russland, 18. März 2016 Santi Palacios, The Associated Press Titel: Verlassen Ein elfjähriges Mädchen (links) und ihr zehnjähriger Bruder, deren Mutter in Libyen gestorben ist, auf einem NGO-Rettungsboot im Mittelmeer, 28. Juli 2016, etwa 23 Kilometer nördlich von Sabratha, Libyen. Mit anderen geretteten Flüchtlingen hatten die Kinder mehrere Stunden in einem überfüllten Schlauchboot auf offener See verbracht. Cameron Spencer, Getty Images Titel: Der Sprung ?Flugnummer? von Gaël Monfils (Frankreich) im Achtelfinale gegen Andrei Kusnezow (Russland) bei den Australian Open 2016 in Melbourne, 25. Januar. Monfils verletzte sich an der Hand und musste kurz behandelt werden, spielte aber weiter und gewann das Turnier. Sergey Ponomarev, für The New York Times Titel: Kampf um die Städte im Irak Eine Familie auf der Flucht aus Mossul, im Hintergrund die brennenden Ölfelder von Qayyarah, 60 Kilometer südlich der Stadt, November 2016, Irak

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Foto-Liebhaber aufgepasst, denn ab Freitag, den 15. September kann man im Fotomuseum WestLicht, dem Schauplatz von World Press Photo, wieder die weltbesten Pressefotos bewundern. Die Entscheidung, Burhan Ozbilicis Foto zum World Press Photo des Jahres zu küren, sorgte allerdings für Kontroversen und hitzige Diskussionen. Die Ausstellung läuft noch bis 22. Oktober.

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Imposante Zahlen

Insgesamt wurden im Wettbewerb 45 FotografInnen aus 25 Ländern in 8 Kategorien ausgezeichnet. Beworben hatten sich 5.034 Kandidaten aus 125 Nationen mit über 80.000 Fotografien.


Galerie Westlicht: Schauplatz für fotografische Zeitgeschichte

Im vergangenen Jahr zog das einzigartige Event rund 23.000 BesucherInnen in die Westbahnstraße im siebten Bezirk. Die prämierten Einzelbilder und Fotoserien lassen zeitgeschichtlich das vergangene Jahr Revue passieren und zeigen auf eindringliche Art und Weise Ereignisse aus den Bereichen Politik, Gesellschaft, Sport und Natur.

Harter Toback: Krieg und Konflikte

Zu den dominierenden Themen im Wettbewerb gehören heuer die Konflikte in der islamischen Welt, insbesondere der Krieg in Syrien und der Kampf gegen den IS im Norden Iraks, ebenso wie das Schicksal der Flüchtlinge auf den gefährlichen Transitrouten nach Europa. Zahlreiche Fotografen haben mit ihren Werken etwas Unvergessliches geschaffen und damit Zeitgeschichte dokumentiert.

Eröffnung durch Bundeskanzler Christian Kern

Eröffnet wird die Ausstellung am Tag davor (14.9.) durch Bundeskanzler Christian Kern (18 Uhr). Der Einlass zur Vorbesichtigung startet um 16:30 Uhr. Um 17 Uhr findet zudem ein Pressegspräch mit dem Direktor der WPP-Foundation (Lars Boering), dem WPP-Gewinner des Jahres, Burhan Ozbilici sowie dem WPP Preisträger in der Kategorie Aktuelle Themen, Jonathan Bachmann, statt.

Kontrovers und vieldiskutiert

Mit der Wahl der Aufnahme des türkischen Associated Press Fotografen Burhan Ozbilici zum "World Press Photo des Jahres" traf die Jury heuer eine besonders kontrovers und hitzig diskutierte Entscheidung. Das Bild vom 19. Dezember 2016 zeigt nämlich die Ermordung des russischen Botschafters in der Türkei, Andrey Karlov, durch den 22- jährigen Polizeibeamten Mevlüt Mert Altıntaş bei der Eröffnung einer Fotoausstellung in Ankara. Keine leichte Entscheidung. Und auch nicht für zartbeseitete Menschen geeignet.

Das Foto bringt es auf den Punkt

„Es war eine äußerst schwierige Entscheidung, doch schließlich war die Mehrheit der Auswahlkommission von der Explosivität des Bildes überzeugt“, so Jury-Mitglied Mary F. Calvert. „Es bringt den derzeit verbreiteten Hass auf den Punkt und jedes Mal, wenn das Foto auf unseren Bildschirmen auftauchte, wichen wir unwillkürlich ein Stück zurück, weil es eine solche Sprengkraft besitzt. Wir hatten den Eindruck, dass dieses Bild wirklich verkörpert, worum es beim World Press Photo des Jahres geht“. Mutig! Denn gerade diese realen Schock-Fotos sind es doch, die uns zum Nachdenken anregen. Zwei weitere ausgezeichnete Projekte beschäftigen sich mit dem brutalen Anti-Drogen-Krieg, den der im Juni 2016 angetretene Präsident Rodrigo Duterte auf den Philippinen entfesselt hat. Seit seiner Amtseinführung kamen tausende Menschen ums Leben, tausende ungeklärte Morde geben noch immer Rätsel auf.

Das Buch zur Ausstellung: "WORLD PRESS PHOTO 17":

Das Jahrbuch mit allen preisgekrönten Arbeiten ist nicht nur Ausstellungskatalog, sondern auch ein eigenständiges, spannendes Zeitdokument (24,80 Euro). Am Freitag steht zudem Jonathan Bachman um 18:00 zur Buchsignierung zur Verfügung.

Am 4.10. findet in Kooperation mit Der Standard eine Posiumsdiskussion zum Thema Wahlkampf, Anzeigen, Plakate und politische Kampagnen statt. Fotografie als Kommunikationsbotschafter im Wahlkampf. (Beginn: 19 Uhr).

World Press Photo wird von der Niederländischen Postleitzahl-Lotterie unterstützt und weltweit von Canon gesponsert. Weitere Informationen unter: Word Press Photo

Achtung: Geänderte Öffnungzeiten!

LÄNGERE ÖFFNUNGSZEITEN FÜR WORLD PRESS PHOTO 17:
Täglich von 11–19 Uhr, Donnerstags von 11–21 Uhr.

WestLicht. Schauplatz für Fotografie, Westbahnstraße 40, 1070


World Press Photo
15.09.–22.10.2017
Galerie WestLicht
Mehr Infos

(lam/HH)

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