Falcos Freunde erinnern sich

06. Februar 2018 07:04; Akt: 06.02.2018 07:04 Print

"Keiner hat ihn Falco genannt"

20 Jahre nach Hans Hölzels Tod erinnern sich enge Freunde und die Erben von Falcos Villa öffneten "heute.at" die Türen.

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Falcos Villa in Gars am Kamp im Waldviertel. Davor posiert Falco-Musicaldarsteller Alexander Kerbst Fotocredit: Conny de Beauclair Im Wohnzimmer hängen die Nitsch-Bilder, die von der Wohnung in der Schottenfeldgasse hierher übersiedelt wurden Fotocredit: Conny de Beauclair Falcos Studio erinnert mehr an ein zweites Wohnzimmer Fotocredit: Conny de Beauclair Falcos Mama Maria Hölzel 2006 Fotocredit: Conny de Beauclair Peter Vieweger, ehemaliger Bandkollege von Falco Fotocredit: Conny de Beauclair Falcos Schlafzimmer. Am Sessel daneben liegt sein berühmtes Bühnenkostüm Fotocredit: Conny de Beauclair Der große Garten mit dem Bach haben Falco besonders gefallen. Sie waren ausschlaggebende Argumente für den Kauf der Villa Fotocredit: Conny de Beauclair Bis heute ist Falco der einzige deutschsprachige Musiker, der es an die Spitze der US-Billboard-Charts geschafft hat Fotocredit: Conny de Beauclair Wie damals: Im Badezimmer hat sich nichts verändert. Die Kosmetikprodukte sind noch von Falco persönlich Fotocredit: Conny de Beauclair Bee Gees, Beatles, Springsteen und vor allem David Bowie: In seiner Wohnung in der Schottenfeldgasse hatte Falco ein mannshohes Bowie-Plakat hängen, in der Villa in Gars war er im CD-Regal vertreten Fotocredit: Conny de Beauclair Studio: Als Falco hier mit seinen Freunden aufgeigte, stand plötzlich die Mama im Zimmer: "Hansi, drah leiser, des halt ma ja nicht aus" Fotocredit: Conny de Beauclair Falco war penibel und sauber. Das sieht man auch in seinem begehbaren Schrank Fotocredit: Conny de Beauclair Maria Hölzels Schlafzimmer. Sie wohnte mit Falco zusammen, die Falco Privatstiftung versorgte sie nach den Tod des Sohnes Fotocredit: Conny de Beauclair Alexander Kerbst, der in "Falco - das Musical" in die Rolle des Sängers schlüpft vor Falcos Gitarren und Goldenen Schallplatten Fotocredit: Conny de Beauclair Bei den Konzerten von Drahdiwaberl wurde mit Kunstblut geschüttet und Hendlteilen geworfen. Falco hängte sich eine durchsichtige Plastikfolie um, um sein Bühnenoutfit zu schützen Fotocredit: Conny de Beauclair Im Studio stehen auf einer Kommode Falcos zahlreiche Preise Fotocredit: Conny de Beauclair Kitsch-Idylle in der Küche: Hansi und Maria haben eigene Häferl Fotocredit: Conny de Beauclair Conny de Beauclair mit einer Statue des "Kommissar", die Falco am Treppenabsatz auf dem Weg zu seinem Studio im Keller platzierte Fotocredit: Conny de Beauclair Falco mit Conny de Beauclair, der ihn oft herumkutschierte (Archivfofo) Fotocredit: Conny de Beauclair Horst Bork war 12 Jahre lang Falcos Manager Fotocredit: Conny de Beauclair Falco mit Manager Horst Bork Fotocredit: Teldec Peter Vieweger, ehemaliger Bandkollege von Falco Fotocredit: Conny de Beauclair Bis heute umstritten: Das Ehrengrab hat 20.000 Euro gekostet. Bis heute legen Fans hier Blumen, Kerzen und Andenken ab. Nicht jedem gefällt der Grabstein Fotocredit: Conny de Beauclair Als Maria Hölzel 2014 starb, wurde sie zu Hansi ins Ehrengrab am Zentralfriedhof gelegt Fotocredit: Conny de Beauclair

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Zum 20. Todestag von Falco, oder, wie ihn seine Freunde bis zum Schluss nannten, Hans(i) Hölzel, plauderten sein Manager für 12 Jahre Horst Bork ("Kriegsjahre zählen doppelt"), sein Freund und legendärer U4-Türlsteher Conny de Beauclair, Wolfgang Kosmata von der Falco Privatstiftung und sein ehemaliger Bandkollege Peter Vieweger über Anekdoten, Unfälle und den Menschen hinter der Legende. In Gars am Kamp, wo sich Falco eine Villa zugelegt hatte, öffnete die Falco Privatstiftung sonst gut versperrte Türen (Rundgang in der Fotoshow oben).

"Hans war ein lieber Mensch und ein arrogantes Arschloch"
Conny de Beauclair, bei dem Falco im U4 gern vorbeischaute und der ihn oft herumchauffierte, bringt auf den Punkt, was alle seine Freunde erzählen. Zwischen der öffentlichen Person Falco und dem Privatmenschen lagen Welten. Seinen Künstlernamen benützte privat niemand. Außerdem war er ein "grottenschlechter Autofahrer", wie sich Ex-Bandkollege Peter Vieweger erinnert. Das sollte ihm 1998 in der Dominikanischen Republik auch zum Verhängnis werden.

A Requiem For Falco

Falco wuchs in einer kleinen Wohnung mit Klo und Wasser am Gang in der Ziegelofengasse 37 auf. Seine Mama, mit der er bis zum Ende zusammenlebte, führte im Nebenhaus ein Milchgeschäft. Bis heute erinnert eine Tafel an der Fassade an Falco.

Nr. 1 in den USA, und eine Abfuhr für Madonna
Falco ist bis heute der einzige deutschsprachige Künstler, der es an die Spitze der US-Billboard-Charts geschafft hat. Freuen konnte sich Falco darüber aber nicht. Peter Vieweger traf ihn in ihrem Stammlokal Rumpelkammer am Gürtel als "Rock Me Amadeus Nummer 1 geworden war. "Oida, wieso freust dich nicht? Bist vollkommen geistesgestört?", fragte er ihn. "Das werd' i nie wieder zustande bringen", antwortete Falco deprimiert.

Viele Chancen verbaute sich Falco auch. Ein Duett mit Madonna lehnte er mit den Worten, "Was soll ich denn mit der singen?", ab. Peter Vieweger erinnert sich, dass er auch viele Produzenten abblitzen ließ, wenn er der Meinung war, dass sie nicht das Richtige für ihn wären.

Zu coole Gäste im U4
Im Gegensatz zu Amerika fühlte sich Falco im Wiener U4 wohl. Dort schaute er vorbei, um mit Conny zu plaudern, eine Tasse Kaffee oder Tee zu trinken, und um mit Bardame Isabella, die aussah wie Jerry Hall, zu plaudern. "Er war gern im U4. Die Gäste dort waren zu cool, um ihn anzusprechen", erinnert sich Conny.

"Die Amis ham' kan Schmäh'"
Vor seinem Tod besaß Falco eine Wohnung in der Schottenfeldgasse 7, ein Penthouse in Hietzing und eine Villa in Gars am Kamp. Auch ein Domizil in Pacific Palisades in Los Angeles hätte er bekommen sollen, doch kurz vor der Vertragsunterzeichnung überlegte es sich der Sänger anders. "Die Amis ham' kan Schmäh", soll Falco gesagt haben, bevor er Wien und dem Waldviertel den Vorzug gab.

"Hansi, drah leiser, des halt' ma ja nicht aus"
Seiner Mama hielt Falco bis zum Schluss die Treue. In der Villa in Gars hatte Maria Hölzel ihr eigenes Zimmer, in der Küche erinnern kitschige Kaffeehäferl mit der Aufschrift "Hansi" bzw. "Maria" an das Mutter-Sohn-Gespann (siehe Fotoshow oben). Im Keller des Hauses hatte Falco ein Studio. Eines nachts als er mit Freunden musizierte, stand plötzlich die Mama im Raum. "Hansi, drah leiser, des halt' ma ja nicht aus", rügte sie den Spross, wie sich Wolfgang Kosmata mit einem Lächeln erinnert.

Für Maria Hölzel sorgte Falco vor. Nach seinem Tod wurde die Falco Privatstiftung gegründet. Heute kümmert sich die Stiftung um Nachwuchsförderung (helden-von-heute.at), doch anfangs ging es hauptsächlich darum, die Mutter gut versorgt zu wissen. Es gibt Pläne, die Villa in Gars für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Noch fehlen allerdings zwei der benötigten 6,8 Millionen Euro.

"Grottenschlechter Autofahrer" Falco bretterte in Wiener Hotel
Hans Hölzels Auto wurde am 6.2.1998 in der Dominikanischen Republik von einem Bus gerammt, er war sofort tot. Seine Freunde zuhause waren tief getroffen, doch überrascht waren sie nicht. Peter Vieweger bescheinigte ihm, ein "grottenschlechter Autofahrer" gewesen zu sein. Und Manager Horst Bork erinnert sich, als Falco bei einem Treffen mit seinem Peugeot 206 durch die große Glastür des Renaissance Hotels in Wien bretterte. "Jetzt bin i da", soll er gesagt haben als er ausstieg. Der Schaden machte damals rund 175.000 Schilling aus. Als Falco verunglückte, hatte er 1,5 Promille Alkohol im Blut. Auch große Mengen von Kokain und THC wurden gefunden.

Ehrengrab für Falco und seine Mama
Zum Begräbnis am Wiener Zentralfriedhof kamen 5.000 Menschen. Motorrad-Rocker des Wiener Klubs "Outsider Austria" trugen seinen Sarg. Falco wurde in seinem heißgeliebten, gelb-schwarzen Versace-Hemd bestattet. Hansi Hölzl liegt in einem Ehrengrab, der Grabstein kostete 20.000 Euro und wird von Fans teils gehasst, teils geliebt. Er zeigt ihn in der Pose vom Cover seines 7. Albums "Nachtflug". Mit seiner Mutter ist Falco im Tod vereint. Sie wurde in der gleichen Grabstelle bestattet, ein Stein mit der Aufschrift "Mama" erinnert auch an sie.


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(lam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Konfusius am 06.02.2018 14:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ausbeute - Ein einziger Welthit

    Es Gesicht hatte schon was von einem Falken. Helmut Zilk hat bei der Abschiedsrede gesagt, dass Falco wie ein Sohn für ihn war. Das Lied INTO THE DARK wurde am Zentral uraufgeführt. Der ORF hat es dann lange auf- und abgespielt. Dass bis jetzt so ein Griss um ihn ist, finde ich trotz seines (einzigen) Welthits AMADEUS doch viel zu überzogen. Sicher hat er noch heute sehr viele Fans, die das traurige Jubiläum zum Anlass nehmen, ihn zu ehren - Das verstehe ich. Aber der Fairness Willen hätte Schweden 2012 das 30 Jährige Jubiläum des Auseinandergehens der Popgruppe ABBA begehen können, will ich mich hier etwas provokant ausdrücken.

  • kennt heut jedes kind .... am 05.02.2018 19:12 Report Diesen Beitrag melden

    la le luuu

    ich kann das schon nimmer hören seit seinem Tod! alle tag kommt a anderer der ihm so gut gekannt hat und was er net alles nicht und schon wollen hat... x - bücher von x schreibern gibt's schon.... und übermorgen gibt's wieder eine Neuigkeit.... oder heut noch ... wieso habens dann 2 Jahrzehnte gewartet mit der Idee? und 7 mille euro ist ja wirklich ein bissl arg viel !

  • Dodo2340 am 06.02.2018 09:19 Report Diesen Beitrag melden

    Unfall auch in Mödling

    Und Falco verursachte auch einen Unfall vor der HTL Mödling, als er früh morgens von der Disco Zick-Zack wegfuhr.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Konfusius am 06.02.2018 14:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ausbeute - Ein einziger Welthit

    Es Gesicht hatte schon was von einem Falken. Helmut Zilk hat bei der Abschiedsrede gesagt, dass Falco wie ein Sohn für ihn war. Das Lied INTO THE DARK wurde am Zentral uraufgeführt. Der ORF hat es dann lange auf- und abgespielt. Dass bis jetzt so ein Griss um ihn ist, finde ich trotz seines (einzigen) Welthits AMADEUS doch viel zu überzogen. Sicher hat er noch heute sehr viele Fans, die das traurige Jubiläum zum Anlass nehmen, ihn zu ehren - Das verstehe ich. Aber der Fairness Willen hätte Schweden 2012 das 30 Jährige Jubiläum des Auseinandergehens der Popgruppe ABBA begehen können, will ich mich hier etwas provokant ausdrücken.

  • Miss Marple am 06.02.2018 12:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    No-Go

    Falco war ständig zugedröhnt, und genauso unsympatisch wie der Türlsteher Conny....wichtig gemacht vor U4 und auf cool unterwegs.

  • Peter Meier am 06.02.2018 10:39 Report Diesen Beitrag melden

    vor allem war er drogenabhängiger Kokser

    Na ja nun, vor allem war er drogenabhängiger Kokser, das erklärt manchen Arroganzanfall und die Ausblendung der Realität ganz gut. Und heute ruinieren die Kokser bei Spekulations-Banken unsere Gesellschaft und die Gesellschaft in den Drogenabauländern gleich mit dazu

  • Justin B am 06.02.2018 09:43 Report Diesen Beitrag melden

    unsympatisch bis geht nimmer.....

    Der hat bei Interviews oft gar keinen ordentlichen Satz raus gebracht weil er so zugedröhnt war und so einen hebt man wegen seiner Musik in den Himmel. Ihr habt sie doch nicht alle.....

  • Dodo2340 am 06.02.2018 09:19 Report Diesen Beitrag melden

    Unfall auch in Mödling

    Und Falco verursachte auch einen Unfall vor der HTL Mödling, als er früh morgens von der Disco Zick-Zack wegfuhr.