Tatort: "Die Faust"

13. Januar 2018 15:33; Akt: 13.01.2018 17:38 Print

Das Zwischenmenschliche ist das Um und Auf

von Hillevi Hofmann - Der sympathische Regisseur Christopher Schier im "Heute"-Interview zu seinem zweiten Tatort "Die Faust".

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Mit seinem "Tatort"-Debüt "Wehrlos" erreichte Christopher Schier (46) im vergangenen Frühjahr ein Millionenpublikum. Am Sonntag Abend läuft sein mittlerweile zweiter Tatort ("Die Faust") über Österreichs Bildschirme.

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Und wie immer wenn der Krimi-Meister Regie führt, wird auch dieser Tatort vielversprechend quotenträchtig. Nicht zuletzt wegen der spektakulär zur Schau gestellten Morde, sondern insbesondere Dank des ausgezeichneten Casts (jede Menge frisches Schauspiel-Blut!) und grandiosen atmosphärischen Bildern von Kamera-Gott Thomas Kiennast.

Neben Harald Krassnitzer und Adele Neuhauser brillieren im neuesten ORF-Krimi auch Misel Maticevic, Larissa Fuchs, Faris Rahoma, Erika Mottl, Dominik Maringer, Sebastian Wimmer, Günter Franzmeier, Ernst Konarek, Paul Matic und Publikumsliebling Thomas Stipsits.


HEUTE: Was unterscheidet eigentlich den österreichischen "Tatort" vom Deutschen?


CHRISTOPHER SCHIER: Ganz sicher der Schmäh! Und die Möglichkeit, wie wir ihn erzählen. Das Zwischenmenschliche ist hier das Um und Auf! Es gibt mittlerweile so viele "Tatort"-Teams und Ermittler, ich glaube wir haben hier besonderes Glück mit Harald Krassnitzer und Adele Neuhauser, weil die beiden zwischenmenschlich so gut harmonieren. Sie erwecken die beiden Figuren zum Leben, daher kann man sich auch mit ihnen identifizieren. Und ich glaube, unser (österreichische) "Tatort" hat mehr Pepp!


HEUTE: Wie sähe denn der perfekte Mord aus?


CHRISTOPHER SCHIER: So, dass man nicht weiß, dass es ein Mord ist.


HEUTE: Und was genau macht einen guten "Tatort" aus?


CHRISTOPHER SCHIER: Neben guten Schauspielern un einem tollen Team ganz ohne Zweifel das Buch. Ohne Buch kein Film. Und natürlich die Energie, die beim Drehen entsteht. Denn wenn die Energie im Team gut ist, überträgt sich das auf den ganzen Film. Ich hatte hier das große Glück mit ausgezeichneten Schauspielern arbeiten zu dürfen. Mein höchster Respekt gilt den Schauspielern, die so viel von sich hergeben und es schaffen, eine Figur zum Leben zu erwecken.

Neben Harald Krassnitzer und Adele Neuhauser muss ich aber auch besonders die tolle Arbeit von Larissa Fuchs und Misel Maticevic erwähnen. Larissa hat zuvor noch nicht gedreht und hat uns alle umgehauen. Beide haben sich so schnell und gut ins fixe Ensemble integriert und ihren Rollen Leben eingehaucht. Davor habe ich große Hochachtung. Oft haben Filmemacher im Vorfeld Bedenken, mit jungen und nicht erfahrenen Schauspielern zu drehen. Das kann natürlich auch schief gehen, aber in den meisten Fällen klappt es wunderbar. Und ich finde es wichtig, neue Gesichter vorzustellen, frisches Blut in den Film rein zubringen (wie passend!) und ihnen somit eine Chance zu geben, zu spielen.

Der "Tatort" eignet sich da einfach hervorragend dafür, weil er eben nicht nur in Österreich, sondern auch in Deutschland gerne gesehen wird. Und: Diese jungen Schauspieler sind nicht nur tolle Schauspieler, sondern auch ganz tolle Menschen. Das ganze Team hat so harmonisiert, für mich war es beinahe wie Urlaub mit Freunden (lacht).


HEUTE: Wären Sie nicht Regisseur geworden, was wären Sie jetzt von Beruf?


CHRISTOPHER SCHIER: Mir war immer schon klar, was ich wollte, schon als kleines Kind. Ich wollte immer Geschichten erzählen, in welcher Form auch immer. Mir ging es immer darum, gute Geschichten mit schönen Bildern zu erzählen.


HEUTE: Was macht Ihnen mehr Spaß? Krimi oder Komödie?


CHRISTOPHER SCHIER: (überlegt) Ehrlich gesagt habe ich noch gar keine Komödie gedreht! Es würde mich aber natürlich sehr interessieren. Krimis drehe ich insofern gerne, weil man eine Atmosphäre aufbauen - und mit den Elementen der angst spielen kann. Und dann bin ich ja auch noch sehr Bild-verliebt. Was mit einem gut eingespielten Team in den meisten Fällen zu schönen Ergebnissen führt. Mit Thomas Kiennast (Kamera) verstehe ich mich auch privat sehr gut und dadurch funktioniert einfach auch die Zusammenarbeit perfekt.

Bei der Komödie stellt sich die Frage: Ab wann ist etwas lustig? Aber ich habe fix vor, auch mal Komödie zu drehen.


HEUTE: Verraten Sie uns, ob Bibi Fellner nun die neue Mordkommission leiten wird?


CHRISTOPHER SCHIER: Ich glaube nicht, nein! Denn so müssen sich die Zuseher den "Tatort" wirklich anschauen. Und außerdem liefern die Schauspieler hier alle so tolle Arbeit, wenn sich die Leute den neuen "Tatort" anschauen, wird somit ja auch ihre Leistung gewürdigt. Und es soll ja auch spannend bleiben.


HEUTE: 2018 sollen drei neue "Tatorte" gedreht werden. Werden Sie da auch wieder am Regiestuhl sitzen?

CHRISTOPHER SCHIER: Leider nein, vorerst nicht. Aber das Jahr ist ja noch jung.

HEUTE: Danke Christopher für das Interview und wir wünschen weiterhin viel Erfolg und vor allem viele Zuseher am Sonntag Abend.


Zum Inhalt:

Mehrere Leichen, die öffentlich spektakulär zur Schau gestellt werden und nicht identifiziert werden können, stellen das Austro-Ermittlerduo Moritz Eisner und Bibi Fellner in ihrem 17. gemeinsamen Fall vor ein großes Rätsel. Denn um den Täter zu finden, müssen die beiden zuerst einmal klären, wer eigentlich die Opfer sind. Und die titelgebende tätowierte "Faust" soll dabei als Indiz dienen.


Sendetermin für Tatort "Die Faust" ist am Sonntag, den 14. Jänner um 20.15 Uhr auf ORF 2.


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  • Ernst am 14.01.2018 11:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Christoph Schier

    Guter Mann! Hat auch Cop Stories gemacht

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  • Ernst am 14.01.2018 11:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Christoph Schier

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