Fotograf wurde Zeuge

16. April 2018 17:50; Akt: 16.04.2018 18:03 Print

Habicht rupft Möwe bei lebendigem Leib

Im zürcherischen Neeracherried hat eine Lachmöve eine Viertelstunde lang um ihr Leben gekämpft. Ein Fotograf hielt das Spektakel fest.

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Ein Schweizer Hobbyfotograf hat den Todeskampf einer Möwe auf gestochen scharfen Bildern festgehalten. Ihr Peiniger, ein Habicht, griff aus dem Hinterhalt an.

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"Die Möwe schrie fürchterlich", sagt der Leserreporter. Eine Viertelstunde lang hätten die beiden Vögel gekämpft. "Der Habicht stand auf der Lachmöwe und rupfte sie bei lebendigem Leib."

Am Anfang seien einige Bekassinen und rund hundert Möwen am Gewässer im zürcherischen Neeracherried gewesen. "Plötzlich gab es eine Aufruhr. Die Möwen flogen alle davon." Von einer kleinen Insel kommend hörte der Naturfotograf aus Embrach im Kanton Zürich Schreie. Sofort brachte er sich mit Stativ und Teleobjektiv in Stellung.

Selber ein Raubtier

Die Lachmöve sei einjährig gewesen, sagt der Vogelkenner. "Man erkennt das am helleren Gefieder und am Schnabel." Er glaubt, sie sei einen Moment lang unachtsam gewesen. Anders als etwa der Falke stürzt sich der Habicht nicht aus großer Höhe auf seine Beute hinunter. "Der Habicht kam von einem Baum her und griff aus geringer Höhe seitlich an. Er setzte sich auf die Möwe und stach seine Krallen in sie. Die Möwe hat sich enorm gewehrt."

Das Schauspiel haben neben ihm noch zwei weitere Besucher beobachtet. "Es ist brutal, wenn man so etwas sieht", sagt er. "Man sollte das aber nicht vermenschlichen. So ist eben die Natur. Möwen selbst sind auch Raubtiere. Oft fressen auch sie kleinere Vögel."

Stefan Bachmann, Sprecher von Birdlife, sagt auf Anfrage: "Habichte sind Greifvögel, die darauf spezialisiert sind, andere, meist kleinere Vögel zu jagen. Sie ernähren sich denn auch hauptsächlich von Vögeln." Im Neeracherried, dem größten Flachmoor der Schweiz, lebe eine der wenigen Lachmöwenkolonien. "Dass eine solche Möwe von einem Habicht gefangen und gefressen wird, ist an sich nichts Ungewöhnliches. Normalerweise findet aber kein langer Todeskampf statt." Denn Habichte hätten spitze Krallen, mit denen sie ihre Beute für gewöhnlich rasch töteten.

(oli)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Josef am 16.04.2018 19:18 Report Diesen Beitrag melden

    Sowas ist normal!

    In der Natur gilt das Gesetz vom Fressen und Gefressenwerden. So gesehen ist die Natur vielleicht grausam, aber es ist nichts Ungewöhnliches. Hier vermenschlichte und den Schauspiel unpassende Gefühle entgegenzubringen, zeigt einmal mehr, wie sehr sich der Mensch von der Natur entfernt hat.

  • WolfgangHeute am 16.04.2018 20:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Natur eben

    Im Umfeld der Großstadt Wien kann man beobachten wie Krähen Babyhasen jagen und fressen.

  • Silberstein am 16.04.2018 20:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Freundschaft

    Sofort Lichtermeer Protest in der Innenstadt

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ein Leser am 17.04.2018 14:27 Report Diesen Beitrag melden

    Unerhört!

    Ich hätte der Möwe geholfen! Der dumme Fotograf kann doch nicht einfach zusehen wie ein unschuldiges Lebewesen getötet wird!

  • Illseefonso am 16.04.2018 22:11 Report Diesen Beitrag melden

    leise tickt die Uhr aber beständig

    das Natur Video soll sich die jetzige Regierung gut ansehen,in so eine Situation wird sie durch Ihr eigenes tun früher oder später kommen, das nennt man dann Lebendrupf

  • WolfgangHeute am 16.04.2018 20:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Natur eben

    Im Umfeld der Großstadt Wien kann man beobachten wie Krähen Babyhasen jagen und fressen.

  • Romana am 16.04.2018 20:07 Report Diesen Beitrag melden

    That's the Life.

    Das ist Leben. Das ist Natur. Fressen oder gefressen werden.

  • Silberstein am 16.04.2018 20:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Freundschaft

    Sofort Lichtermeer Protest in der Innenstadt