Forscher außer sich

07. März 2018 15:17; Akt: 07.03.2018 16:23 Print

Tigerpython verschlingt ganzes Hirschkalb

Eingeschleppte Tigerpythons bedrohen das Ökosystem der berühmten Everglades in Florida: Doch in weitaus größerem Maße als Forscher bisher befürchtet haben.

Rekordgröße: Tigerpython frisst Hirschkalb. (Video: Glomex/Bit Projects News)

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Dass Würgeschlangen große Beutetiere verschlingen können, ist hinlänglich bekannt. In Südflorida haben Wissenschaftler des Conservancy of Southwest Florida nun einen erstaunlichen Fall dokumentiert: Ein Tigerpython (Python molurus) würgte ein ganzes Weißwedelhirschkalb (Odocoileus virginianus) hinunter, das mit rund 15 Kilo sogar schwerer war als die Schlange selbst.

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Es handelt sich nach Einschätzung der Wissenschaftler um einen Rekord: Noch nie zuvor sei ein so krasses Raubtier/Beute-Verhältnis beobachtet worden. Ihre Untersuchungsergebnisse wollen die Forscher in der März-Ausgabe des "Herpetological Review" veröffentlichen.

"Dieser Fall ist ein weiteres wichtiges Indiz darauf, welchen negativen Einfluss die eingeschleppten Tigerpythons auf die empfindliche Fauna des Everglades-Ökosystems haben", erklärt Biologe Ian Bartoszek vom Conservancy of Southwest Florida. Diverse Studien sollen zudem zeigen, dass die invasive Reptilienspezies für einen Rückgang von bis zu 90 Prozent der Populationen von kleineren Säugetieren verantwortlich ist.

Tigerpython verschlingt ganzes Hirschkalb

Bartoszek macht sich vor allem Sorgen um die bereits stark gefährdeten Pumas der Everglades. "Stellen Sie sich die möglichen Konsequenzen auf die staatlich geschützten Pumas vor, wenn die Tigerpythons den Bestand der Weißwedelhirsche, die die Hauptnahrungsquelle der Raubkatzen bilden, dezimieren."

Der knapp 3,4 Meter lange Python war bereits am 7. April 2015 durch Wildtierbiologen Collier-Seminole State Park entdeckt worden. Nachdem ereingefangen werden konnte, begann die Schlange ihre halbverdaute Beute herauszuwürgen – das Kalb eines Weißwedelhirsches. Beim Wiegen der beiden Tiere war das Erstaunen groß: Das Huftier war mit seinen 15,88 Kilo schwerer als die 14,29 Kilo schwere Python.

Übrigens: Diese Baby-Otter sind unglaublich süß! Auch sie werden vom Conservancy of Southwest Florida betreut.

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(rcp)

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