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16.09.2009
Dänin sorgt mit YouTube-Video für Aufregung
Genialer Werbegag oder geschmacklose Vergeudung von Steuergeldern? Darüber diskutiert derzeit ganz Dänemark. Auslöser der Debatte: Ein Video des staatlichen Tourismusverbandes, das eine hübsche Blondine auf der Suche nach dem Vater ihres Kindes zeigt.
"Ich weiß nicht woher du kommst, noch erinnere ich mich an deinen Namen, aber wir hatten Sex. Wenn du diese Botschaft siehst, dann melde dich bitte!"
Mehr als eine Million YouTube-Nutzer klickten in den letzten Tagen jenes Video, das die fesche Karen mit ihrem Baby zeigt. Die Dänin sei auf der Suche nach dem Vater ihres Kindes, das bei einem betrunkenen One-Night-Stand vor eineinhalb Jahren in Kopenhagen gezeugt worden sein soll.
Was wie ein charmanter Versuch, den Papa des kleinen August wieder zu finden, daherkommt, flog fünf Tage nach Video-Veröffentlichung als großer Schwindel auf. Die junge Frau ist in Wahrheit kinderlos, heißt Ditte Jörgensen und ist Schauspielerin.
Touristenfalle
Der Clip entsprang den kreativen Köpfen der Werbeagentur Grey, die im Auftrag des staatlichen Tourismusverbandes VisitDenmark handelte.
"Ballermann Niveau"
Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Erboste YouTube-Nutzer fühlten sich von dem vermeintlich herzzerreißenden Clip emotional getäuscht und beschimpften sowohl Jörgensen als auch VisitDenmark. "Werbung für schnellen Sex mit blonden Frauen" und "Ballermann-Niveau" titelte die dänische Presse.
Auch die Wirtschaftsministerin kritisierte die Machart des Videos. Die linke Opposition fand es skandalös, dass eine "widerliche" Kampagne von Steuergeldern finanziert wird.
VisitDenmark fühlt sich missverstanden
Dorte Kiirelich von VisitDenmark hat auf die massiven Beschwerden reagiert und den Clip einstampfen lassen. Sie steht aber nach wie vor zur Idee der Kampagne: "Der Film zeigt Dänemark als freie Gesellschaft, wo Frauen selbstständig sind und ihre eigene Wahl treffen. Das Ziel war, einen positiven Bezug zu Dänemark zu schaffen".
YouTube sei Dank ist der Clip in mehrfacher Ausführung noch online. Auch Parodien machen mittlerweile im Netz die Runde.
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