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24.10.2012

Heiße Endphase beginnt

US-Wahl: "Status Quo" gegen "Wankelmut"

The candidates are seen from behind the screen as U.S. President Obama and Republican presidential nominee Romney meet in the final U.S. presidential debate in Boca Raton

Obama und Romney fahren letzte Geschütze auf (© Reuters )

Einen Tag nach ihrer dritten und letzten TV-Debatte haben sich US-Präsident Barack Obama und sein Herausforderer Mitt Romney in die heiße Endphase des Wahlkampfs gestürzt.

Obamas Weg führte ihn am Dienstag nach Florida und Ohio, zwei von neun entscheidenden Swing-States, wo die Wähler noch unentschlossen sind. Mit seinem Erfolg im TV-Duell im Rücken, griff der Amtsinhaber seinen republikanischen Herausforderer erneut scharf an: "Wir sind es gewohnt, dass Politiker ihre Meinungen nach vier Jahren wechseln. Wir sind es aber nicht gewohnt, dass sie ihren Standpunkt nach vier Tagen wechseln", sagte Obama.

Wankelmut
Damit spielte er offenbar auf Romneys außenpolitische Schwenk von konservativeren zu eher moderaten Standpunkten in der TV-Debatte vom Montag an. Beobachter werteten das als Versuch, unabhängige Wähler auf die Seite des Republikaners zu ziehen.

Allerdings geht Romney damit auch das Risiko ein, einige konservative Wähler vor den Kopf zu stoßen. Und für das Wahlkampfteam von Obama bietet das eine Steilvorlage für wiederholte Vorwürfe, dass Romney Überzeugungskraft und Führungsstärke vermissen lasse.

Laut einer Blitzumfrage des Senders CNN konnte der Präsident die Debatte zum Thema Außenpolitik in Boca Raton (Florida) mit 48 Prozent für sich entscheiden, 40 Prozent sahen Romney vorn. Laut CBS-News siegte Obama noch deutlicher mit 53 Prozent, Romney kam demnach lediglich auf 23 Prozent.

Romney: Obama schuld an Wirtschaftslage
Den republikanischen Herausforderer und seinen Vizepräsidentschaftskandidaten Paul Ryan zog es derweil nach Nevada und Colorado. In einer Rede vor einer großen Menschenmenge in Henderson nahm sich Romney abermals die marode Wirtschaftslage in den USA vor.

Obama wolle in einer zweiten Amtszeit die selbe Politik verfolgen, die bereits vier lange Jahre lang für langsames Wirtschaftswachstum und hohe Arbeitslosigkeit gesorgt habe. "Er ist ein Kandidat des Status quo", sagte Romney über Obama. "Deswegen ist seine Kampagne ins Wanken geraten, während unsere an Auftrieb gewonnen hat."

Kandidaten gleichauf
Laut Meinungsforschern liegen Obama und Romney in der Wählergunst derzeit weiterhin landesweit etwa gleichauf. Obama konnte seinen Sieg im letzten TV-Duell also bisher nicht in bessere Umfrageergebnisse ummünzen: In einer am Dienstag veröffentlichten Reuters/Ipsos-Erhebung blieb der Abstand zwischen Amtsinhaber und seinem Herausforderer praktisch unverändert. Die Zustimmung für Obama kletterte zwar um einen Prozentpunkt auf 57 Prozent, doch das ist aus statistischer Sicht zu vernachlässigen. Romney gewann ebenfalls einen Punkt auf 54 Prozent.

Es werde mehrere Tage dauern, bis sich die TV-Debatte am späten Montagabend vollends in den Umfragen niederschlage, sagte Ipsos-Meinungsforscherin Julia Clark.

Obamas Wahlkampfteam veröffentlichte am Dienstag ein 20-seitiges Heft mit einem Programm "für Amerikas Zukunft". Damit reagierte der Amtsinhaber auf Kritik, er habe bisher keinen konkreten Plan für die kommenden vier Jahre vorgelegt. Die Wahl findet am 6. November statt.

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