Skandal in Spanien

11. Januar 2017 17:56; Akt: 17.01.2017 03:42 Print

"Falsche Eltern" knipsten Pornobilder von Nadia (11)

Ein Elternpaar aus Spanien verprasste jahrelang Spendengelder für seine angeblich kranke Tochter. Jetzt fand die Polizei auch noch Sexfotos des Mädchens auf dem PC des Vaters.

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(Bild: ASOCIACION NADIA NEREA PARA LA TRICOTIODISTROFIA)

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Ein Betrugsskandal hatte Spanien im Dezember schockiert: Die Eltern der elfjährigen Nadia hatten jahrelang ein Luxusleben geführt, während sie den Medien und der Öffentlichkeit erzählten, dass sie Geld für die Behandlung ihrer schwerkranken Tochter benötigten. Nadia leide an sogenannter Trichothiodystrophie, einer seltenen Stoffwechselkrankheit, die zu einer frühzeitigen Zellalterung führt, behaupteten die Eltern.

Jetzt ist im Fall Nadia ein düsteres Kapitel hinzugekommen: Nachdem der Betrug von Fernando Blanco (52) und Marga Garau aus Organyà in Katalonien aufgeflogen war, nahm die Justiz die Eltern des angeblich kranken Mädchens genauer unter die Lupe. Die Polizei entdeckte nun Fotos mit sexuellem Inhalt – pornographische Bilder der elfjährigen Tochter – auf dem Computer des Vaters.

Nadia wohnt bei einer Tante

Wie die Zeitung "El Levante" berichtet, handelt es sich nach Angaben des Untersuchungsrichters um "klare" Hinweise darauf, dass Blanco seine Tochter für Kinderpornos missbraucht hat. Dem Vater werden jetzt zusätzlich zur Veruntreuung von Spendengeldern der Besitz von Kinderpornografie und Exhibitionismus vorgeworfen.

Vor einigen Wochen nahm die Polizei die Eltern fest. Denn statt Therapien für Nadia zu bezahlen, hatten Blanco und Grau rund 600.000 von den insgesamt gespendeten 918.000 Euro benutzt, um Luxusgüter zu kaufen und ein Leben in Saus und Braus zu führen.

Fernando Blanco sitzt immer noch in Untersuchungshaft, Marga Garau wurde gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt. Das Sorgerecht für ihre Tochter wurde den beiden entzogen, das Mädchen lebt zurzeit bei einer Tante auf Mallorca.

Blanco und Garau sollen am kommenden Freitag in Bezug auf das brisante Fotomaterial vernommen werden. Der Richter ordnete außerdem die Untersuchung weiterer Rechner, Festplatten und Speichergeräte der Eltern an.