Schettino ruft Opfer-Familie an

15. August 2012 15:15; Akt: 15.08.2012 15:36 Print

Concordia-Kapitän: "Wusste nicht, was zu tun"

Der Unglückskapitän der "Costa Condordia" hat sich an die Familie eines Opfers der Katastrophe gewandt. Francesco Schettino habe den Bruder eines indischen Crewmitglieds, dessen Leiche nach wie vor nicht gefunden wurde, angerufen, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa.

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(Bild: Reuters)

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Der Unglückskapitän der "Costa Condordia" hat sich an die Familie eines Opfers der Katastrophe gewandt. Francesco Schettino habe den Bruder eines indischen Crewmitglieds, dessen Leiche nach wie vor nicht gefunden wurde, angerufen, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa.

"Wir haben 45 Minuten gesprochen. Es lief gut", sagte der Bruder demnach in der Nachrichtensendung Tg1. Beide hätten über die Unglücksnacht im Jänner gesprochen. "Er hat mir gesagt: "Ich bin nicht der einzige Schuldige", so der Angehörige weiter - und: "Ich habe seinen Schmerz verstanden, er meinen."


Während des Gesprächs hatte Schettino Ansa zufolge auch seine Erlebnisse geschildert. Er habe gesagt: "Ich stand dort auf dem Felsen, sah das Schiff und wusste nicht, was ich zu tun hatte." Dem Kapitän wird unter anderem Havarie und Verlassen des Schiffes noch während der Evakuierung zur Last gelegt.


Touristen-Boom hält an

Das Kreuzfahrtschiff war zu nahe an die Insel Giglio herangefahren, hatte einen Felsen gerammt und war dann mit 4.200 Passagieren und Crew-Mitgliedern an Bord gekentert. 32 Menschen starben. Gegen mehrere Offiziere und Vertreter der Reederei wird ermittelt. Schettino und die Reederei beschuldigten sich gegenseitig, für die folgenschwere Havarie verantwortlich zu sein.


Inzwischen bleibt das werden.