Tests in Dänemark

07. Dezember 2016 20:09; Akt: 14.12.2016 03:42 Print

75 Prozent der "minderjährigen" Flüchtlinge sind erwachsen

Die dänische Einwanderungsbehörde hat 800 Flüchtlinge, die sich als minderjährig ausgaben, medizinisch untersucht. Es stellte sich heraus, dass 600 von ihnen älter als 18 Jahre waren.

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Die Tests wurden von Forensikern der Universität Kopenhagen durchgeführt. Sie überprüften bis Ende November etwa 800 Migranten, die bei der Einreise angegeben haben, noch minderjährig zu sein. So wurden in erster Linie Zähne und Fingerknochen geröntgt, um das Alter der Personen zu bestimmen.

Das Ergebnis: Dreiviertel von ihnen, also rund 600, waren älter als 18 Jahre. Der Sinn, sich als minderjährig auszugeben, besteht darin, dass man so deutlich mehr Beihilfen erhält und eine größere Chance auf Asyl hat.

Eva Singer, Leiterin der dänischen Flüchtlingshilfe gab zu bedenken. dass es in vielen Ländern kein zuverlässiges Meldesystem wie in Dänemark gäbe und viele Menschen selber nicht wüssten, wie alt sie genau seien.

Die Einwanderungsbehörde betonte, dass man existierende Dokumente wie Ausweise oder Geburtsurkunden nicht ignoriere und grundsätzlich ein Jahr Abweichung zwischen den Angaben auf den Einwanderungsformularen und dem niedrigstmöglichen Alter der Tests akzeptiere: "Wenn das Ergebnis [des Tests] zum Beispiel eine Altersspanne von 18 bis 19 Jahren feststellt, und der Asylwerber erklärt, 17 zu sein, dann setzen wir sein Alter mit 17 Jahren fest", sagte Sprecherin Teresa McNair.

In Großbritannien stellte das Innenministerium im Oktober fest, dass von 11.121 minderjährigen Migranten 4.828, also beinahe 45 Prozent, über 18 Jahre alt waren.

 

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