Am Strand von Argentinien

17. Februar 2018 13:02; Akt: 17.02.2018 13:20 Print

Touristen finden 3.000 Jahre alte Skelette

Zwei Brüder haben beim Quadfahren einen besonderen Fund gemacht: Sie entdeckten Knochen von Mitgliedern eines jahrtausendealten Indio-Stammes.

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Diesen Tag werden Adrian und Ricardo Garcia wohl niemals vergessen: Als die Brüder mit dem Quad eine Ausfahrt zum Colombo-Strand in der argentinischen Provinz Chubut machten, entdeckten sie 20 Skelette. Die sterblichen Überreste lagen im Sand und waren teils mit Abfallsäcken bedeckt.

Wie die Zeitung "El País" berichtet, meldeten die Touristen ihren Fund der lokalen Polizei. Die wusste aber offenbar auch nicht weiter und informierte die Behörden und Stiftungen, die für die Verwaltung von Schutzgebieten und indigenen Völkern zuständig sind.

Forscher hatten versucht, die Knochen zu schützen

Sie konnten das Mysterium schließlich aufklären: Die Knochen gehören zu einem Friedhof des Indio-Stammes der Tehuelche und sind über 3.000 Jahre alt. Insgesamt elf Fundstätten gibt es in der Umgebung, die für die Öffentlichkeit gesperrt ist. "Das Fahren abseits von Straßen ist dort ausdrücklich verboten", sagt ein Sprecher der Vida-Silvestre-Stiftung, unter deren Verwaltung das Schutzgebiet steht.

Die sterblichen Überreste wurden schon 2012 entdeckt und untersucht. "Auf ausdrücklichen Wunsch der Eingeborenen sind sie aber nicht wieder eingegraben worden", sagt die Organisation zu "La Prensa". Laut deren Überlieferung sei es wichtig, dass die Knochen an genau diesem Ort ruhen. Forscher hatten sie aber mit Plastiksäcken zu schützen versucht, die sie mit Ästen und Sand bedeckten. Jetzt haben Wind und Regen die Skelette wieder freigelegt und über den Strand verteilt.

"Das hat mich am meisten beunruhigt"

In Argentinien haben Skelettfunde immer für Aufregung gesorgt, wie "El País" weiter schreibt. Das liege an der jüngeren Geschichte des Landes, die von Militärdiktaturen geprägt ist.

Julieta Gómez Otero vom Wissenschaftszentrum der argentinischen Regierung sagte am Mittwoch, sie sei froh, dass es sich nicht um Überreste von verschleppten Personen handle: "Das hat mich am meisten beunruhigt. Leute mit vermissten Verwandten müssen zunächst schockiert gewesen sein."

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(red)

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