"Medizin-Touristen"

12. Mai 2018 15:25; Akt: 12.05.2018 15:25 Print

Arzt will keine Flüchtlinge mehr behandeln

Ein Mediziner aus Bayern hat genug: Seit drei Jahren ist er in einer Asyl-Unterkunft tätig. Nun zieht er endgültig einen Schlussstrich.

Ein Bild aus dem Jahr 2015: Polizisten führen Interviews mit den Flüchtlingen. (Archivbild) (Bild: picturedesk.com)

Ein Bild aus dem Jahr 2015: Polizisten führen Interviews mit den Flüchtlingen. (Archivbild) (Bild: picturedesk.com)

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Die Menschen seien "frech" und würden immer mehr fordern. Das sagt ein Arzt aus Deggendorf (Bayern) gegenüber der Wochenzeitung "Die Zeit".

Die Asylwerber, die er behandle, seien zum großen Teil gar nicht krank. Viel mehr wollen sie einfach Massagen für Muskelkater bekommen, meint der Arzt, der anonym bleiben möchte. Auch sollen manche teure Zahn-OPs fordern. Der Bayer hat extra eine Bezeichnung für diese Patienten erfunden: "Medizin-Touristen".

Schmerzmittel zum Dealen

Sein Verdacht: Ein großer Teil der Flüchtlinge soll gezielt nach Deutschland gereist sein, um gratis behandelt zu werden. Besonders Menschen aus Sierra Leone und Aserbaidschan seien auffällig.

Dankbar wären ebenfalls nur sehr wenige Patienten. Das Arzt meint, dass von 41 Personen nur einer "Danke" sagen würde. Aus diesem Grund nimmt er sie auch als unverschämt wahr.

Ein weiterer Verdacht: Seine Patienten würden Schmerzmittel und Viagra fordern - womöglich um damit zu dealen.

Von Kriegsopfern zu "Medizin-Touristen"

Nun hat der Mediziner aufgegeben! Er möchte nicht weiter in der Asyl-Unterkunft arbeiten. Vor drei Jahren sah die Sache noch ganz anders aus: Bei der Flüchtlingswelle im Jahr 2015 betreute er Asylwerber voller Elan. Damals habe es sich aber auch zum Großteil um Kriegsopfer aus Syrien und dem Irak gehandelt haben. Der Arzt erklärt, dass die Füße "bis aufs Fleisch wund gelaufen" und die "Beine voller Glassplitter" waren.

Damit sei es aber vorbei. Diese Patienten soll es nicht mehr geben. Bis Ende Mai bleibt er noch in der Asyl-Unterkunft. Dann läuft nämlich sein Vertrag aus. Verlängern wird er nicht.

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(slo)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Luna am 12.05.2018 15:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Richtig so

    Wenn man als Österreicher seine E-Card vergisst muss man auch entweder 50 Euro zahlen oder man wird nicht behandelt sehe nicht ein das für diese ungebetenen Gäste alles umsonst ist und sie zum Teil massiv bevorzugt werden als wir Österreicher die mittlerweile in KH und bei den Behörden (Ämtern) Menschen zweiter Klasse sind.

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  • Tamara am 12.05.2018 15:38 Report Diesen Beitrag melden

    Besser wird das sicher nicht

    Nicht nur das Gesundheitssystem bereichern sie sondern auch die Natur und die Gewässer zum Baden sind voll mit Shisha, Grillrauch und jedemenge Restmüll. Sie haben einfach ein sehr schlechtes Benehmen. Unzivilisiertes Verhalten.

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  • sapperlot am 12.05.2018 15:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Enwürdigt zur Hilfe verpflichtet

    Recht hat er vielleicht folgen einige seinem Entschluss. Wenn Arbeit nicht gewürdigt wird kann dies auch keine Freude machen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • olga.chraska@chello.at am 16.05.2018 14:52 Report Diesen Beitrag melden

    Flüchtlingsbehandlung

    Wer glaubt, daß ein Arzt jeden behandeln kann und auch muß, würde ich einmal empfehlen in entsprechenden Ambulanzen zu schauen, was sich Ärzte so gefallen lassen müssen. Kriegen ja bezahlt??? Das sicher, aber nicht die schlechte, auch gefährliche Tätigkeit, denn die kann man nicht bezahlen. Kann man nur mitreden, wenn man die heutigen Patienten kennt. Die Rosa Zeit ist für vieles schon lange vorbei. Existiert in Träumen.

  • Georg P. am 14.05.2018 10:00 Report Diesen Beitrag melden

    Viagra gibt's nicht auf Rezeptgebühr

    Viagra ? Man braucht ein Rezept, aber der Preis ist trotzdem zu zahlen. Gefälschte Viagra gibt's zu hauff überall um einen Euro. Das G'schichterl kann nur erfunden sein.

  • Christa am 13.05.2018 22:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schoen langsam kommt man drauf

    Ja da hat er wohl recht,das geht gar nicht,da fehlen einem die Worte

  • Udo am 13.05.2018 22:19 Report Diesen Beitrag melden

    Arzt gibt auf

    Ich kann den Mann verstehen.Ich habe selbst 2.Jahre in einem Aufnahmelager gearbeited. Ich war dort für die Kotrolle der Essen Ausgabe zuständig Erst wollen sie alles haben und 3Stunden später habe ich des Essen als Müll in der Hofecke gefunden Mfg uditz

  • Fridolin am 13.05.2018 22:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...wen wunderts

    Bei uns wurde sogar ein Arzt von der Ärztekammer mit Berufsverbot belegt, zudem ein Gerichtsurteil, weil er sich weigerte Flüchtlinge in seiner Praxis zu behandeln, gerade wurde ein Arzt in Wien Ottakring von einem Asylberechtigtem niedergeschlagen, in den Krankenhäusern gibt es oft Schlägereien, Securitys müssen eingesetzt werden, wen wundert es dann wenn die Ärzte nicht mehr wollen....?