Ausschreitungen in Chemnitz

31. August 2018 07:39; Akt: 31.08.2018 07:39 Print

5.000 demonstrieren in Berlin gegen rechte Gewalt

Nach den gewalttätigen Ausschreitungen kommt Chemnitz nicht zur Ruhe. Für Samstag sind wieder Proteste geplant.

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Bei der Kundgebung der rechtsextremen Organisation "Pro Chemnitz" hat die Polizei in der sächsischen Stadt am Donnerstagabend mindestens acht Straftaten registriert. Dabei handelte es sich um Verstöße gegen das Versammlungsgesetz und das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, wie die Polizei mitteilte.

Zudem erkannten die Polizisten Teilnehmer wieder, die sich bei der Pro-Chemnitz-Kundgebung am Montag strafbar gemacht hatten. Die Polizei war mit mehr als 1.200 Einsatzkräften aus verschiedenen Bundesländern sowie der Bundespolizei vor Ort. An der Demonstration von Pro Chemnitz nahmen laut Polizei rund 900 Menschen teil.

In mehreren deutschen Städten, darunter Berlin, demonstrierten am Donnerstagabend mehr als 5.000 Menschen gegen Fremdenfeindlichkeit und Gewalt. Das waren deutlich mehr Teilnehmer als erwartet, wie ein Polizeisprecher sagte. Zwischenfälle gab es nicht.

Schweigeminute für Getöteten

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat nach den Krawallen der vergangenen Tage bei einem Besuch in Chemnitz um Vertrauen in die staatliche Ordnung geworben. "Der Grundsatz unseres Zusammenlebens ist Demokratie und Rechtsstaatlichkeit", sagte Kretschmer am Donnerstagabend zum Auftakt eines schon länger geplanten Bürgergesprächs in der Stadt. Die Veranstaltung wurde von einer neuen Kundgebung der rechtsextremen Organisation Pro Chemnitz begleitet.

"Wir werden alles tun, damit dieses Verbrechen aufgeklärt und gesühnt wird", sagte Kretschmer mit Blick auf die Tötung eines 35-jährigen Deutschen am Wochenende, für die zwei Flüchtlinge aus Irak und Syrien verantwortlich gemacht werden. Dies sei jetzt Aufgabe der Justiz und der Gerichte. Er eröffnete das Bürgergespräch mit einer Schweigeminute für den Getöteten.

Justizbeamter hat Haftbefehl veröffentlicht

Wegen der Veröffentlichung des Haftbefehls gegen den Hauptverdächtigen ist ein Justizvollzugsbeamter aus Dresden vom Dienst suspendiert worden. Durchsuchungen und weitere Ermittlungen hätten einen Anfangsverdacht gegen den Mann derart erhärtet, dass ihm "mit sofortiger Wirkung vorläufig die Führung der Dienstgeschäfte verboten", wurde, erklärte das sächsische Justizministerium am Donnerstag.


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(red)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Deutscher am 31.08.2018 08:58 Report Diesen Beitrag melden

    Es würde helfen

    das Vertrauen in Staat und Justiz zu stärken, wenn angefangen wird zu handeln bevor es zu einem Mord kommt. Aber bis dahin ist es der liebe polizeibekannte Junge, der vom Richter die nächste letzte Chance und Bewährung bekommt. Und Vertrauen soll auch dadurch gefestigt werden, dass in Berlin Linksautonome die Senatsjustizverwaltung gestürmt und den Referatsleiter bedroht haben diese Woche (berichtet man kaum, aber suchmaschine hilft)

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  • Auchnemeinung am 31.08.2018 08:27 Report Diesen Beitrag melden

    Es brodelt

    und bald werden die Massen gegeneinander ausgespielt. Vielleicht damit die Regierung, die die Hosen mittlerweile gestrichen voll hat, weiterhin am Leben zu erhalten. Dann halt mir der Macht des "Staates". DDR lässt grüssen.

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  • Hindebrand am 31.08.2018 08:30 Report Diesen Beitrag melden

    sehr viel sehr verlogen

    schön wäre endlich mal eine Bürgerbewegung gegen links und gegen rechts, weil das parteipolitisch Motivierte interessiert niemanden mehr. Was hat der Einsatz dem Steuerzahler gekostet?

Die neuesten Leser-Kommentare

  • miri am 31.08.2018 20:08 Report Diesen Beitrag melden

    strasse

    Weder Politik noch Presse bemerken, das die Chemnitzer für 3 Deutsche mit russischer_ kubanischer Abstammung auf die Strasse gegangen sind.

    • Rorschach am 31.08.2018 21:00 Report Diesen Beitrag melden

      Das haben

      auch die rechten Schläger vom ersten Tag nicht gecheckt als sie auf irgendwelche Unbeteiligten losgegangen sind.

    • Mario am 02.09.2018 18:12 Report Diesen Beitrag melden

      Heißluftgebläse a la Rorschach

      Ein Toter und zwei schwerverletzte sind Fakt.Ihre Behauptung ist einfach eine weitergeplapperte Behauptung die selbst schon von Reportern die vor Ort waren dementiert wurde ... Aber ich habe schon bemerkt, sie sind aus Prinzip auf Seiten der "Guten", ein Teilungs-Hipster ...

    • Korbi am 03.09.2018 12:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @miri

      Nein. Sie gehen gegen Ausländer auf die Straße.

    • Frankenziege am 06.09.2018 08:53 Report Diesen Beitrag melden

      Blau, blau, blau blüht der Enzian !

      @Mario: "Kleckstest" und "Korbi" sind von der "Sozialistischen Jugend" in Wien "erzogen" worden....folglich können sie gar nicht selbstständig denken... ;O)

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  • Auchnemeinung am 31.08.2018 19:47 Report Diesen Beitrag melden

    Versammlungsgesetz

    apropos. Wieviele fremdländische Jungmänner hetzen auf der Kölner Domplatte deutsche Frauen durch die Gegend? Wieviele Anzeigen hab es! Und vor allem wieviele Gerichtsverfahren und Urteile gab es? Aber das ist in der Neuzeit ja etwas ganz anderes.

  • Alex am 31.08.2018 19:42 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso?

    Wieso demonstrieren diese Leute nicht auch gegen Flüchtlinge die längst hätten abgeschoben werden sollen?

    • Korbi am 01.09.2018 03:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Alex

      zum Beispiel welche?

    • Mario am 02.09.2018 18:14 Report Diesen Beitrag melden

      ²Korbi

      Grob geschätzte 90%+ in den letzten Jahren.

    • Korbi am 03.09.2018 12:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mario

      die Quote der positiven Anträge widerspricht ihrer gefühlten Wahrheit

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  • Ida am 31.08.2018 18:01 Report Diesen Beitrag melden

    Rebecca die Helferin

    Für alle Linken: interview mit Rebecca Sommer ehemalige Flüchtlingshelferin lesen . Ausgesprochen interessant!

  • Ida am 31.08.2018 17:34 Report Diesen Beitrag melden

    Normal Bürger im Chaos

    700.000 kamen ohne Ausweise nach DE. Yussuf soll auch mit gefälschten Ausweis sich in De aufhalten. Zahlreiche Straftaten hat er vorher begangen. Auch sollte es schon längst nach Bulgarien zurückgebracht werden, da er dort zuerst den Asylantrag stellte. Den Leuten reicht es. Es gibt Migranten mit 14 Identitäten und also 14 abkassieren .... Dann wundert man sich, der Spass kostet DE bis 22 Millarden im Jahr. Die meisten sind normale Bürger ein paar Irre gibt es leider immer dabei.