Staatsbesuch

28. September 2018 14:36; Akt: 28.09.2018 14:54 Print

Erdogan holt sich eine Abfuhr in Deutschland

Erdogan will Hilfe für seine marode Wirtschaft. Bei Kanzlerin Merkel biss er auf Granit. Vor der Presse kam es zu einem Eklat.

Angela Merkel und Tayyip Erdogan  (Bild: Reuters)

Angela Merkel und Tayyip Erdogan (Bild: Reuters)

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Der türkischen Wirtschaft geht es derzeit ebenso schlecht wie der türkischen Währung – beide zieht es nach unten. Präsident Recep Tayyip Erdogan trat deshalb zum Staatsbesuch in Deutschland an. Sein Ziel: die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit den Deutschen verbessern und um mehr Geld bitten. Erdogan wollte aber nicht nur die Hand aufhalten, er forderte auch gleich noch die Auslieferung von 69 Türken, die vor seinem Regime nach Deutschland geflohen waren.

Die "Terrorliste"

Aufgelistet auf der "Terrorliste“ seien Menschen, die in der Türkei wegen Terrorvorwurfs gesucht werden und in Deutschland wie der Journalist Can Dündar Zuflucht gefunden haben, berichtete die regierungsnahe türkische Zeitung "Yeni Asir“. Die Türkei fordere „dringend“ die Auslieferung der 69 Personen. Die Liste enthalte auch genaue Adressdaten der Betroffenen und Fotos, die die Gesuchten beim Betreten und Verlassen ihrer Häuser zeigten.

Merkel: "Tiefgreifende Differenzen"

Bei der gemeinsamen Pressekonferenz drehte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel den Spieß um. Sie forderte die Freilassung von mindestens acht deutschen Staatsbürgern, die in der Türkei inhaftiert sind. "Ich habe darauf gedrängt und werde das weiter tun, dass diese Fälle zügig gelöst werden können", sagte Merkel. Sie sprach von "tiefgreifenden Differenzen" in Fragen von Rechtsstaatlichkeit und Pressefreiheit.

Erdogan bleibt stur

Erdogan beharrte auf der Auslieferung von Anhängern der Gülen-Bewegung, die er für den Putschversuch 2016 in der Türkei verantwortlich macht. Außerdem würden sich in Deutschland "Tausende Mitglieder der PKK-Terrororganisation" aufhalten. Der türkische Staatschef bestätigte auch das Auslieferungsersuchen gegen Journalist Dündar. Er ist einer der bekanntesten Journalisten der Türkei und lebt seit Sommer 2016 in Deutschland im Exil.

Der Eklat

Während der Pressekonferenz kam es zu einem Eklat. Deutsche Sicherheitsbeamte führten einen Mann vor laufenden Kameras ab. Er hatte ein Leiberl getragen, auf dem die Forderung nach Pressefreiheit stand. Erdogan lächelte nur.


Am Vormittag war Erdogan bereits mit dem deutschen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zusammengetroffen. Die Atmosphäre des Treffens wurde als „ernst“ beschrieben. Wirtschaftshilfe für die Türkei werde es nicht geben, solange Erdogan nicht bereit ist, seinen harschen Kurs gegen kritische Journalisten und Regimegegner aufzugeben, war in Berlin zu hören.

Auch der österreichische Student Max Zirngast sitzt derzeit in einem türkischen Gefängnis. Ihm wird Unterstützung einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen.

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(GP)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sonstwer am 28.09.2018 17:04 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Eklat?

    ... und ich dachte schon, die Kanzlerin hätte sich irgendwie kritisch vor laufenden Kameras geäußert... oder hätte sich in aller Öffentlichkeit über sein Ansinnen, Geld zu wollen mokiert, oder oder Erdogans Auftreten ist eine Zumutung!

  • Ju am 28.09.2018 18:39 Report Diesen Beitrag melden

    Na...

    Wegen Geld betteln kommen und im selben Atemzug die Auslieferung von über 60 Personen? Ja lol ja ne is klar... Und woher diese Daten kommen wäre auch interessant, doch Wölfe in der deutschen Polizei... Hmmmm? Jaja jetzt wird dem Erdowahn das Wasser zum Hals reichen.. Popcorn.. ^^

  • JunkMail am 28.09.2018 19:35 Report Diesen Beitrag melden

    Was wirft der bitte ein?

    Dass sein diktatorisches Gehabe nach hinten los geht, war zu erwarten. Das einzige, was die Türkei hatte, war Tourismus, nachdem sie die schönsten Landschaften zubetoniert hat. Mittlerweile fährt kaum jemand dort hin. Er soll sich an diejenigen wenden, die ihn gewählt haben und unterstützen. Kein Geld aus Europa und auch keine EU-Mitgliedschaft. Es gibt bereits ausreichend marode EU-Staaten, siehe Osterweiterung,

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Psychologe für Größenwahnsinn am 29.09.2018 12:07 Report Diesen Beitrag melden

    Auf Granit gebissen

    hat der Pascha ja schon beim Trump. Nun versucht(e) er es mit der deutlich schwächeren Angela M. nochmal, den selbst geplanten Putsch als Ausrede für den Umbau seines Präsidialsystems zu missbrauchen. Und ist erstmal auch dabei gescheitert ? Nein, denn jetzt hetzt der (seine Helme) erst recht gegen den Westen, allen voran Ö. und D., da die seiner Meinung nach zuerst nachgeben werden müssen, auf. Der gehört vor Gericht in den Haag, da er nicht nur gegen Menschenrechte verstossen hat !

  • Hansi... am 29.09.2018 10:34 Report Diesen Beitrag melden

    ...ist

    ..der Meinung, dass der Obertürke eine schwere Krankheit hat und eine Heerschar an Psychologen benötigt. Am Besten durchgehend bewacht in weich gepolsterten Räumlichkeiten.

  • Auchnemeinung am 29.09.2018 07:16 Report Diesen Beitrag melden

    Offiziell vielleicht

    Wer weiß, was Mutti hinter den Kulissen wieder für tolle Deals verhandelt hat. Schon alleine, dass für diesen Despoten und Demokratievernichter ein Staatsbankett eingerichtet wurde, ist ein Skandal. Und die gestrige Pressekonferenz mit Angela war der noch größere Witz. Wenn der Erfolg von unabhängiger Justiz redet, muss man den Sender wechseln!

  • JunkMail am 28.09.2018 19:35 Report Diesen Beitrag melden

    Was wirft der bitte ein?

    Dass sein diktatorisches Gehabe nach hinten los geht, war zu erwarten. Das einzige, was die Türkei hatte, war Tourismus, nachdem sie die schönsten Landschaften zubetoniert hat. Mittlerweile fährt kaum jemand dort hin. Er soll sich an diejenigen wenden, die ihn gewählt haben und unterstützen. Kein Geld aus Europa und auch keine EU-Mitgliedschaft. Es gibt bereits ausreichend marode EU-Staaten, siehe Osterweiterung,

  • Sandra am 28.09.2018 19:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unverschämt

    Erdogan lässt sich gerade einen 500 Millionen Euro teuren Privatjet bauen. Ein frecher Typ, nun schnorrt er Merkel an.

    • Bert am 29.09.2018 10:47 Report Diesen Beitrag melden

      Hat er schon

      Den Jet hat er schon vom Emir von Qatar als geschenkt bekommen!

    • Vampizza am 29.09.2018 11:49 Report Diesen Beitrag melden

      Airbus bald kommt Boing

      Das ist der doch noch nicht . Der große kommt erst.

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