Harald Blauzahn

16. April 2018 11:11; Akt: 16.04.2018 12:46 Print

Bub (13) findet Schatz von legendärem Wikingerkönig

Auf der Insel Rügen haben Archäologen einen Schatz aus dem 10. Jahrhundert ausgegraben. Er gehörte wohl einem König, den auch heute noch jeder kennt.

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In einem Acker auf der Ostseeinsel Rügen sind die Hobby-Archäologen René Schön und Luca Malaschnitschenko (13) auf einen wertvollen skandinavisch dominierten Silberschatz aus dem späten 10. Jahrhundert gestoßen. Auf einer Fläche von etwa 400 Quadratmetern bargen sie Hals- und Armreife, Perlen, Fibeln, einen Thorshammer, Ringschmuck sowie etwa 600 teilweise zerhackte Münzen, von denen viele Regentschaft des legendären Dänenkönigs Harald Blauzahnzugeordnet werden können. Im Bild: René Schön zeigt nach der Ausgrabung einen kunstvoll geflochtene Silber-Halsring aus dem Silberschatz von Schaprode in die Kamera. Teile des Silberschatzes von Schaprode mit gewendeltem, verschliessbarem Drahtring, Silberperlen mit Granulationsauflage, zerhacktem Silberschmuck, Thorshammeramulett und dänischen sowie ottonischen Münzen liegt auf einem Tisch. Zusammenstellung von sächsischen, ottonischen, dänischen und byzantinischen Münzen, zum Teil wohl als Anhänger genutzt (durchlocht) liegen auf einem Tisch. Die älteste, als Anhänger umgearbeitete Münze des Schatzes - einen Damaskus Dirham - wurde auf das Jahr 714 datiert. Ein Kreuzbrakteate unter Harald Blauzahn (936-984); erster eigenständiger Münztyp Dänbemarks hält eine Archäologe nach der Ausgrabung. Mit einem Silbergewicht von 0,3 Gramm hatten die mit einem christlichen Kreuz versehenen Brakteate nur einen geringen Silberwert. Ein silberner Thorshammer (Amulett in Form des "Mjölnir" genannten Hammers des Gottes Thor) war ebenso Teil des auf Rügen gefundenen Silberschatzes. Vollständiger und zerhackter silberner Ringschmuck und verschiedene Schmuckfragmente als Hacksilber. Blick auf das Fischerdorf Schaprode in dessen Nähe der sagenhafte Schatz gefunden wurde.

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In einem Acker auf der Ostseeinsel Rügen haben Archäologen einen Silberschatz aus dem späten 10. Jahrhundert gefunden. In der Nähe der Ortschaft Schaprode gruben sie am Wochenende verschiedene Schmuckstücke sowie etwa 600 teilweise zerhackte Münzen aus. Mehr als 100 Münzen ordneten sie der Regentschaft des legendären Dänenkönigs Harald Blauzahn (910–987) zu.

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"Dieser Schatz ist der größte Einzelfund von Blauzahn-Münzen im südlichen Ostseeraum und damit von herausragender Bedeutung", sagte der Archäologe und Grabungsleiter Michael Schirren. Er geht davon aus, dass die Wertsachen gezielt versteckt wurden, man müsse den Fund nun aber zunächst genauer untersuchen.

Zufällig von Hobbyarchäologen entdeckt

Entdeckt wurde der Schatz vom Hobbyarchäologen René Schön und dem 13-jährigen Luca Malaschnitschenko. Die beiden suchten die Gegend mit Metalldetektoren ab und stießen dabei zufällig auf den Fund ihres Lebens. Es handelt sich um kunstvoll geflochtene Halsreife, Perlen, Fibeln, einen Thorshammer, zerhackten Ringschmuck und die rund 600 teils zerhackten Münzen.

Die Ausgrabungsfläche auf dem Acker ist etwa 400 Quadratmeter groß. Nur wenige Kilometer entfernt liegt die Insel Hiddensee. Dort wurde in den Jahren 1872 und 1874 der berühmte Hiddenseer Goldschmuck entdeckt, der dem Dänenkönig Blauzahn beziehungsweise seinem engen Umfeld zugeschrieben wird.

Bluetooth-Logo zeigt Initialen des Königs

Der als Wikinger geborene Blauzahn gilt als Begründer des dänischen Reiches, indem er das Land einte, das Christentum einführte und Reformen durchsetzte. Er nutzte dazu die Hilfe der Kirche, war aber auch für seine Kommunikationsfähigkeit und die Zusammenarbeit mit allen skandinavischen Völkern bekannt. Als die Firmen Ericsson und Nokia zusammen mit anderen Unternehmen einen Datenübertragungsstandard entwickelten, wählten sie den Namen als Hommage an den dänischen Wikingerkönig: Bluetooth. Das Runenzeichen zeigt die Initialen H (Hagalaz) und B (Berkano) in Form eines Monogramms.

Die Zusammenarbeit von Harald Blauzahn mit der Kirche führte allerdings zum Konflikt mit seinem Sohn Sven Gabelbart (965–1014), der sich immer noch als Wikinger sah. Zwischen Vater und Sohn kam es 986 zur Ostseeschlacht von Helgenes, welche der Sohn mithilfe der Jomswikinger gewann. Der unterlegene Blauzahn floh ins heutige Grenzgebiet von Deutschland und Polen, wo er ein Jahr später auf der Jomsburg starb. Sein Sohn trat die Nachfolge als König von Dänemark an.

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(anf)

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