Afgane starb in Kabul

11. Juli 2018 14:06; Akt: 11.07.2018 15:17 Print

Einer von Seehofers 69 Abgeschobenen ist tot

Der deutsche Innenminister Horst Seehofer hatte sich über "69 Abschiebungen an seinem 69. Geburtstag" gefreut. Jetzt hat einer dieser Menschen Suizid begangen.

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Am Dienstag scherzte der deutsche Innenminister Horst Seehofer (CSU) darüber, dass zu seinem 69. Geburtstag am 4. Juli 69 Afghanen aus Deutschland abgeschoben worden seien.

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"Das liegt weit über dem, was bisher üblich war", betonte er. Und schmunzelte: "Das war von mir nicht so bestellt."

Einer der Insassen des Fluges wurde inzwischen tot in einer Zwischenunterkunft in Kabul aufgefunden, wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums unter Berufung auf Angaben der afghanischen Behörden am Mittwoch mitteilte. Nach Auskunft der afghanischen Behörden habe es sich um Suizid gehandelt. Der Sprecher bezeichnete den Tod des aus Hamburg abgeschobenen Mannes als "fürchterlichen Vorfall".

Der Menschenrechtsorganisation Pro Asyl zufolge handelt es sich bei dem Afghanen um einen 23-Jährigen, der acht Jahre lang in Deutschland gelebt haben soll. "Durch die Abschiebung in eine perspektivlose Lage und in ein Land, dessen Realität er kaum noch kennt, wurde der junge Mann offenbar in eine Lage getrieben, in der er keinen Ausweg mehr sah", erklärte Pro Asyl.

"Mörderische Schadenfreude"

Linke und Grüne kritisierten Seehofer angesichts der zuvor von ihm geäußerten Zufriedenheit über die Abschiebung scharf. "Die diebische Freude" Seehofers über die Abschiebung von 69 Menschen an seinem 69. Geburtstag entlarve sich angesichts des tragischen Todes "als geradezu mörderische Schadenfreude", erklärte die Linken-Innenexpertin Ulla Jelpke.

"Ein Innenminister, der sich öffentlich darüber freut, dass Menschen in ein Kriegsland zurückgeschickt werden, hat offensichtlich nicht nur ein eklatantes Defizit an Mitmenschlichkeit, sondern auch an Qualifikation für sein Amt", fügte Jelpke hinzu. "Aus meiner Sicht gehört Seehofer entlassen."

Die Grünen-Politikerin Claudia Roth forderte die Bundesregierung auf, Abschiebungen nach Afghanistan auszusetzen. Seehofer müsse zudem einsehen: "Die sprachliche und politische Verrohung, die er und seine CSU tagtäglich mit vorantreiben, muss ein Ende haben."

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(red)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Maria Magdalena am 11.07.2018 16:34 Report Diesen Beitrag melden

    Tragisches Hinhalten

    ...daher rascher Abschieben! 6 Jahre Wartezeit ist ja ein Wahnsinn, inkl damit verbundenen Berufungen, die diese jahrelangen Verzögerungen letztendlich mitverursachen!

  • Ernst Johann am 11.07.2018 18:09 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Wo ist der Beweis, dass ersich wegen der Abschiebung umgebracht hat? Vielleicht war es ja nur Liebeskummer.

  • Geodr am 11.07.2018 19:24 Report Diesen Beitrag melden

    So Ihr Linken!

    Der betroffene 23-Jährige sei rechtskräftig wegen Diebstahls, versuchter gefährlicher Körperverletzung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz verurteilt worden, sagte ein Sprecher der Hamburger Ausländerbehörde. Es hätten noch weitere Strafanzeigen unter anderem wegen Raubes und gefährlicher Körperverletzung gegen den Mann vorgelegen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Uwe Schmitz am 19.07.2018 04:00 Report Diesen Beitrag melden

    Dr.

    Seehofers Kommentar und Reaktion geht gar nicht. Das allerdings nur 28% meine Meinung teilen, beschreibt die Stimmung im Land.Diese aber den Sprüchen der Politiker zuzuordnen ist falsch, unsere (un)gebetenen Gäste haben das auch durch ihr Verhalten zu verantworten.

  • Sven Lehmann am 16.07.2018 22:32 Report Diesen Beitrag melden

    Hier die aktuellen Fakten

    Erschreckende Zahlen: Abschiebequote sinkt (!) immer weiter, anstatt dass sie steigt. 4 % weniger Abschiebungen 50% entziehen sich Ausweisung 200% mehr Abbrüche wegen Widerstand!

  • Ernst Johann am 13.07.2018 09:29 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Das Gejammere ist gross, weil sich ein ohnehin schon straffällig gewordener Afgane etwas angetan hat. Wer aber bedauert die Opfer der Schutzsuchenden? Gibt es in solchen Fällen ebenfalls Rücktrittsforderungen an die Verantwortlichen?

  • Klar ist jeder am 12.07.2018 17:13 Report Diesen Beitrag melden

    Fall tragisch

    Aber wieviele Minderjährige Mädchen sind alleine heuer Opfer von traumatisierten Flüchtlingen geworden? Mit welcher Hähme wurde sogar eine Schweigeminute im Bundestag mit lauten zurufen unterbrochen? Vielleicht kann man sogar von Glück sprechen denn lt führenden Psychologen soll es nicht selten vorkommen das Selbstmörder jemanden "mitnehmen" wollen.

  • ----------- am 12.07.2018 14:09 Report Diesen Beitrag melden

    ----------

    Kriminelle Afgahnen werden nur angeschoben? Jetzt werden mir die vielen freisprüche auch klar.