Polizist schlug Scheibe ein

29. Juni 2015 16:07; Akt: 29.06.2015 16:33 Print

Hund stirbt in Hitzeauto, während Besitzer bei Ikea sind

Herzzerreißendes und schockierendes Video aus Frankreich. Aufnahmen zeigen, wie ein Polizist die Scheibe eines Fahrzeugs einschlägt, das vor einem Ikea-Möbelhaus geparkt ist. Darin wurde der 14 Monate alte Boxer Fidji eingesperrt - und verendete langsam in der Hitze. Kurz nach der Rettung des Tieres starb dieses leider an Dehydrierung und der Hitze.

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Das Video beginnt damit, dass ein Polizist die Seitenscheibe des Wagens einschlägt, Helfer öffnen die Türe und versuchen, den im Kofferraum liegenden, bereits schwer angeschlagenen Hund mit Wasser zu kühlen. Schließlich wird auch noch die Scheibe des Kofferraums eingeschlagen und Fidji aus dem heißen Auto gehoben.

Laut Augenzeugen musste der Hund vier Stunden in dem heißen Auto ausharren, bevor er befreit werden konnte. Die Besitzer des Hundes seien laut Video-Verantwortlichen auf dem Weg von Frankreich nach Spanien zu einer Hochzeit gewesen und hätten einen Shopping-Stopp gemacht. Für Fidji kam die Rettung leider zu spät - trotz einer dreistündigen Notoperation starb der Hund an den Folgen des Martyriums. "Sperrt niemals einen Hund in euer Auto in der Hitze ein!", bitten die Macher, die das Video auf YouTube hochgeladen haben.

Ist das Scheibeneinschlagen strafbar?

Viele Passanten fragen sich indes, ob es strafbar ist, eine Autoscheibe einzuschlagen, um ein Tier zu retten. Die Antwort ist nicht ganz so einfach. primär ist das Einschlagen eine Sachbeschädigung. Der Passant müsse selbst entscheiden, ob es eine "Notstandshandlung" darstellt, also gerechtfertigt ist. Das wäre der Fall, wenn der Hund unmittelbar zu sterben droht und der Fahrzeugbesitzer, die Polizei und Feuerwehr oder andere Helfer nicht rechtzeitig angefordert werden können.

Ob es dann zivilrechtlich zu einem Schadenersatz kommt, muss im Ernstfall ein Gericht entscheiden, dass den Schaden der Gefahr gegenüberstellt, die von einem Nichteingreifen ausgegangen wäre.

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