Flucht vor Wirtschaftskrise

12. Februar 2018 20:55; Akt: 12.02.2018 21:10 Print

"Hungrige Venezolaner fallen an der Grenze um"

Wegen der Wirtschaftskrise migrieren täglich Tausende Venezolaner nach Kolumbien. An der Grenze kommt es oft zu dramatischen Szenen.

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Seit Wochen versuchen täglich Tausende Venezolaner über die Grenze in die Nachbarländer Kolumbien und Brasilien einzureisen. Sie flüchten vor der eskalierenden wirtschaftlichen und politischen Krise in ihrem Land.

Vergangenen Freitag verschärften die kolumbianischen Behörden die Einreisebestimmungen, was am Wochenende zu einem Run auf die Grenzübergänge führte. Bilder zeigen, wie sich Menschen dicht an dicht in einer endlos scheinenden Schlange drängen. Viele, die mit ihrem Hab und Gut unter der prallen Sonne ausharrten, kollabierten.

"Wir sehen viele unterernährte Kinder, aber auch Erwachsene, die ohnmächtig werden, weil sie seit Tagen nichts gegessen haben", sagt Fabiola Ruiz zur "Deutschen Welle". Sie leitet eine Suppenküche in der kolumbianischen Ortschaft Cúcuta.

15 Stunden lang Schlange stehen

Auf der Brücke Simón Bolívar zwischen dem venezolanischen Bundesstaat Táchira und dem kolumbianischen Dörfchen La Parada im Department Norte de Santander überqueren bis zu 37.000 Menschen pro Tag die Grenze. Einige kommen, um sich mit dem Nötigsten zu versorgen – wegen des Devisenmangels und der Hyperinflation kann Venezuela kaum noch Nahrungsmittel, Medikamente oder Dinge des täglichen Bedarfs einführen. Bargeld ist so wertlos, dass daraus sogar schon Taschen geflochten werden.

Andere wiederum planen die Weiterreise: "Ich will nach Ecuador", sagt eine Frau, die nach 15 Stunden in der Schlange den Busterminal erreicht. Zwei Männer wollen nach Peru. Auch die argentinische Regierung meldet, dass sich in den letzten fünf Jahren die Ankunft von venezolanischen Migranten versechsfacht hat.

Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos hatte zuletzt gesagt, die Migration aus Venezuela sei außer Kontrolle geraten. Den humanitären Notstand ausrufen will die Regierung aber nicht. Der Bürgermeister von Cúcuta, César Rojas, kritisiert: "Die Regierung will den Flüchtlingsstatus für Venezolaner nicht anerkennen, damit sich nicht herumspricht, dass wir ihnen hier helfen können. Das können wir den Menschen nicht bieten."

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kritischer Geist am 13.02.2018 08:30 Report Diesen Beitrag melden

    Julia Herr ...

    Julia Herr von den Jungen Sozialisten hat noch vor zwei Jahren behauptet, in Venezuela ginge es den Leuten besser als im kapitalistischen Österreich. Hat Sie jetzt die Größe, zu ihrem Fehler zu stehen? Wahrscheinlich nicht. So wie die anderen Linken, die uns noch vor 30 Jahren erklärt haben, dass es sich in der DDR besser leben lässt als in der BRD, diese Größe auch nicht haben. Sie werfen anderen zwar ständig vor, nichts aus der Geschichte zu lernen, weigern sich aber gleichzeitig aus den katastrophalen Konsequenzen ihrer eigenen Politik ihre Lehren zu ziehen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kritischer Geist am 13.02.2018 08:30 Report Diesen Beitrag melden

    Julia Herr ...

    Julia Herr von den Jungen Sozialisten hat noch vor zwei Jahren behauptet, in Venezuela ginge es den Leuten besser als im kapitalistischen Österreich. Hat Sie jetzt die Größe, zu ihrem Fehler zu stehen? Wahrscheinlich nicht. So wie die anderen Linken, die uns noch vor 30 Jahren erklärt haben, dass es sich in der DDR besser leben lässt als in der BRD, diese Größe auch nicht haben. Sie werfen anderen zwar ständig vor, nichts aus der Geschichte zu lernen, weigern sich aber gleichzeitig aus den katastrophalen Konsequenzen ihrer eigenen Politik ihre Lehren zu ziehen.

    • Heimatland am 13.02.2018 09:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kritischer Geist

      Historisch betrachtet ist das noch bei jedem linken Regime passiert, dass die eigene Bevölkerung zum Teil verhungerte: Sowjetunion zur Zeit Lenins und Stalins, China zur Zeit Maos, jetzt eben das ölreiche Venezuela. Aber auch in diesen Notzeiten fanden diese Diktatoren Geld um Ausländer zu unterstützen, was als sogenannte +internationale Solidarität+ bezeichnet wurde und von Linken und Grünen auch heute noch als Wert hochgehalten wird, zuletzt gestern im Radiointerview von Ingrid Felipe. Liebe Wähler: wollen wir Zustände wie in Venezuela?

    • Kritischer Geist am 13.02.2018 11:23 Report Diesen Beitrag melden

      @Heimatland

      Der Hass auf Wohlhabende bringt aber immer noch Menschen dazu, an die marxistischen Parolen aus dem 19. Jahrhundert zu glauben. Die 100 Millionen Toten, die diese Ideologie verursacht hat, werden da einfach mal schnell unter den Teppich gekehrt. Und da der Großteil der Journalisten aus Linken besteht, verkaufen uns die meisten Medien immer noch den linken Sozialismus immer noch als etwas ganz tolles.

    • Das omen am 14.02.2018 05:54 Report Diesen Beitrag melden

      warum links? jedes regim ist noch....

      grins... eigentlich ist das bei jedem regim bislang passiert. ob links oder rechts... (Das 1000send jährige Reich war wohl das schlimmste auf dem Gebiet) macht da wohl keinen unterschied. man sieht an venezuela griechenland etc.wie schnell es gehen kann das ein land vor die hunde geht. deswegen ist die ausgeglichenheit eines landes ja so wichtig. politiker die ihr handwerk verstehen und keine machtmenschen. zu schnelle politische veränderungen können ein land destabilisieren. wie man sieht.

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