Mehr als 1.500 Gemälde

15. Dezember 2016 11:17; Akt: 20.12.2016 03:42 Print

Kunstmuseum Bern erhält Gurlitt's Sammlung aus Nazi-Zeit

Die umstrittene Bilder-Sammlung von Cornelius Gurlitt, die auch NS-Raubkunst beinhaltet, gehört nach dessen Tod dem Kunstmuseum Bern. Die Cousine des Verstorbenen hatte sein Testament angezweifelt, jetzt jedoch vor Gericht verloren.

 (Bild: Reuters)

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Die umstrittene Bilder-Sammlung von Cornelius Gurlitt, die auch NS-Raubkunst beinhaltet, gehört nach dessen Tod dem Kunstmuseum Bern. Eine Cousine des Verstorbenen hatte sein Testament angezweifelt, jetzt jedoch vor Gericht verloren.
Gurlitt selbst hatte die mehr als 1.500 Gemälde umfassende Sammlung von seinem Vater Hildebrand geerbt, der während der NS-Zeit für das Regime als Kunsthändler tätig war und so auch an eine Reihe von Meisterwerken (Rembrandt, Toulouse-Lautrec, Munch) gekommen war.

Die Bilder wurden in einer Wohnung in München und einem Haus in Salzburg verwahrt; erst vor wenigen Jahren kam deren Existenz überhaupt ans Tageslicht, nachdem Cornelius Gurlitt an der deutsch-schweizerischen Grenze mit 9.000 Euro Bargeld, die er nicht deklariert hatte, erwischt wurde.

Gurlitt verstarb 2014 und vermachte die Sammlung dem Kunstmuseum Bern. Seine Cousine hatte das Testament angefechtet, da sie der Meinung ist, Gurlitt wäre vor seinem Tod nicht mehr in der Verfassung gewesen, ein rechtmäßiges Testament aufzusetzen. Tatsächlich wurde er seit 2013 aus gesundheitlichen Gründen betreut.

Das Oberlandesgericht München wies die Klage ab, da sich eine "Testierunfähigkeit des Herrn Gurlitt zum maßgeblichen Zeitpunkt der Abfassung des Testaments" nicht festellen ließ. Dadurch ist jetzt auch der Weg frei, von den Nazis geraubte Bilder möglichen rechtmäßigen Erben zurückzugeben.