Schweizer schlagen Alarm

28. Januar 2018 14:12; Akt: 29.01.2018 12:50 Print

Tödliche Lungenkrankheit breitet sich aus

Ein Schweizer Experte schlägt angesichts der Ausbreitung von Legionellen Alarm: "Wir haben die Lage nicht mehr im Griff."

Ansteckung etwa im Schwimmbad möglich (Bild: iStock)

Ansteckung etwa im Schwimmbad möglich (Bild: iStock)

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Sie lauern in Duschen, in Schwimmbädern, in Luftbefeuchtern – und verursachen schwere Lungenentzündungen: Legionellen. Seit einigen Jahren breiten sich die gefährlichen Legionellen-Bakterien in Europa und auch Österreich aus.

+++ Alle Antworten: So gefährlich und tödlich sind Legionellen wirklich +++

In der Schweiz ließ jetzt Daniel Koch, Leiter der Abteilung für übertragbare Krankheiten beim Bundesamt für Gesundheit (BAG), aufhorchen: "Wir haben die Lage nicht mehr im Griff", wie "Blick" den Experten zitiert. 2017 registrierten die Schweizer knapp 500 Fälle der tödlichen Legionärskrankheit – 35 Prozent mehr als 2016.

Schweizer gründeten "Taskforce"
Koch warnt: "Wir haben es mit einer gefährlichen, potenziell tödlichen Krankheit zu tun." Die fast 500 Betroffenen aus dem Jahr 2017 seien nur die Spitze des Eisbergs, man gehe von einer hohen Dunkelziffer aus. "Uns werden nur Fälle mit schwerem Verlauf gemeldet. Dann, wenn die Leute im Spital landen." Im Kampf gegen die Bakte­rien hat die Schweiz nun eine Taskforce gebildet. So dürfen künftig ernannte Chemiker Sanierungen oder Duschverbote in Hotels und öffentlichen Bädern durchsetzen. Flächendeckende Kontrollen von Privathäusern dagegen dürften nur schwer realisierbar sein.

Legionellen mehren sich in stehendem, warmem Wasser. Der Bevölkerung rät Koch, das Wasser in Boilern auf über 60 Grad zu erhitzen und die Leitungen regelmäßig gut durchzuspülen.

Die Infektion beginnt mit Husten, Durchfall und Fieber. Später kann es zu schweren Lungen- und Rippenfellentzündungen kommen. Besonders gefährdet sind Ältere, Raucher und Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Trotz Antibiotika-Behandlung sterben fünf bis zehn Prozent der Erkrankten.

Übertragung von Mensch zu Mensch kaum möglich
Die Bakterien werden über zerstäubtes Wasser eingeatmet. Infektionsquellen sind häufig Klimaanlagen, Duschen, Whirlpools oder andere Warmwasser­einrichtungen. Wird das Wasser auf mindestens 60° C erhitzt, sterben die Legionellen binnen kürzester Zeit ab. In kaltem Wasser vermehren sie sich kaum. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist wahrscheinlich nicht möglich. Die Krankheit tritt vorwiegend im Spätsommer und Herbst auf. Sie betrifft meistens Personen über 50 Jahre, wobei Männer etwa dreimal so oft betroffen sind wie Frauen.

+++ Mehr Informationen zu Legionellen +++

++ Info-Broschüre der AGES Österreich ++

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • WolfgangHeute am 28.01.2018 15:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hausgemacht

    Zu meiner Zeit war die Temperaturführung in der Badewasseraufbereitung unserer Anlage im Ausgangsboiler noch auf 65 Grad Celsius justiert und wurde regelmäßig kontrolliert. Da jetzt alles smart, effizient, energiesparend, und nachhaltig zu sein hat, gibt es große Möglichkeiten für Legionellen.

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  • Andy am 28.01.2018 18:34 Report Diesen Beitrag melden

    60Grad

    Dann wird noch 2 Wochen in den Urlaub gefahren und im Einfamilienhaus schön alles abgedreht und wenn man nach 2 Wochen wieder heim kommt nicht mindestens das Wasser 10 min. Laufen gelassen..also wie ein anderer Poster bereits gesagt hat Legionellen vermehren sich unter 60Grad und sehr gerne in alten rostigen Rohr Systemen auch in Leitungen die nicht oft benutzt werden so genannten dead ends.

  • john am 28.01.2018 15:26 Report Diesen Beitrag melden

    keine Angst

    Seit ich einen Ozongenerator 10Gramm/h im Haushalt habe ist binnen 20 Minuten alles Keimfrei.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • hueher am 29.01.2018 14:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Regulierungswut aus Brüssel

    Die EU mit Brüssel, Dein Freund und Mörder........alles muss unbedingt reguliert werden, bei mir aber nicht, ich benutze meinen alten Staubsauger oder Mixer und auch meinen sehr heissen Wasserkocher........aber leider habe ich das besch*** Fernwärme-Heisswasser ! Für Heizung ok, aber zum Duschen.....na ja, muss mal die Themperatur messen??

    • Alfred E. Neumann am 30.01.2018 06:40 Report Diesen Beitrag melden

      Spezialist

      Au man, Spezialist! Es kommt ja nicht das Fernwärmewasser heraus. Schon mal was von Wärmetauscher gehört?

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  • DaOideKarl am 29.01.2018 14:08 Report Diesen Beitrag melden

    Die EU wollte doch . . .

    . . . die Höchsttemperatur in Warmwasserleitungen auf 50°C beschränken! Da sieht man wieder was aus dieser "Sondermülldeponie für unbrauchbare Politiker" für Ideen kommen. Jedem der ein wenig Ahnung von der Materie hat, dem steigen die Grausbirnen auf!

  • Paul Stanley am 29.01.2018 08:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Leben ist schwer

    Lauter Panik macher! Ins Spital darfst du Dich auch nicht mehr legen da sind alle mit Keimen infiziert. einen Apfel oder ähnliches darf ich auch nicht essen denn das ist auch alles infiziert mit Gift. der Mensch ist sein größter Feind darauf kannst du Gift nehmen

  • Isabella Rauscher am 29.01.2018 00:09 Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Ich bin jetzt gerade auf diesen Beitrag gestoßen und als Erstes gingen mir die Bistros bzw. Speisewägen der Europäischen Zuge durch den Kopf. Veraltete bzw. rostige Wassertanks - warmes aber kein heisses Wasser. Fahre selbst viel mit dem Zug - auch öfters in die Schweiz. Bitte also um Information für einige von uns auf diesem Gebiet nicht so versierten "Zuggäste" Danke

  • DerHeuteLeser am 28.01.2018 19:37 Report Diesen Beitrag melden

    Danke...

    Die Fotowahl gefällt mir besonders gut.