Petition gestartet

13. September 2017 13:35; Akt: 13.09.2017 13:40 Print

"Mohrenköpfe": Streit um "rassistische" Süßigkeit

Vollmundig fordert das Schweizer "Komitee gegen rassistische Süßigkeiten" vom Hersteller eine Namensänderung, der seit 1946 verkauften "Mohrenköpfe" ein.

Die Ursache der Debatte: Die Bezeichnung

Die Ursache der Debatte: Die Bezeichnung "Mohrenköpfe" sei rassistisch. (Bild: picturedesk.com)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Firma Dubler aus der Schweizer Gemeinde Waltenschwil im Kanton Aargau produziert ihre Süßigkeiten seit 1946 unter dem Namen "Mohrenköpfe" und verkauft diese, den österreichischen "Schwedenbomben" sehr ähnliche Delikatesse, auf ihrer Website Mohrenkopf.com.

Umfrage
"Mohrenköpfe": Eine rassistische Süßspeise?

Dies geht dem "Komitee gegen rassistische Süssigkeiten" auf Change.org zu weit, denn der Name "Mohrenkopf" sei "eine herabwürdigende Bezeichnung für den Kopf einer dunkelhäutigen Person". Diese Wortschöpfung sei ein Überbleibsel aus der Zeit der Kolonialisierung und "ganz eindeutig von Beginn weg eine rassistische Bezeichnung" gewesen.

Deshalb hat Franziska Schutzbach, Gender-Forscherin an der Universität Basel, laut der "Neuen Zürcher Zeitung" eine Petition unterstützt, die mittlerweile von über 500 Personen mitunterschrieben wurde. Auf Facebook argumentiert sie: "Wenn wir nicht bereit sind, Sprache zu dekolonisieren, werden auch weiterhin Geflüchtete ertrinken."

In der Petition wird die Firma Dubler aufgefordert, ihre Mohrenköpfe umzubenennen. Laut dem Komitee "gibt es keinen Grund, ein Stück Patisserie mit einem rassistischen Namen zu bezeichnen".

Der Hersteller nimmt auf seiner Website zu der Kontroverse um den Namen "Mohrenkopf" wie folgt Stellung: "Zu diesem Thema existieren diverse Meinungen und Gerüchte."

"Paradebeispiel für Überempfindlichkeit"

Dem "NZZ"-Autor geht die Diskussion über das Verbot des Wortes "Mohrenkopf" zu weit. So diene die Petition als weiteres Paradebeispiel für die Überempfindlichkeit der heutigen Gesellschaft. Bezüglich dem Wunsch nach einer Entkolonialisierung der Sprache schreibt die Zeitung: "Der sprachliche Ausdruck bedarf des Verstands des Einzelnen, nicht des Verbots von Wörtern."

Es sei daher bedenklich, dass der Begriff "rassistisch" vom Komitee inflationär verwendet und so abgewertet werde. "Wenn gar Süßspeisen 'rassistisch' sein können, dann ist jeder und jede, dann ist alles und nichts 'rassistisch'". Das sei kein Fortschritt im Kampf gegen Rassismus, sondern ein Rückschritt.

(dk)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Silvia K. am 13.09.2017 14:26 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn schon, denn schon

    Lang wird's dann nicht mehr dauern, bis dass auch die Schweden wegen Diskriminierung aufschreien und wir die Schwedenbomben umbenennen müssen. - Sarkasmus Ende - Was müssen wir wegen solch überkandidelten "Guties" noch umbenennen: Jagdwurst, Römerschinken, Esterhazyschnitte, Sachertorte, Malakofftorte, Mohr im Hemd, usw. usw. Mal ehrlich: Auf den Schlips getreten könnte sich bald jeder fühlen. Am besten lassen wir auch Bezeichnungen wie Kühles Blondes weg, weil das stört sicher die Blondinen. Ich halte diese Dummheit nicht mehr aus. Es gibt Wichtigeres auf der Welt!

  • Toni am 13.09.2017 13:47 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht kaufen und gusch

    Was soll der Blödsinn ? Wenns jemand stört soll er es nicht kaufen !!!

  • Erik am 13.09.2017 14:14 Report Diesen Beitrag melden

    Namen

    Dann müssten viele Namen geändert werden die seit Jahrzehnten so betitelt werden. Die meisten Anstösse sind aus der EU erwachsen!!Danke!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Statistiker am 14.09.2017 23:53 Report Diesen Beitrag melden

    Mag.

    Es wundert mich eigentlich nur, dass wir noch "Führer"-Schein sagen dürfen. Kommt wohl als nächstes dran.

  • myopinion am 14.09.2017 14:47 Report Diesen Beitrag melden

    Namen beibehalten

    Seit den 70ern heißt diese Produkt so. Warum stören sich jetzt plötzlich einige überempfindliche Zeitgenossen daran? Kann da nichts an Rassismus erkennen, ist nur eine Süßspeise.

  • TantePolly am 14.09.2017 11:44 Report Diesen Beitrag melden

    Schritt für Schritt zum Gessler-Hut.

    Die Propagandamatrix errichtet immer mehr Tabus und schreibt uns zunächst nur vor, was wir alles nicht sagen oder schreiben dürfen. Im nächsten großen Schritt wird uns dann vorgeschrieben welche Lobpreisungen wir regelmäßig verkünden müssen um uns nicht strafbar zu machen.

    • Thomas 1 am 14.09.2017 13:10 Report Diesen Beitrag melden

      Gesinnungsterror

      Solche Zeiten waren schon, als man vom Nachbar denunziert wurde weil man sich einen ausländischen Radiosender angehört hat. PS:an poster Thomas keine eigenen Namen Ideen ? OK das original ist jetzt Thomas1

    einklappen einklappen
  • meinsenf am 14.09.2017 11:32 Report Diesen Beitrag melden

    Sinn - Unsinn

    Ein köstlicher Aufreger - im wahrsten Sinne des Wortes. Jetzt gönne ich mir eine Schwedenbombe, die sind eine Wucht!

    • WA am 15.09.2017 09:07 Report Diesen Beitrag melden

      Bombe

      Aber auch bedenklich (Wort Bombe), erzählen sie niemand laut davon, sonst ist die Cobra am Weg !

    einklappen einklappen
  • Censorship am 14.09.2017 11:31 Report Diesen Beitrag melden

    Nur noch peinlich...

    Mohr ist eigentlich eine ältere, durchaus schätzende Bezeichnung für Schwarzafrikaner. Es wird langsam unerträglich, wie selbsternannte Sittenwächter, Moralisten sich die Freiheit nehmen zu bestimmen, welche Wörter die Allgemeinheit verwenden darf. Selbst hat man aber zumeist eine gewaltige antidemokratische Ausdrucksweise. Auch wenn es nicht gern gehört wird, aber wenn diese Leute Rassismus erleben wollen, sollen sie nach Afrika fliegen und sich anhören, welche Bezeichnungen dort Europäer bekommen, welche Vorurteile dort herrschen...

>