Weil die christlichen Lieder nicht mit ihrem Glauben vereinbar seien, soll sich eine junge Muslimin an ihrer Schule aufgeregt haben. Der Direktor widerspricht.
In wenigen Tagen ist Weihnachten und die Schüler eines Gymnasiums in Lüneburg (Deutschland) freuen sich schon wahnsinnig auf ihre Feier. Doch die findet heuer anderes als geplant statt.
Wie in den letzten Jahren so üblich, hätte die Weihnachtsfeier nämlich wieder während der Unterrichtszeit über die Bühne gehen soll.
Beschwerde bei Direktion
Allerdings passte das einer jungen Muslimin gar nicht und sie beschwerte sich bei der Direktion. Der Grund: Die christlichen Lieder und Gedichte würden nicht mit ihrem Glauben vereinbar seien, berichtet der NDR.
Laut dem Beitrag hätte die Schülerin bereits im Vorjahr die Beschwerde eingereicht. Und da die Schule niemanden benachteiligen oder kränken möchte, hätte man sich dazu entschlossen, dass die Weihnachtsfeier nun abseits des Unterrichts stattfindet.
Schule will niemanden zwingen
Die Feier ist nun komplett freiwillig und findet an einem Nachmittag statt.
Während viele Schüler, Lehrer und Eltern dafür Verständnis zeigen, stößt dem AfD-Politiker Alexander Gauland die Entscheidung sauer auf.
So sei das Vorgehen der Schule regelrecht "unerträglich" und eine "freiwillige Unterwerfung gegenüber dem Islam". Die Nachricht über die verschobene Feier macht im Netz gerade die Runden und löst eine hitzige Debatte aus.
"Welle von Hassmails"
Neben vielen positiven Kommentaren erreichen die Schule selbst viele negative Reaktionen. "Seit die lokalen Medien erstmals vor zwei Wochen darüber berichtet haben, stehen unsere Telefone nicht mehr still. Wir werden von einer Welle von Hassmails und wütenden Leserbriefen regelrecht zugeschüttet. Darunter befinden sich auch massive Drohungen gegen Schulleitung und Elternrat", zitiert der Focus ein Mitglied im Elternrat.
Schulleiter dementiert Vorfall
Mittlerweile hat sich auch der Schulleiter Friedrich Suhr zu dem Vorfall geäußert. Er dementiert die Medienberichte und erklärt, dass sich die Schülerin in einem verpflichtenden Fachunterricht beschwert hätte, "als eine Lehrkraft das Singen von Weihnachtsliedern ansetzen wollte".
Der Direktor hätte daraufhin um eine "sensible Handhabung im Pflichtunterricht" gebeten, zitiert die "Welt" Suhr. Eine Feier würde in diesem Jahr wegen eines Personalwechsels im Kollegium ausfallen. "Hier liegt keine grundsätzliche Entscheidung über eine Abschaffung vor", so der Direktor zur "Welt".
Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Lage bis spätestens Weihnachten wieder beruhigt hat. Immerhin ist es das "Fest der Liebe und des Friedens". (wil)