Rechtsterrorismus

12. September 2017 11:46; Akt: 12.09.2017 11:47 Print

NSU-Prozess: Lebenslange Haft für Zschäpe gefordert

Der Prozess läuft bereits seit vier Jahren: Jetzt hat die Bundesanwaltschaft ihre Forderungen bekannt gegeben.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Im NSU-Prozess gegen mutmaßliche Rechtsterroristen in Deutschland fordern die Kläger für die Hauptangeklagte Beate Zschäpe eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen zehnfachen Mordes. Das sagte Bundesanwalt Herbert Diemer am Dienstag vor dem Oberlandesgericht München.

Für jeden einzelnen Mord sei diese Strafe fällig, sagte Diemer in seinem Plädoyer. Es wurde erwartet, dass er anschließend auf die weiteren Verbrechen und die Frage einer möglichen anschließenden Sicherungsverwahrung zu sprechen kommt.

"Ein Drittel eines verschworenen Triumvirats"

Die Anklage wirft Zschäpe Mittäterschaft an allen Verbrechen des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) vor: den neun Morden an türkisch- und griechischstämmigen Gewerbetreibenden, dem Mord an einer deutschen Polizistin, zwei Bombenschlägen in Köln mit zum Teil Dutzenden Verletzten sowie zahlreichen Raubüberfällen.

Zschäpe habe mit ihren Komplizen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt die fanatische nationalsozialistische Gesinnung geteilt und daran mitgewirkt, Zuwanderer durch willkürliche Morde in Angst und Schrecken zu versetzen, hatte die Bundesanwaltschaft in ihrem Plädoyer argumentiert. Dabei habe sie Willen zur "Tatherrschaft" gezeigt und habe "ein Drittel eines verschworenen Triumvirats" gebildet.

Urteil in einigen Monaten

Das Plädoyer der Anklage hatte schon vor der Sommerpause begonnen, nach mehr als vier Jahren Prozessdauer. Ebenfalls angeklagt sind vier mutmaßliche Helfer und Unterstützer der Terrorgruppe.

Nach der Bundesanwaltschaft sind in den kommenden Wochen die Nebenkläger mit ihren Plädoyers an der Reihe, anschließend die Verteidigung. Mit einem Urteil in dem Mammutprozess wird in einigen Monaten gerechnet.

(woz)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • zisch09 am 12.09.2017 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Theater

    Der ganze Prozess, die Länge des Verfahrens, die Vorverurteilungen, fast alles ist hier ein Theater und ein Witz.

  • Peter Lüdin am 13.09.2017 16:30 Report Diesen Beitrag melden

    Gericht

    Dass B. Zschäpe einer radikalen, menschenverachtenden Ideologie anhängt, aus der heraus die Morde letztendlich begangen worden sind, ist unbestritten. Wer B. Zschäpe dafür den Rest ihres Lebens weggesperrt sehen möchte, dem ist zum Vergleich einmal folgender Beitrag vom Deutschlandfunk zu empfehlen, in dem über die Resozialisierung von Jihadisten nachgedacht wird. (deutschlandfunk-deutsche-extremisten-zweite-chance-fuer-dschihadisten)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter Lüdin am 13.09.2017 16:30 Report Diesen Beitrag melden

    Gericht

    Dass B. Zschäpe einer radikalen, menschenverachtenden Ideologie anhängt, aus der heraus die Morde letztendlich begangen worden sind, ist unbestritten. Wer B. Zschäpe dafür den Rest ihres Lebens weggesperrt sehen möchte, dem ist zum Vergleich einmal folgender Beitrag vom Deutschlandfunk zu empfehlen, in dem über die Resozialisierung von Jihadisten nachgedacht wird. (deutschlandfunk-deutsche-extremisten-zweite-chance-fuer-dschihadisten)

  • zisch09 am 12.09.2017 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Theater

    Der ganze Prozess, die Länge des Verfahrens, die Vorverurteilungen, fast alles ist hier ein Theater und ein Witz.

>