Präsidentenkandidat fordert

21. April 2017 12:15; Akt: 21.04.2017 13:59 Print

Nach Paris-Attentat: "Polizisten entwaffnen"

von Jörg Michner - Nach dem Anschlag in Paris mit einem toten und zwei verletzten Polizisten erklärte Philippe Poutou, dass die Beamten besser unbewaffnet gewesen wären.

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(Bild: epa/Martin Bureau)

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Nach dem Anschlag auf Polizisten am Champs Elysée ließ der Kandidat der Linksaußen-Partei NPA (Nouveau Parti anticapitaliste - Neue antikapitalistische Partei) mit einer skurrilen Aussage im Fernsehen aufhorchen: "Wenn die Polizisten nicht bewaffnet gewesen wären, dann hätten die Typen sie vielleicht nicht anvisiert."

Poutou hat bereits in der Vergangenheit gefordert, die Polizei zu entwaffnen. Doch am Morgen nach dem gezielten Anschlag auf Polizisten klingt dies wie blanker Hohn. Selbst die Moderatorin konnte seine Aussage kaum glauben, wie im Video zu sehen ist.

Wenig verwunderlich, dass Pouton kaum Chancen auf die Präsidentschaft hat in einem Land, das seit Jahren von islamischem Terror gegeißelt wird.

Die Favoriten unter den Kandidaten Marine Le Pen, Francois Fillon und Emmanuel Macron sagten Wahlkampfauftritte ab und äußerten sich in Pressekonferenzen, in denen sie ihre Positionen bekräftigten.

Macron als Beschützer
Macron erklärte, "die wichtigste Aufgabe des Präsidenten der Republik ist es, die Franzosen zu beschützen. Ich bin bereit. Ich werde unerbittlich darin sein, Euch zu beschützen."

Der 39-Jährige unabhängige Kandidat versprach, dass das die Sicherheit der Bevölkerung das Ziel seiner geplanten diplomatischen und militärischen Maßnahmen seien. Gleichzeitig monierte er die "Schwächung des Inlandsgeheimdienstes", was ein wiederkehrendes Motiv seines Wahlprogrammes ist.

Fillon will mehr Polizei
Auch Fillon der konservativen Republikaner, die in der Vergangenheit die Präsidenten Jacques Chirac und Nicolas Sarkozy gestellt hatten, thematisierte verständlicherweise die Sicherheit. Man müsse "unseren Feinden zeigen, dass Frankreich geeint ist und keine Angst hat." Der Kampf gegen den Terrorismus müsse "die Priorität der nächsten 5 Jahre sein", meinte er in Anspielung auf die Amtsperiode eines Präsidenten.

Er wünscht sich "10.000 zusätzliche Polizisten im Dienste der Sicherheit Frankreichs" und forderte eine Beibehaltung des Ausnahmezustands sowie der Grenzkontrollen.

Le Pen will wieder Grenzen
Marine Le Pen der rechten Front Nationale verlangte einmal mehr, dass wieder "Grenzen innerhalb des Schengen-Raums" errichtet werden und alle "Gefährder" ausgewiesen werden.

"Ein weiteres Mal sind Polizisten das Ziel gewesen. Unsere Polizisten werden angegriffen, weil sie Symbole des Staats sind," so Le Pen. Auch sie rief alle Franzosen zur Einheit auf.

Die wichtigsten Kandidaten im Überblick
- Emmanuel Macron: Unabhängig, früher Sozialist. Will Parlament verkleinern. Seine Ehefrau ist 24 Jahre älter als er.
- Marine Le Pen: Extreme Rechte, will raus aus EU ("Frexit"), Euro und Schengenraum.
- François Fillon: Bürgerlicher Rechter, will 500.000 Beamte entlassen.
- Benoît Hamon: Gemäßigter Linker, will bedingungsloses Grundeinkommen von 750 Euro.
- Jean-Luc Mélenchon: Radikaler Linker, Rente mit 60, drei Millionen Jobs durch Öko-Wende.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Milan am 21.04.2017 13:57 Report Diesen Beitrag melden

    AbindieAnstalt

    Der gehört in Klappsmühle eingewiesen ! Das man so einen ahnungslosen interviewt verstehe ich nicht! Solche Leute wie der sind schuld das die Terroristen in Europa sind.

  • WolfgangHeute am 21.04.2017 14:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verstörend .

    Manche Aussage der Linkslinken Europas wirkt auf mich, wie wenn sie den eigenen Staat nicht wollen.

  • fuhrinat am 21.04.2017 15:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Attentat

    Polizisten tragen doch Uniform also werden die gleich erkannt und dann sollen sie keine Waffen tragen? Aber abgesehen davon muss Frankreich das Land sicherer machen und hart durchgreifen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter L am 21.04.2017 21:58 Report Diesen Beitrag melden

    Ein...

    Teil der Strategie des Daesh (IS) ist erklärtermassen, dass er jeden, der sich irgendwie dazu berufen fühlen mag, dazu aufruft, in seinem Namen Anschläge im Westen zu verüben. Ein direkter Kontakt zwischen dem Täter und der eigentlichen Organisation ist dabei gar nicht nötig, damit der Täter vom Daesh als Teil ihrer Bewegung anerkannt wird. Daher wird es kein typisches Tatmuster des Daesh geben, das es erlauben würde, die Zugehörigkeit eines Anschlags zum Daesh zweifelsfrei auszuschliessen.

  • Kuma am 21.04.2017 16:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    spinnt der????

    ok alle Polizisten geben die waffe ab ! und als nächstes bekommen sie jacken mit Zielscheiben drauf!! hätten die Polizisten keine waffe gebe viel mehr tote sei es Polizisten oder Zivilisten. also genaues Gegenteil!

  • aron am 21.04.2017 16:39 Report Diesen Beitrag melden

    Klappsmühle

    Ab in die Klappsmühle...

  • Augustin am 21.04.2017 15:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr gut

    Und als Ersatz bekommt dann jeder Polizist einen Zauberstab... Typen wie der sind Schuld am Untergang Europas!!!

  • fuhrinat am 21.04.2017 15:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Attentat

    Polizisten tragen doch Uniform also werden die gleich erkannt und dann sollen sie keine Waffen tragen? Aber abgesehen davon muss Frankreich das Land sicherer machen und hart durchgreifen

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