UNO-Kulturorganisation

12. Oktober 2017 21:50; Akt: 12.10.2017 21:51 Print

Nach den USA verlässt auch Israel die Unesco

Die Unesco vertrete in zunehmendem Maße anti-israelische Positionen. So begründet die USA ihren Austritt aus der UNO-Kulturorganisation. Jetzt zieht Israel nach.

US-Präsident Donald Trump und der israelische Premier Minister Benjamin Netanjahu beim brüderlichen Handschlag im Mai 2017. (Bild: Reuters)

US-Präsident Donald Trump und der israelische Premier Minister Benjamin Netanjahu beim brüderlichen Handschlag im Mai 2017. (Bild: Reuters)

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Die USA und Israel ziehen sich aus der UNO-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Unesco, zurück. Beide Länder werfen der Unesco eine israelfeindliche Haltung vor. Das Außenministerium in Washington begründete den Schritt am Donnerstag unter anderem damit, dass die Unesco eine "grundlegende Reform" brauche und zunehmend anti-israelische Positionen vertrete.

Der Schritt sei der Regierung nicht leicht gefallen, erklärte Sprecherin Heather Nauert. Man störe sich aber an der israelfeindlichen Haltung der Unesco und an Zahlungsrückständen innerhalb der Organisation. Der Austritt soll nach ihren Angaben am 31. Dezember 2018 wirksam werden. Die USA wollten danach jedoch einen Beobachterstatus behalten.

Die Unesco-Generaldirektorin Irina Bokowa sei formell über die Entscheidung der US-Regierung unterrichtet worden. Bokowa bezeichnete den Schritt in einer ersten Reaktion als bedauerlich. Der Austritt sei für "die Familie der Vereinten Nationen" und für den Multilateralismus ein Verlust.

"Absurdes Theater"

Wenig später kündigte auch Israel seinen Austritt aus der Unesco an. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu habe das Außenministerium angewiesen, den Austritt Israels an der Seite der USA vorzubereiten, hieß es in einer am Donnerstag in Jerusalem veröffentlichten Erklärung von Netanjahus Büro. Der Regierungschef begrüsste demnach die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, die Unesco zu verlassen.

"Dies ist eine mutige und moralische Entscheidung, weil die Unesco ein absurdes Theater geworden ist und weil sie, anstatt Geschichte zu bewahren, diese verzerrt", hieß es in der Erklärung.

Schatten des Nahostkonflikts

Die Arbeit der Unesco stand in den vergangenen Jahren immer wieder im Schatten von Streit vor dem Hintergrund des Nahostkonflikts. Nach der Aufnahme Palästinas in die Organisation hatten die USA 2011 ihre Zahlungen an die Unesco gestoppt - dabei wären sie eigentlich der größte Beitragszahler. Im Sommer sorgte die Entscheidung, die Altstadt von Hebron zum palästinensischen Weltkulturerbe zu erklären, für Empörung in Israel.

Die Unesco vor allem für die Listen des Weltkulturerbes bekannt. Doch die Organisation mit 2.100 Mitarbeitern und einem dreistelligen Millionen-Etat ist in vielen weiteren Feldern aktiv - von Bildung über Biosphärenreservate bis Gleichberechtigung. Ihr Auftrag ist es, das wechselseitige Verständnis zwischen den Nationen zu fördern.

1984 waren die USA schon einmal aus der Organisation ausgetreten. Als Gründe gaben sie damals die anti-westliche Politisierung und ein ineffizientes Management an. Erst 2003 kehrten die USA zurück.

(mch)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andreas Pospischil am 13.10.2017 08:09 Report Diesen Beitrag melden

    Aus allen Kriege zurück ziehen

    Es wäre besser die USA würden alle Kriegsschauplätzen der Welt verlassen. Für den Rest der Welt wäre es ein unschätzbarer Segen und für sie selbst ist das Einsparungspotential ungleich höher .

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  • G.C. am 13.10.2017 06:49 Report Diesen Beitrag melden

    Da diese Beiden ohnehin nichts

    mit Kultur zu tun haben, - Trump - 70 Jahre kein Frieden, brauchen wir sie nicht in der UNESCO !

  • Max Mustermann am 13.10.2017 11:02 Report Diesen Beitrag melden

    Die UNESCO wird es verkraften

    USrael ist also aus der UNESCO raus. Haben beide mitgeholfen, Länder gemeinsam zu zerstören. Für mich ist das die schlimmste Allianz, die es auf unserem Planeten gibt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Max Mustermann am 13.10.2017 11:02 Report Diesen Beitrag melden

    Die UNESCO wird es verkraften

    USrael ist also aus der UNESCO raus. Haben beide mitgeholfen, Länder gemeinsam zu zerstören. Für mich ist das die schlimmste Allianz, die es auf unserem Planeten gibt.

    • Kritischer Geist am 13.10.2017 11:57 Report Diesen Beitrag melden

      @Max Mustermann

      Erzählen Sie doch mal. Welche Länder wurden denn durch Israel zerstört? Vielleicht erzählen Sie uns auch, welche Probleme sie mit dem einzigen demokratischen Rechtsstaat im Nahen Osten haben.

    • Max Mustermann am 13.10.2017 12:38 Report Diesen Beitrag melden

      Politische Zusammenhänge verstehen

      @Kritischer Geist. Eine politische Allianz nicht zu mögen hat nichts mit "Problemen" zu tun, eher mit Geschichte und Erfahrung. Ich würde vorschlagen, Sie recherchieren, warum der Irak durch die USA angegriffen wurde, und auch, weshalb der Iran schon seit Jahren im Visier ist. Daß das Land eventuell Atomwaffen herstellen kann, ist für mich kein Motiv. Die haben die beiden genannten "Rechtsstaaten" ja leider auch. Die wahren Hintergründe gehen viel tiefer. Wie gesagt: Viel Nachdenken, lesen und Zusammenhänge verstehen lernen.

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  • Andreas Pospischil am 13.10.2017 08:09 Report Diesen Beitrag melden

    Aus allen Kriege zurück ziehen

    Es wäre besser die USA würden alle Kriegsschauplätzen der Welt verlassen. Für den Rest der Welt wäre es ein unschätzbarer Segen und für sie selbst ist das Einsparungspotential ungleich höher .

    • Kritischer Geist am 13.10.2017 08:41 Report Diesen Beitrag melden

      @Andreas Pospischil

      Und wenn die USA das macht, wird man ihnen vorwerfen, sie würden ihre Verantwortung nicht wahrnehmen. Können Sie sich noch erinnern als beim Arabischen Frühling die USA aufgefordert wurde, die Flugverbotszone in Libyen zu sichern und sich anfangs weigerte. Oder als sich die USA noch nicht in Syrien eingemischt hat. Damals warf man GENAU DAS den Amerikanern vor. Sie können sich verhalten wie sie wollen. Antiamerikanische Links- und Rechtsextreme und Muslime haben in den USA einen gefälligen Sündenbock gefunden. Oder glauben Sie wirklich, die islamische Welt wäre ohne die USA friedlicher?

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  • G.C. am 13.10.2017 06:49 Report Diesen Beitrag melden

    Da diese Beiden ohnehin nichts

    mit Kultur zu tun haben, - Trump - 70 Jahre kein Frieden, brauchen wir sie nicht in der UNESCO !