Dialogbereitschaft

03. Januar 2018 12:27; Akt: 03.01.2018 12:47 Print

Nordkorea will Hotline zu Südkorea einrichten

Seit 2013 ist ein wichtiger militärischer Kommunikationskanal zwischen Nord- und Südkorea getrennt. Nun soll er wieder aufgebaut werden.

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Südkorea hat auf die gezeigte Dialogbereitschaft Kim Jong-uns bei dessen Neujahrsansprache reagiert. Bereits am 9. Jänner soll ein Treffen hochrangiger Politiker der beiden verfeindeten Länder folgen. Offiziell geht es um die Teilnahme Nordkoreas an den olympischen Spielen, doch wird dies vielerorts als erster Schritt in einem möglichen Friedensprozess gewertet. In seiner alljährlichen Neujahrsansprache lobte Kim Jong-un sein Raketenprogramm. Einen Angriff der USA hält er für ausgeschlossen. Versöhnliche Töne richtete er an Südkorea. Ende November 2017 testete das nordkoreanische Militär erstmals erfolgreich eine Interkontinentalrakete, die nach Expertenangaben das gesamte US-amerikanische Festland und Europa erreichen könnte. Aufgrund der anhaltenden Konflikte um das Atom- und Raketenprogramm des Landes haben die EU-Außenminister Mitte Oktober 2017 in Luxemburg eine Verschärfung der Sanktionen gegen Nordkorea fixiert. Kim Jong-uns Regime drohte unterdessen mit einem Atomkrieg. Noch Ende September wurde die Bevölkerung Nordkoreas in Pjöngjang bei einer Massenkundgebung auf einen Krieg gegen die USA eingeschworen. Mehr als 100.000 Menschen hatten sich auf dem Kim-Il-sung-Platz der Hauptstadt "in dem vollen Geist versammelt, die Feinde auszulöschen", so die Staatsmedien. Unbeirrt von internationalem Druck befahl Diktator Kim Jong-un Anfang September 2017 einen unterirdischen Atomtest und zündete die bislang stärkste Nuklearwaffe Nordkoreas. Das Regime ließ über seinen Staatssender verkünden, "erfolgreich" eine Wasserstoffbombe getestet zu haben. Im Bild: Ein oberirdischer US-Atomwaffentest während der "Operation Redwing" im Jahr 1956. Die Erschütterung der am 3. September 2017 getesteten Wasserstoffbombe waren sogar bis nach Österreich zu spüren. Im Bild: Die seismographische Aufzeichnung der HTL Hollabrunn (NÖ).

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Süd- und Nordkorea nähern sich langsam an. Pjöngjang will direkt mit Seoul kommunizieren und öffnet dazu wieder eine wichtige Kommunikationsleitung.

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Im Zuge seiner Annäherung an Südkorea will Nordkorea einen grenzüberschreitenden Kommunikationskanal wieder öffnen. Die Kommunikationsleitung im Grenzort Panmunjom soll am Mittwoch wiederhergestellt werden. Das habe der staatliche Rundfunk in Nordkorea angekündigt, teilte das Vereinigungsministerium im südkoreanischen Seoul am Mittwoch mit. Die beiden Länder hatten infolge zunehmender Spannungen seit 2016 nicht mehr über die Telefonleitung miteinander geredet, sagte eine Sprecherin des Ministeriums.

Hintergrund der Ankündigung ist ein Gesprächsangebot des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un vom Montag. Südkorea hatte daraufhin am Dienstag vorgeschlagen, in der nächsten Woche ein Treffen auf hoher Ebene in Panmunjom abzuhalten. Es soll dabei um eine Teilnahme Nordkoreas an den Olympischen Spielen im südkoreanischen Pyeongchang im Februar und die Verbesserung der innerkoreanischen Beziehungen gehen.

Entsendung einer Delegation zum Ziel

Nach Berichten südkoreanischer Medien wurde die Radioankündigung vom Leiter der für innerkoreanische Angelegenheiten zuständigen Behörde in Nordkorea, Ri Song Gwon, gemacht. "Aufgrund der Entscheidung der Führung werden wir auf ernsthafte und glaubhafte Weise den Kontakt mit Südkorea aufnehmen", wurde Ri zitiert. Ziel sei es, über die "potenzielle Entsendung einer Delegation" nach Pyeongchang zu diskutieren. Ob Nordkorea auch den Vorschlag Südkoreas für ein Treffen annehmen will, war zunächst unklar.

Kim Jong-un hatte in seiner Neujahrsansprache angeboten, eine Delegation zu den Olympischen Spielen in der grenznahen südkoreanischen Provinz Gangwon zu schicken. Die beiden Länder könnten sich dazu sofort treffen, schlug er vor.

Südkorea begrüßt Angebot

Das Angebot an Südkorea verband der Diktator jedoch mit neuen Drohungen in Richtung der USA. Pjöngjang wirft Washington eine feindselige Politik vor. Die gesamten USA seien in Reichweite der nordkoreanischen Atomwaffen, betonte Kim. Der "Atomwaffenknopf" sei stets auf seinem Schreibtisch.

Südkorea begrüßte dennoch Kims Gesprächsangebot. Südkoreas Präsident Moon Jae In wies das Außenministerium aber an, sich eng mit den Alliierten Südkoreas und der internationalen Gemeinschaft darüber abzustimmen, wie die Verbesserung des innerkoreanischen Verhältnisses und eine Beilegung des Streits um das nordkoreanische Atomprogramm "zur gleichen Zeit" behandelt werden könnten.

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