Eskalation im Nahen Osten

06. Dezember 2017 10:55; Akt: 06.12.2017 12:39 Print

Auf Trumps Jerusalem-Plan folgen "drei Tage Zorn"

Donald Trump kündigte an, die US-Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen. Damit könnte er Unruhen provozieren, Warnungen kommen aus aller Welt.

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Die Lage im Nahen Osten ist bereits seit längerem angespannt. Nun droht die Situation komplett aus den Fugen zu geraten: Palästinenser sehen in der Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem eine "Kriegserklärung". Die Entscheidung ist für Manuel Hassassian, den palästinischen Gesandten in Großbritannien, ein "Todeskuss".

Die Reaktion blieb nicht aus: Sofort nach der Verkündung von Trump wurden "drei Tagen des Zorns" ausgerufen. Und: Plakate und Bilder des US-Präsidenten wurden öffentlich verbrannt.

Wahlversprechen

Grund für die angespannte Lage ist der sechs-Tage-Krieg aus dem Jahr 1967: Israel annektierte einen arabisch geprägten Ortsteil in Jerusalem und beansprucht seitdem die ganze Stadt als Hauptstadt. International wird dies jedoch nicht anerkannt.

Trump sorgte dann im Wahlkampf für großes Aufsehen, als er versprach: "Wir werden die US-Botschaft in die ewige Hauptstadt des jüdischen Volkes, Jerusalem, verlegen." Dieses Wahlversprechen will er nun einlösen.

Papst mahnt an Anerkennung der Menschenrechte

Der Plan wird international nicht positiv aufgenommen: So zeigt sich beispielsweise der britische Außenminister Boris Johnson besorgt über die Verlegung der Botschaft.

Auch die Türkei warnt nun vor einem interreligiösen Konflikt und betont, dass die Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem "rechtswidrig" wäre. Papst Franziskus mahnt die Anerkennung der Menschenrechte aller im Heiligen Land an. Es brauche einen Dialog.

Neben der Türkei haben mit Deutschland und Frankreich weitere Nato-Verbündete Trump eindringlich davor gewarnt, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen. Erdogan hatte in Ankara erklärt: "Herr Trump, Jerusalem ist die rote Linie der Muslime". Auch Saudi-Arabien, das sich als Schutzmacht aller Muslime weltweit sieht, äußerte sich "ernsthaft und tief besorgt". So warnte König Salman ibn Abd al-Aziz Trump in einem Telefongespräch vor einem solchen Schritt, den Muslime in aller Welt als Provokation empfinden würden.

Verlegung erst in ein paar Jahren

Der deutsche Aussenminister Sigmar Gabriel befürchtet eine "sehr gefährliche Entwicklung", sollten die USA Jerusalem anerkennen. "Eine ganze Reihe von Mitgliedstaaten haben ihrer Sorge Ausdruck verliehen, und das gilt auch für uns, dass die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels nicht einen Konflikt beruhigt, sondern eher ihn noch einmal anheizt", sagte Gabriel nach einem EU-Treffen mit US-Außenminister Rex Tillerson in Brüssel.

In der Europäischen Union bleiben viele überzeugt, eine Zwei-Staaten-Lösung müsse das Ziel bleiben. Ähnlich äußerte sich der französische Präsident Emmanuel Macron.

Unterdessen erklärte man im Weißen Haus, dass eine Verlegung aus "logistischen Gründen" womöglich Jahre in Anspruch nehmen wird.


(slo)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tobi am 06.12.2017 11:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alle Jahre wieder.....

    Ja.ja. Weihnachten kommt und damit wieder Krieg im Nahen Osten.

  • Rick Grimes am 06.12.2017 13:15 Report Diesen Beitrag melden

    Viel Lärm um nichts

    Russland hat das gleiche getan bereits im April diesen Jahres. Und da wurde kein Fass aufgemacht. Die Muslime und die deutschsprachige Presse sind die einzigen die etwas eskalieren lassen.

  • Zillerthaler Burkinijäger am 06.12.2017 17:08 Report Diesen Beitrag melden

    Nägel mit Köpfen

    Trump ist ein Macher. Klar, dass unsere Politiker im Westen, mit Ausnahme unserer neuen Regierung, das nicht nachvollziehen können. Haben sie doch andere Herrchen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Zillerthaler Burkinijäger am 06.12.2017 17:08 Report Diesen Beitrag melden

    Nägel mit Köpfen

    Trump ist ein Macher. Klar, dass unsere Politiker im Westen, mit Ausnahme unserer neuen Regierung, das nicht nachvollziehen können. Haben sie doch andere Herrchen.

    • Max Mustermann am 06.12.2017 18:02 Report Diesen Beitrag melden

      @Zillerthaler Burkinijäger

      Na, aber die "Herrchen" von Hrn. Trump akzeptiert hier halt keiner. Und das ist gut so.

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  • Rick Grimes am 06.12.2017 13:15 Report Diesen Beitrag melden

    Viel Lärm um nichts

    Russland hat das gleiche getan bereits im April diesen Jahres. Und da wurde kein Fass aufgemacht. Die Muslime und die deutschsprachige Presse sind die einzigen die etwas eskalieren lassen.

  • Sonjave am 06.12.2017 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    Rücksichtsloser Trump!

    Es ist doch wirklich ungeheuerlich, wie dieser Trump Spaß daran hat überall Unruhe zu stiften! Sowas an Rücksichtslosigkeit ist schon nicht mehr zu überbieten. Jeder weiß, wie heikel diese Situation in Jerusalem ist, ein Pulverfass, das jederzeit explodieren kann. Aber Trump kümmert sich darum nicht. Und ausgerechnet zu Weihnachten, wo es viele Touristen in das nahegelegene Betlehem zieht, kommt er damit daher und setzt möglicherweise neue Keime für Terroranschläge.

    • Fritz Trözter am 06.12.2017 13:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sonjave

      Wenn ein gewählter Präsident nach immerhin 22 Jahren ein existierendes Gesetz des gewählten Kongress umsetzt sehe ich darin nichts falsches. Eher ist die Frage warum dies nicht früher der Fall war.

    • Zillerthaler Burkinijäger am 06.12.2017 17:22 Report Diesen Beitrag melden

      Duckmäuser

      Natürlich, sie haben ja vollkommen Recht. Duckmäusertum ist immer die beste aller Möglichkeiten. Nur niemanden provozieren.

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  • Tobi am 06.12.2017 11:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alle Jahre wieder.....

    Ja.ja. Weihnachten kommt und damit wieder Krieg im Nahen Osten.