Kritik von Papst Franziskus

07. Dezember 2017 20:20; Akt: 07.12.2017 20:42 Print

Das Vaterunser hat einen Übersetzungsfehler

Wir beten seit Jahrhunderten falsch, denn offenbar enthält das bekannteste Gebet der Christen einen Übersetzungsfehler. Das sagt kein Geringerer als der Papst.

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Das Vaterunser ist das am meisten verbreitete Gebet der Christen. Laut Neuem Testament geht das Gebet auf Jesus selbst zurück, der es seine Jünger gelehrt haben soll. Es gibt zwei Versionen, die von Lukas und jene von Matthäus, und verschiedene Fassungen.

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Was macht für Sie mehr Sinn: "Und führe uns nicht in Versuchung" oder "Und lass uns nicht in Versuchung geraten"?

Der Satz "Et ne nos inducas in tentationem", "Und führe uns nicht in Versuchung", ist ihnen allen gemein. Ausgerechnet Papst Franziskus hat diesen Satz in seiner übersetzten Bedeutung kritisiert. Dies sei "keine gute Übersetzung", sagte er laut der Nachrichtenagentur Kathpress in einem Interview des italienischen Senders TV2000.

"Lass uns nicht in Versuchung geraten"

Er gab damit französischen Bischöfen recht. Diese hatten beschlossen, dass es in katholischen Gottesdiensten in Frankreich seit dem ersten Adventsonntag statt dessen heißt "Lass uns nicht in Versuchung geraten".

Wie der Papst jetzt ausführte, sei es nicht Gott, der den Menschen in Versuchung stürze, um zu sehen, wie er falle. "Ein Vater tut so etwas nicht; ein Vater hilft sofort wieder aufzustehen. Wer dich in Versuchung führt, ist Satan", sagte der Papst.

Im Zusammenhang mit der französischen Initiative hatten auch Theologen im deutschen Sprachraum eine Anpassung verlangt.

Jesus korrigieren?

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer warnte hingegen vergangene Woche vor einer "Verfälschung der Worte Jesu". Die Vaterunser-Bitte "Führe uns nicht in Versuchung" sei genau so bei den Evangelisten Matthäus und Lukas überliefert.

Es gehe nicht, Jesus diesbezüglich zu korrigieren, so der frühere Dogmatikprofessor. Gleichwohl müssten und könnten diese Worte so erklärt werden, "dass das Gottesbild nicht verdunkelt wird".

Hand aufs Herz: Können Sie das ganze Gebet auswendig? Falls nicht, hier eine Gedächtnisstütze in der gegenwärtigen ökumenischen Fassung:

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung (oder jetzt neu: "Lass uns nicht in Versuchung geraten"), sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

(gux/20 Minuten)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter K. am 07.12.2017 21:40 Report Diesen Beitrag melden

    egal, Österreich ist eh Islamisch

    Der "Vater" führt uns nicht in Versuchung?? Also war das Satan der Abraham befohlen hat seinen Sohn zu töten oder ist das auch alles ein Übersetzungsfehler. Und wenn wir schon dabei sind, übersetzt das Buch Henochs doch mal neu. Ich glaube da ist einiges misinterpretiert worden

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  • magister am 07.12.2017 20:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Übersetzen, nicht nach eigenen Vorstellungen umdic

    Wer des Lateinischen mächtig ist, weiß: ne nos inducas ist 2. Person SG. Konj. Präsens AKTIV, heißt also eindeutig +führe uns nicht + und nicht +lass uns nicht geraten+. Dieser Papst enttäuscht mich mit seinen teilweise abstrusen Ideen und Ansichten immer mehr!

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  • harald am 08.12.2017 01:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Reich Gottes?

    Hab mich immer gefragt, was mit dem Reich Gottes gemeint ist? Denn die Kinderschänder aus die Kirche können es nicht sein, die Autobomben Zünder von Allah können es auch nicht sein. :-/

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Elke am 08.12.2017 11:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Worte auf der Waagschale

    Würde man z. B. auch die Bibel wortwörtlich nehmen, wären da einige Stellen sehr harte Kost und unverständlich. Betrachtet man diese Stellen als Gleichnisse und Überlieferungen und hat das Glück einen Pfarrer zu haben, der das gut erklärt, wird manches leichter verständlich. Ich nehme aktiv am röm.kath. Kirchenjahr teil, bete das Vater unser oft , niemals wäre mir der Gedanke gekommen, Gott führe mich in Versuchung, obwohl das Gebet so lautet. Für mich gibt es einen liebenden, verzeihenden Gott, der jedem Menschen die Freiheit für sein Handeln überlässt . Schreckliche Dinge geschehen, wenn Menschen schreckliche Dinge tun. Jedem der es für sich zulässt, wünsche ich noch einen besinnlichen Advent.

  • TantePolly am 08.12.2017 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    Wie es scheint, ist der Schi-Sport

    eine große Versuchung des Teufels. Mit einem Beichtvater in der Mannschaftsbetreuung wäre die Wahrheit wahrscheinlich schon vor Jahrzehnten bekannt worden.

  • Langzeitnachdenker am 08.12.2017 10:30 Report Diesen Beitrag melden

    Evolutiontheorie

    Buch Genesis 1,27: "Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie" - als Historiker bin ich langsam zum Anhänger der Evolutiontheorie geworden und das auch der Mensch ein Produkt dieser Evolution ist - Wenn man betrachtet, was in Tausenden von Jahren Menschen Böses anderen Menschen angetan haben, dann gibt es nur 2 mögliche Interpretationen. Die Evolution ist die wahre Menscheitsgeschichte ODER Gott hat bei der Menschenbildung (laut Buch Genesis "als Abbild Gottes") gepfuscht - Diese Vorstellung wäre für mich unerträglich

    • Ef Ce am 08.12.2017 20:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Langzeitnachdenker

      Gott hat den Menschen geschaffen, nach seinem Ebenbild und mit einem freien Wollen, also keine Roboter die fix programmiert sind! So wie Eva und Adam durch ihre Ungehorsamkeit in die Sünde verfallen sind, oder Cain Abel umgebracht hat, so haben auch wir einen freien Willen Gutes oder Schlechtes zu tun. Die Entscheidung nimmt uns nicht einmal Gott ab. Wenn Menschen furchtbare Taten begehen sind sie selbst schuld und werden sich vor den Menschen und später vor Gott rechtfertigen müssen.

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  • Anton Bauer am 08.12.2017 09:47 Report Diesen Beitrag melden

    Unglückliche Übersetzung

    "Und führe uns nicht in Versuchung" ist tatsächlich unglücklich übersetzt worden und lautet genau genommen: "Und führe uns in der Versuchung". An anderen Stellen der Bibel heißt es nämlich, dass der "Teufel" der Versucher ist und dass Gott von der Versuchung befreit. "So steht es im Jakobusbrief der Bibel (1, 13) und: Gott selbst "versucht niemand".

    • magister am 08.12.2017 10:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Anton Bauer

      Sie haben keine Ahnung von lateinischer/griechischer Grammatik, was Sie behaupten, ist völlig falsch!

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  • harald am 08.12.2017 01:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Reich Gottes?

    Hab mich immer gefragt, was mit dem Reich Gottes gemeint ist? Denn die Kinderschänder aus die Kirche können es nicht sein, die Autobomben Zünder von Allah können es auch nicht sein. :-/

    • Wolfgang das W am 08.12.2017 03:45 Report Diesen Beitrag melden

      Wenn man sich Fragen stellt...

      ...sollte man diesen auch nachgehen. Die Möglichkeiten bestehen, Fragen beantwortet zu bekommen. Bisher scheint der Schöpfergeist dich anscheinend nicht in genügendem Maße interessiert zu haben, diesen Weg auch zu beschreiten. Schade, weil wir Alle gerufen sind...jedoch leider nur wenige hören. ;-) PS: Lang haben wir Alle nicht mehr Zeit, um uns ein Bild davon zu machen, was das "Reich Gottes" bedeutet. Eine wahre Erkenntnis hat folglich dann aus sich selbst heraus...ein Streben zur Folge. Versuchs Bruder. Wenn ihr nicht werdet wie Kinder, werder ihr das Himmelreich nicht blicken.

    • Ef Ce am 08.12.2017 07:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @harald

      Das Reich Gottes hat nicht viel mit Institutionen auf Erden zu zu. Die Gemeinde Gottes hier auf Erden ist keine Gebäude aus Ziegel, Betont oder sonst was sondern wir als Christen die im Willen Gottes leben. Da zählen die von Ihnen Aufgezählten wohl nicht, denn Ihre Taten sind sündhaft und werden von Gott verurteilt!

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