Verdächtiger entlastet

21. April 2017 06:35; Akt: 21.04.2017 14:00 Print

Paris-Attentäter schoss schon früher auf Polizisten

Nach der Schießerei in Paris steht der Schütze Karim Cheurfi im Fokus. Mittlerweile stellte sich ein zweiter Verdächtiger.

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Mutmaßlicher Terroranschlag in Paris Bei einem Angriff auf Polizisten auf dem Pariser Prachtboulevard Champs-Elysées ist ein Polizist getötet und ein weiterer verletzt worden. Der Angreifer sei "niedergeschossen" worden, teilte das Innenministerium in der französischen Hauptstadt mit. Aus Justizkreisen hieß es, der Schütze sei tot. Der Mann habe nahe der Metro-Station Franklin Roosevelt auf die Polizisten gefeuert, die die Gegend bewachten. Die Polizeipräfektur rief auf dem Kurznachrichtendienst Twitter dazu auf, den Bereich zu meiden. Auf der riesigen Straße waren zahlreiche Polizeifahrzeuge zu sehen. Landesweit sind tausende Polizisten und Soldaten der Anti-Terroreinheit im Einsatz. In dem Land gilt seit den Anschlägen im November 2015 der Ausnahmezustand. Das Gebiet wurde weiträumig abgesperrt, Hubschrauber kreisten über der Prachtstraße. Ob es noch weitere Täter gibt, ist noch unklar. Auch der zweite angeschossene Polizist soll seinen schweren Verletzungen erlegen sein. Die Antiterrorstaatsanwaltschaft nahm Ermittlungen auf. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie die Champs-Elysées komplett gesperrt wurden. Zahlreiche Polizisten waren vor Ort. Die Zeitung "Le Figaro" berichtete, es habe einen zweiten Angreifer gegeben, der womöglich auf der Flucht sei. Das war aber noch nicht offiziell bestätigt. Die Polizei hatte erst am Dienstag in Marseille zwei mutmaßliche Islamisten festgenommen, in deren Wohnung ein Waffenarsenal versteckt war. Laut Anti-Terrorstaatsanwalt François Molins drohte ein Anschlag in den nächsten Tagen. Die Sicherheitsmaßnahmen wurden daraufhin verstärkt. Premierminister Bernard Cazeneuve beriet im Elysée-Palast mit Präsident François Hollande über die Lage. Während einer der von Reuters zitierten Polizeiinsider sagte, ein Terroranschlag sei wahrscheinlich, sagten drei andere, es könne sich um einen versuchten Raub handeln. Es gehen Berichte einer zweiten Schießerei in der Rue Vernet ein, einer Parallelstraße zum Champs-Élysées ein. Sicherheitsvorkehrungen zum Urnengang am 23. April werden wohl noch verschärft werden. Landesweit waren bereits tausende Polizisten und Soldaten der Anti-Terroreinheit im Einsatz. Ein dritter Polizist soll bei der Schießerei verletzt worden sein.

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Nach dem Attentat auf Polizisten auf den Paris Champs Elysées hat sich ein zweiter Verdächtiger gestellt – und zwar im belgischen Antwerpen. Er wurde nach einem Tipp der belgischen Polizei an die französischen Ermittler gesucht, hat jedoch nichts mit der Sache zu tun.

>>> Hintergrundinfos zur Schießerei gibt's hier <<<

Mittlerweile hat die Polizei drei Personen befragt, die dem Attentäter nahe stehen. Sie wurde in der Nacht bei Hausdurchsuchungen angetroffen. Im Auto des Attentäters wurden auch weitere Waffen gefunden – ein Gewehr und mehrere Messer – sowie eine Ausgabe des Korans und ein Zettel mit den Adressen eines Polizeikommissariats und des Sitzes des Inlandsgeheimdienstes DGSI. Außerdem hatte er ein Schreiben bei sich, dass den Islamischen Staat verteidigt.

Der IS hat sich zu dem Anschlag bekannt. Die Terroristen nannten per Aussendung den Namen Abu Yussuf al-Belgiki. Er sei ein belgischer Dschihadist aus den Reihen des IS.

Aus Ermittlerkreisen drang wiederum der richtige Namen des mutmaßlichen Täters: Karim Cheurfi Der 39-Jährige lebt in Seine-et-Marne, ist einschlägig polizeibekannt. Denn er hätte nach einem dem Prozess 2003 für 20 Jahren ins Gefängnis gehen sollen, weil er versuchte, drei Männer in Roissy-en-Brie zu töten, darunter zwei Polizisten. Im Jahr 2005 wurde seine Strafe dann auf 5 Jahre verkürzt.

Bereits polizeibekannt
Im Februar war er erneut festgenommen worden, weil er angeblich zwei Polizisten ermorden wollte – allerdings wurde er wegen Mangel an Beweisen wieder aus der Untersuchungshaft entlassen.

Beim Angriff Donnerstagnacht benutzte er eine automatische Waffe, um die beiden Polizisten anzugreifen, die ein Einkaufszentrum bewachten.


Präsident Francois Hollande, Premierminister Bernard Cazeneuve und Innenminister Mathias Fekl haben den verletzten Polizisten am Vormittag im Krankenhaus besucht.

(jm)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • pfarrerfritz am 21.04.2017 08:15 Report Diesen Beitrag melden

    Salafisten

    Wenn die Überwachung der Salafisten bei uns genauso funktioniert dann viel Spaß.

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  • Heinz am 21.04.2017 08:13 Report Diesen Beitrag melden

    Überwachung der illegalen Besatzer

    So gut funktioniert die Überwachung ? Na grüß Gott. Früher hats das nicht gegeben.

  • MElisabeth1964 am 21.04.2017 07:25 Report Diesen Beitrag melden

    Tja dann ist die Polizei Schuld sowie

    In dem Fall ist dann die Polizei sowie die Justiz selber Verantwortlich, dass dies passiert ist und die Politik ist sowieso mit Schuld!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Censorship am 21.04.2017 13:19 Report Diesen Beitrag melden

    Der berühmte Tropfen vor der Wahl

    20 Jahre auf 5 reduziert für versuchten Mehrfachmord... Le Pen wird mit Sicherheit die erste Runde gewinnen...

  • PolitischerBeobachter am 21.04.2017 12:09 Report Diesen Beitrag melden

    Mögliches Szenario in Paris

    Eine mögliche Theorie: wie wäre es, wenn eine politische Gruppe sich ein Attentat kauft um damit das Wahlergebnis in ihrem Sinne zu beeinflussen? Kann es Zufall sein, dass gerade 3 Tage vor der Wahl so ein Ereignis stattfindet um sicherzustellen, dass ein bestimmter Kanditat durch die Emotionalität und auch die Angst die so ein Attentat auslöst entsprechend mehr Stimmen bekommt. Es gibt ja ein gutes Beispiel: der sogenannte "Putsch" in der Türkei letzten Jahres - dieser war die Ausgangsbasis für den Weg von Erdogan zur totalen Macht bzw. islamischen Diktator. Möglich ist ja schon alles...

  • Manfred am 21.04.2017 10:44 Report Diesen Beitrag melden

    Galube

    Fragt nicht mehr nach der Staatsbürgerschaft, fragt nach dem Glaubensbekenntnis!

  • Mildred k. am 21.04.2017 10:16 Report Diesen Beitrag melden

    Terror

    Den ganzen Terror und die vielen Opfer haben ganz allein unsere Politiker zu verantworten. Das sind die wahren Verbrecher. Verrat am Vaterland ....ich glaube so nennt man das.

  • Vota am 21.04.2017 09:08 Report Diesen Beitrag melden

    Gefährder und die GIS

    Was sollten Gefährder und die GIS gemeinsam haben? Gefährder gehören eingesperrt BEVOR sie auch nur die Chance haben etwas zu machen. Denn auch hier gilt wie bei der GIS, sie müssen nichts machen, aber sie KÖNNTEN!

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