Rückführungen gestoppt

05. Dezember 2017 13:37; Akt: 05.12.2017 13:52 Print

Piloten verweigern in 222 Fällen Abschiebeflüge

In Deutschland wurden 2017 bereits 222 Abschiebeflüge gestoppt, weil sich Piloten weigerten, Asylwerber in ihren Flugzeugen abschieben zu lassen.

Viele Abschiebungen scheitern, weil Piloten Flüge verweigern. (Bild: Reuters)

Viele Abschiebungen scheitern, weil Piloten Flüge verweigern. (Bild: Reuters)

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Deutsche Piloten verweigern laut einer Anfragebeantwortung der Bundesregierung immer wieder, Flüchtlinge in ihre Heimatländer zurückzufliegen beziehungsweise Abschiebungen in ihren Flugzeugen durchzuführen. Von Jänner bis einschließlich September 2017 wurden 222 Flüge so gestoppt. In 85 Fällen davon weigerten sich Piloten von Lufthansa und Eurowings.

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So wurden 40 Abschiebungen am Flughafen Düsseldorf gestoppt, drei in Köln/Bonn. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum scheiterten in Köln/Bonn neun Abschiebungen am Widerstand der Betroffenen, in Düsseldorf zwei. Statt fanden von Köln/Bonn ausgehend 174 Abschiebungen, von Düsseldorf aus waren es insgesamt 3.785.

Im Falle einer Pilotenverweigerung handelt es sich um eine Einzelfallentscheidung, die alleine der Pilot trifft, heißt es von der Lufthansa. Begründet kann dies damit werden, dass der Transport eines Passagiers die Flugsicherheit beeinträchtigen könne. Dazu nehmen Piloten vor dem Abheben persönlichen Kontakt zu den Abzuschiebenden auf, da die Bundespolizei das Flugzeug vor dem Abflug verlassen muss.

In Deutschland befanden sich mit Stand Ende September rund 230.000 Ausreisepflichtige.

(red)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • herwigbully am 05.12.2017 14:52 Report Diesen Beitrag melden

    Bundeswehr statt Buisnessflug

    Mir als Pilot wäre es auch zu gefährlich wenn ich normale Reisende an Bord hätte. Aber warum kann nicht die Bundeswehr Sammelflüge unternehmen. An den Sitz gekettet, 3 Mann als Begleitung und alles ok. Und günstiger wäre es auch.

  • Egon am 05.12.2017 14:11 Report Diesen Beitrag melden

    Ganz einfach: Kündigung

    Wenn ein Arbeitnehmer seine Pflichten nicht erfüllt, dann muss ihm gekündigt werden - ganz einfach. Dies gilt auch für hochbezahlte Positionen. Persönliche Befindlichkeiten dürfen keine Rolle spielen. Gerade aktuell gibt es sehr viele Piloten, die eine neue Position suchen.

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  • silver. am 05.12.2017 15:05 Report Diesen Beitrag melden

    Militärmaschinen

    Ein Privatunternehmen hat das Recht zu verweigern, sich bei Regierungsangelegenheiten zu beteiligen. D.h.: Entweder die Regierung fliegt Illegale mit ihren verstaatlichten Maschinen heim, oder sie erlegt auf Lufthansa und anderen privaten Airlines aufgrund Kooperationsmangel Sanktionen auf. Jedenfalls finde ich es toll, dass die Piloten ein Zeichen setzen: es wird jetzt für alle spürbar komplizierter und teurer - eine gerechte Strafe für offene Grenzen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Rational am 09.12.2017 10:04 Report Diesen Beitrag melden

    per Schiff

    Deutschland braucht kein Flugzeug. Riesige Ozeandampfer können tausende .... an die afrikanische Küste bringen.

  • Kritischer Geist am 06.12.2017 10:15 Report Diesen Beitrag melden

    Konsequenzen?

    In jedem anderen Job wäre ein solches Verhalten Grund für eine fristlose Entlassung. Dass sich die Piloten in diesem Fall so etwas trauen, liegt wahrscheinlich nur daran, dass vorher schon klar war, dass sie mit keinerlei Konsequenzen zu rechnen haben. Also wieder einmal ein mit der Politik abgekartetes Spiel. Der wievielte Schmäh ist das jetzt, mit dem man die Abschiebung illegaler Einwanderer verhindert und damit konsequent geltendes Recht bricht?

    • Ursula.P. am 06.12.2017 11:19 Report Diesen Beitrag melden

      Abschiebung

      War immer der Meinung, dass Polizei mitfliegt incl. 1 Arzt. Sollte es nicht so sein, was dann? Anketten ist schlecht möglich. Vielleicht findet man noch die Wahrheit.

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  • 1002Himmelszelt am 06.12.2017 01:18 Report Diesen Beitrag melden

    Politisch motiviert, nicht sachlich

    Die Piloten sollten für ungerechtfertigte Ablehnungen Länge mal Breite die anfallenden Kosten selbst tragen und bezahlen. Mal bei der Fluggesellschaft eintreiben, die holt sich das Geld dann schon von denen.

  • daisy am 05.12.2017 18:34 Report Diesen Beitrag melden

    Kündigung?

    wurden die nicht gekündigt - wegen Arbeitsverweigerung? Ein Verkäufer kann sich auch nicht weigern, einen Kunden zu bedienen und wenn der noch so saulästig ist. Eine Kassiererin kann auch keine Kundschaft an der Kasse abweisen, nur weil sie ihr nicht zu Gesicht steht. etc.etc.

  • Pilot in am 05.12.2017 18:18 Report Diesen Beitrag melden

    Not #NotWithMe

    Ich seh das so.. Der Pilot weis das einige Kandidaten "nix" zu verlieren haben.. er schon.. Ohne Sicherheitspersonal mit einer Horde Menschen die eben nix zu verlieren haben abheben? Soviel kann man denen gar nicht zahlen ;)