Schwieriges Verhältnis

13. Oktober 2012 08:37; Akt: 13.10.2012 08:45 Print

Premier Cameron schweigt zu Friedensnobelpreis

Im scharfen Gegensatz zu den euphorischen Reaktionen der meisten europäischen Spitzenpolitiker hat der britische Premierminister David Cameron die Vergabe des Friedensnobelpreises an die EU demonstrativ ignoriert.

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Im scharfen Gegensatz zu den euphorischen Reaktionen der meisten europäischen Spitzenpolitiker hat der britische Premierminister David Cameron die Vergabe des demonstrativ ignoriert.

Nach mehrfachen Bitten um eine Stellungnahme sagte ein Sprecher am Freitag lediglich: "Wir beabsichtigen nicht, dazu etwas herauszugeben."

Stunden nach der Bekanntgabe gab das Außenministerium eine Erklärung ab und lobte - in zwei Sätzen - die "historische Rolle" der Europäischen Union bei der Förderung von Frieden und Aussöhnung.

Begeisterung

Andere Staats- und Regierungschefs äußerten sich dagegen begeistert. So sprach die deutsche Bundeskanzlerin Merkel von einer wunderbaren Entscheidung. Sie sehe darin auch eine persönliche Verpflichtung, sich für eine tiefere Integration in Europa einzusetzen.

Die demonstrative Nicht-Äußerung von Cameron wirft ein Licht auf das komplizierte Verhältnis der Briten zu Europa und dem Druck der Euro-Skeptiker auf den Regierungschef. In der konservativen Partei befürchten EU-Kritiker, ohne eine harte Linie Camerons gegen Brüssel dürften Wähler zur zunehmend populären UK Independence Party überlaufen. Diese fordert einen EU-Austritt Großbritanniens.

Auf welche Kritik innerhalb seiner eigenen Partei sich Cameron bei einer positiven Reaktion auf die Preisvergabe hätte einstellen müssen, deutete der Euroskeptiker Bill Cash an. "Das ist, als wenn man einen Kassenflop mit einem Oscar belohnt."

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