Nun "kleine Armee"

13. März 2018 10:31; Akt: 30.03.2018 09:57 Print

Gift-Angst: Putin stockt Vorkoster-Team auf

Nach der Gift-Attacke auf einen russischen Ex-Spion soll Russlands Präsident Wladimir Putin um seine Sicherheit fürchten. Aus Großbritannien drohen harte Reaktionen.

Russlands Präsident Wladimir Putin. (Bild: picturedesk.com)

Russlands Präsident Wladimir Putin. (Bild: picturedesk.com)

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Ein Vorkoster allein wird seinem Sicherheitsbedürfnis nicht mehr gerecht: Der russische Präsident Wladimir Putin hat sein Team von Lebensmittel-Vorkostern auf die Größee einer "kleinen Armee" verstärkt – aus Angst, er könnte nach dem Fall um den russischen Ex-Spion Sergej Skripal selber Ziel einer Vergiftungsattacke werden. Das berichtet die Zeitung "The Daily Star" unter Berufung auf gut unterrichtete Quellen aus Sicherheitskreisen.

Der Kreml wehrt sich gegen Spekulationen und Vorwürfe, in die Vergiftung Skripals verstrickt zu sein. Putin soll dennoch Racheakte fürchten und lasse aktuell sämtliche Speisen nicht nur vorkosten, sondern auch von Medizinern untersuchen. Solange man auf die Testergebnisse und allfällige Vergiftungs-Symptome bei den Vorkostern warte, würde das Essen warm gehalten. Dann erst greift der 65-Jährige zur Gabel.

Putin hat schon seit einigen Jahren Angestellte, die sein Essen und Trinken testen, bevor er selber davon isst. Auf Reisen gehört ein Vorkoster zu seiner festen Entourage.

Neue Stufe der Paranoia

Weiter soll der ehemalige KGB-Agent spezielle Handschuhe bestellt haben, die seine Haut vor möglichem Kontakt mit tödlichen Chemikalien schützen. Auch das Wasser seines Pools, in dem er jeden Morgen bis zu zwei Stunden schwimmt, lasse er mehrmals täglich auf verdächtige Werte testen. Die Aufruhr um den Fall Skripal habe Putins "Paranoia" auf eine neue Stufe getrieben, sagte die Quelle dem "Daily Star".

May berät über Gift-Attacke

Die britische Premierministerin Theresa May wird am Montag mit dem Nationalen Sicherheitsrat über den Fall des vergifteten Ex-Spions beraten. May kommt mit Ministern zusammen, nachdem Nervengift auch in einem Pub und einem Restaurant entdeckt worden war.

Laut der Zeitung "Times" könnte May bald öffentlich die Verwicklung Russlands in den Vorfall verkünden – möglicherweise nach der Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats. Demnach prüft sie eine Reihe von harten Reaktionen wie die Ausweisung von Diplomaten und die Annullierung von Visa von Russen mit Verbindungen zum Kreml.

Zustand weiter lebensbedrohlich

Der 66-jährige Ex-Spion Skripal und seine 33-jährige Tochter Julia waren am 4. März in Salisbury südwestlich von London zusammengesackt und bewusstlos auf einer Sitzbank aufgefunden worden. Ihr Zustand ist weiterhin lebensbedrohlich, aber stabil. Ein Polizist ist ebenfalls schwer erkrankt, aber ansprechbar.

Nach dem Nachweis von Nervengiftspuren in einem Pub sowie einem Restaurant im englischen Salisbury riefen die Gesundheitsbehörden am Sonntag Besucher der Lokalitäten auf, ihre Kleidung und persönliche Dinge zu waschen.

Vergiftung wird als Mordversuch gewertet

Skripal, ein Oberst des russischen Militärgeheimdiensts, war 2006 in Russland wegen des Vorwurfs der Spionage für Großbritannien zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Im Zuge eines Gefangenenaustauschs kam er 2010 nach Großbritannien.

Die britischen Strafverfolgungsbehörden werten die Vergiftung als Mordversuch. An den Ermittlungen sind mehr als 250 Beamte beteiligt, darunter 180 Soldaten. Zu ihnen zählen auch Experten für Chemiewaffen.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ludvig Dostler am 13.03.2018 15:56 Report Diesen Beitrag melden

    Anschlag

    Naja und dann macht er so gern in Sibirien Urlaub. Auch dort will jeder See umstellt und jeder Biber sorgfältig kontrolliert werden, ob er nicht vielleicht einen Anschlag plant. Seine Kinder und Enkelkinder können nicht mehr normal ausgehen, seine Lebensgefährtin braucht Personenschutz - es wird langsam echt mühsam. Und der IS hat ihn sowieso auf der Liste. Besser selber so etwas nicht tun.

  • Calimero am 13.03.2018 18:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    England

    Ein russischer Exilant ist tot in London aufgefunden worden. Bei dem Toten handle es sich um einen früheren Geschäftspartner des Kreml-Kritikers Boris Beresowski, der seinerseits 2013 nahe London tot aufgefunden worden war, berichteten britische Medien am Dienstag. Die britische Anti-Terror-Polizei leitete nach eigenen Angaben eine Untersuchung zu dem neuerlichen Todesfall ein.

  • Fred von Jupiter am 13.03.2018 13:11 Report Diesen Beitrag melden

    Stalin

    Erinnert stark an Stalin. Die Geschichte wiederholt sich.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Calimero am 13.03.2018 18:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    England

    Ein russischer Exilant ist tot in London aufgefunden worden. Bei dem Toten handle es sich um einen früheren Geschäftspartner des Kreml-Kritikers Boris Beresowski, der seinerseits 2013 nahe London tot aufgefunden worden war, berichteten britische Medien am Dienstag. Die britische Anti-Terror-Polizei leitete nach eigenen Angaben eine Untersuchung zu dem neuerlichen Todesfall ein.

  • Skeptiker am 13.03.2018 17:17 Report Diesen Beitrag melden

    Das Gewissen und der Vorkoster

    Das Vertrauen ins eigene, gute Gewissen dürfte ziemlich erschüttert sein...

  • Ludvig Dostler am 13.03.2018 15:56 Report Diesen Beitrag melden

    Anschlag

    Naja und dann macht er so gern in Sibirien Urlaub. Auch dort will jeder See umstellt und jeder Biber sorgfältig kontrolliert werden, ob er nicht vielleicht einen Anschlag plant. Seine Kinder und Enkelkinder können nicht mehr normal ausgehen, seine Lebensgefährtin braucht Personenschutz - es wird langsam echt mühsam. Und der IS hat ihn sowieso auf der Liste. Besser selber so etwas nicht tun.

  • Vota am 13.03.2018 14:37 Report Diesen Beitrag melden

    Wer ist das?

    Das ist aber nicht Putin auf dem Foto oben.

  • Seitenblick am 13.03.2018 13:46 Report Diesen Beitrag melden

    Zurück in die Zukunft

    War im Mittelalter beliebt. Jetzt wieder..........