Bewerbung abgelehnt

21. Dezember 2017 11:47; Akt: 21.12.2017 20:42 Print

Rat an Flüchtling: "Gehen Sie in Ihr Land zurück"

Ein 26-jähriger Syrer wollte unbedingt eine Lehre in einem Autohaus machen. Er wurde abgelehnt und erhielt eine "Empfehlung".

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Die "Empfehlung" eines Autohauses macht einfach nur sprachlos (Bild: istock (Symbolbild)/ Twitter)

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Nicht wenige Menschen, die schon einmal in ihrem Leben eine Bewerbung geschrieben haben, kennen folgende Situation: Voller Hoffnung schickt man seine Unterlagen an ein Unternehmen und kann es kaum erwarten, bis man eine Antwort oder sogar eine Zusage bekommt.

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Doch viele Firmen machen sich oft gar nicht die Mühe, auf ein Bewerbungsschreiben überhaupt zu antworten. Und sollte tatsächlich eine Absage kommen, dann findet sich häufig diese Stelle darin:

"Nach Auswertung ihrer Unterlagen sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass Sie nicht unsere Vorgaben erfüllen, um bei der weiteren Auswahl berücksichtigt werden zu können."

Der Traum von einer Lehre

So erging es auch einem jungen Flüchtling aus Syrien, der im deutschen Warstein bei Nordrhein-Westfalen eine neue Heimat gefunden hat.

Der 26-Jährige lebt seit zwei Jahren in Deutschland, spricht bereits gut Deutsch und möchte unbedingt eine Ausbildung machen. Sein Traum: Eine Lehre bei einem Autohaus.

Voller Tatendrang und hoch motiviert schickte er seine Bewerbungsunterlagen an ein Autohaus, in der Hoffnung eine Ausbildungsstelle zu bekommen.

Unglaubliche Antwort

Als der Flüchtling nach nur einer Woche (!) ein Schreiben des Autohauses in seinem Briefkasten fand, freute er sich wahnsinnig darüber. Doch die Freude hielt nicht lange.

Der Syrer erhielt nicht nur eine Absage, sondern auch eine fragwürdige Empfehlung. So steht darin wörtlich: "Ich möchte ihnen eher die Empfehlung aussprechen, in ihr Land zurückzugehen, da der Krieg beendet ist und Sie dort dringend benötigt werden, um es wieder aufzubauen".



Der 26-Jährige war nicht nur geschockt, sondern verstand auch nicht, was er falsch gemacht hat. Das Magazin "MiGAZIN" wurde schließlich auf den Fall aufmerksam und machte ihn öffentlich.

Stellungnahme von Geschäftsführer

Seitdem muss das betreffende Autohaus einen wahren Shitstorm über sich ergehen lassen. Besonders der Geschäftsführer bekommt darin sein Fett weg, denn er selbst soll das Schreiben verfasst haben. Doch der Mann wehrt sich auf Facebook gegen den Vorwurf und hat nun öffentlich dazu Stellung genommen (siehe Posting weiter unten).

Demnach war er selbst fassungslos, als er von dem Schreiben erfahren hatte, "die für das Schreiben verantwortliche Person hat nach einem ersten Gespräch das persönliche Fehlverhalten eingeräumt. Der Sachverhalt wird gründlichst aufgearbeitet und die Konsequenzen werden gezogen", schreibt er.

"Persönliches Vorstellungsgespräch"

Nun möchte der Geschäftsführer den 26-Jährigen zu einem "persönlichem Vorstellungsgespräch" einladen. Nicht nur um sich bei ihm zu entschuldigen, sondern vor allem um ihm auch die Chance zu geben, eventuell doch noch einen Ausbildungsplatz zu bekommen.

(wil)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Max Mustermann am 21.12.2017 12:06 Report Diesen Beitrag melden

    Die Wahrheit tut weh

    Ich hätte es nicht besser schreiben können. Das Traurige daran ist, dass niemand die Wahrheit verträgt. Sie tut weh. Aber aussprechen muß man sie dürfen. Sich niemals aus "politischer Korrektheit" verbiegen lassen.

  • Chris am 21.12.2017 12:25 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist wie es ist

    Man muss da hier nicht viel um den heissen Brei reden, die Wahrheit wie sie im buche steht ungeschönt u. ungegendert!!

  • Kritischer Geist am 21.12.2017 12:29 Report Diesen Beitrag melden

    Political Correctness

    Die politisch korrekten Denk- und Sprechverbote haben uns derartig eingeschränkt, dass wir es als empörend empfinden, wenn man die Wahrheit ausspricht. Dabei waren das Wahre, das Schöne und das Gute einst DIE zentralen Werte der europäischen Aufklärung. Die linke Gehirnwäsche hat ihren Zweck erfüllt - ein großer Teil der Bevölkerung kann nicht mehr kritisch denken.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Anne Boborzi am 21.12.2017 21:12 Report Diesen Beitrag melden

    Abgelehnte Bewerbung

    Ich verstehe nicht ganz, was an diesem Schreiben nicht korrekt sein soll. Ist es nicht korrekt, wenn man die Wahrheit sagt? Aber in Zeiten der Political Correctness kann das ein Problem sein!

    • Kritiker am 22.12.2017 19:11 Report Diesen Beitrag melden

      Martin Schulz meinte..

      So hat es Martin Schulz in einer Live Fragestunde doch auch gesagt. Wenn der Krieg vorbei ist, erwartet er, dass die Flüchtlinge zurückkehren und mit dem hier erworbenen Wissen ihr Land aufbauen. Integration sei, Freunde finden, Sprache lernen und Wissen erwerben um es in seinem Land anzuwenden. Die Menschen glauben immer Integration ist gleich Bleiberecht, dem ist aber nicht so.

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  • Pepo am 21.12.2017 19:09 Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist der Skandal?

    Und wo ist jetzt der skandal? Vielleichz das in syrien längst kein krieg mehr herrscht, es unsere medien verschweigen und keiner der syrischen "flüchtlinge" wieder nach hause geschickt wurden? Man könnte fast denken, man hatte nie vor, sie wieder zurck zu bringen

  • Peter K. am 21.12.2017 18:25 Report Diesen Beitrag melden

    recht habens

    wenn er geflohen(!) ist dann muss er in sein Land zurück sobald das möglich ist. Wäre er als legaler Migrant hergekommen, wäre das eine ganz andere Geschichte.

  • Anton am 21.12.2017 17:59 Report Diesen Beitrag melden

    Tirol

    möchte unbedingt einen Ausbildung machen.

    • Dirtsa am 23.12.2017 07:58 Report Diesen Beitrag melden

      @ Anton

      ....Das kann er zu Hause machen, der Krieg ist aus und es gibt massig Städte in Syrien, wo keine Zerstörungen sind, z.B.die gesamte Küste am Mittelmeer! Außerdem bauen die in der Heimat gebliebenen Menschen ihre Städte längst wieder auf, da ist es den Geflohenen auch zuzumuten mitzuhelfen! Also die hunderttausenden männlichen Migranten zurück schicken zum Wiederaufbau! Es ist vor allem komisch, dass diese starken Männer ihre grausame Kinder im Krieg zurück gelassen haben... Eine Schande, wo sie doch so machthaberisch den Frauen und Mädchen gegenüber sind!!!!

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  • Fabio am 21.12.2017 17:32 Report Diesen Beitrag melden

    Juncker + Merkel

    Bald wird es Sanktionen gegen Firmen geben, die keine "Flüchtlinge" einstellen.