Pilot flog zu tief

13. Mai 2012 12:00; Akt: 13.05.2012 12:25 Print

Riskantes Manöver ließ "Superjet" abstürzen

Der Pilot des am Mittwoch im indonesischen Dschungel abgestürzten russischen Flugzeugs hat vor dem Unglück beim Kontrollturm um Erlaubnis ersucht, auf eine tiefere Flughöhe zu gehen. Offenbar habe er den Passagieren eine Militärbasis zeigen wollen, teilte das indonesische Verteidigungsministerium am Samstag weiter mit. Inzwischen wurden 20 Leichen geborgen und zur Identifizierung nach Jakarta gebracht.

 (Bild: dapd (3))

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Ein Team aus 41 russischen und hunderten indonesischen Experten suchte am Sonntag weiter nach dem Flugschreiber des abgestürzten Superjets 100, wie ein Sprecher des indonesischen Verkehrsministeriums sagte. Demnach wurde das Heck in der Nähe des Gipfels des 2.200 Meter hohen Vulkans gefunden, an dem das Flugzeug zerschellt war.

Da es sich um eine steile, zerklüftete Gegend handle, seien indonesische Bergsteiger und Marinesoldaten im Einsatz und die Bergung der Leichen dementsprechend schwierig.

Pilot wollte Militärbasis zeigen

Die Maschine war am Mittwoch während eines Demonstrationsflugs mit Vertretern der Luftfahrtindustrie und Journalisten abgestürzt. An Bord waren mindestens 45 Menschen. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums erlaubte der Kontrollturm in Jakarta dem Piloten, die Suchoi-Maschine von einer Flughöhe von 3.000 Metern auf 1.800 Meter abzusenken.

Der Pilot habe sich der Militärbasis Atang Senjaya genähert, sagte der Luftfahrtdirektor Herry Bakti. "Wir vermuten, dass er den Passagieren die Militärbasis zeigen wollte." Was danach passierte, sei unklar.

Angeberei schuld?

Der Luftfahrtexperte Tom Ballantyne schloss ein ungewöhnliches Flugmanöver nicht aus. Piloten würden auf Demonstrationsflügen manchmal "Dinge tun, die sie normalerweise nicht tun", sie wollten dann oft "angeben", sagte der in Sydney ansässige Experte.

"Potenziellen Kunden zeigt man gerne, wie das Flugzeug mit einer bestimmten Geschwindigkeit steigen oder sinken kann."

20 Leichen geborgen

Nach offiziellen Angaben wurden bis Sonntag 20 Leichen geborgen und zur Identifizierung nach Jakarta gebracht, wo Angehörige warteten. Demnach konnte kein Körper als Ganzes geborgen werden.

Der Superjet 100 gilt als große Hoffnung der russischen Luftfahrtindustrie. Mit der Mittelstreckenmaschine wollte Suchoi in den internationalen Markt für Passagierflugzeuge vorstoßen und der seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion kriselnden russischen Luftfahrtbranche neuen Schwung verleihen.

APA/red.

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