"Intensivstationen"

08. Oktober 2012 09:38; Akt: 08.10.2012 11:57 Print

Sauffotos aus Österreich schockieren die Schweiz

"Schock-Ausstellung in Bern: Die hässliche Seite von Österreich" titelt der Schweizer Blick und legt gleich nach: "Deppen, Dreck und Dosenbier". Gemeint sind Österreichs Skigebiete, denn der Tiroler Fotograf Lois Hechenblaikner hat für die Ausstellung in Bern die Schattenseiten der Skigebiete dokumentiert.

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"Schock-Ausstellung in Bern: Die hässliche Seite von Österreich" titelt der Schweizer Blick und legt gleich nach: "Deppen, Dreck und Dosenbier". Gemeint sind Österreichs Skigebiete, denn der Tiroler Fotograf Lois Hechenblaikner hat für die Ausstellung in Bern die Schattenseiten der Skigebiete dokumentiert.

Die Ausstellung mit dem Titel "Intensivstationen ist im Alpinen Museum der Schweiz zu sehen - unter anderem mit Alkleichen, die im Schnee ihren Rausch ausschlafen, auf sich einprügelnden Wintersportlern oder leeren Dosen, Gläsern und Fässern, wohin das Auge reicht. Dazu gibt es Fotos von den Müllbergen, die nach Saisonschluss liegen bleiben, oder die hydraulischen Rohrsysteme, mit denen Wintersportler abgefüllt werden.

Während es Hechenblaikner darum gehe, die "Erlebnisgesellschaft zu dokumentieren", sind heimische Tourismusbetriebe erbost und Schweizer Kollegen belustigt bis empört. Die Ausstellung werfe "einen erschreckend ehrlichen Blick hinter die Kulisse des alpinen Tourismus" und zeige "die abstrusen Folgen von Billig-Skitourismus in Österreich", so Schweizer Medien.

Künstler mehrfach ausgezeichnet

Lois Hechenblaikner, geboren 1958, lebt in Reith i. Alpbachtal, Tirol. Seine Arbeiten erscheinen in internationalen Magazinen, u.a. im ZEIT MAGAZIN. Regelmäßig stellt er in Kunstmuseen und Galerien aus. Für sein Werk wurde Lois Hechenblaikner mehrfach ausgezeichnet, zuletzt im September 2012 mit dem King Albert Mountain Award in St. Moritz. Zur aktuellen Ausstellung erschien im Steidl-Verlag, Göttingen, das Fotobuch "Winter Wonderland" mit Texten des Soziologen Gerhard Schulze und des Kunstwissenschaftlers Wolfgang Ullrich.

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