Drei Tote

14. Januar 2012 09:07; Akt: 14.01.2012 17:37 Print

Schiffsunglück: Alle Österreicher wohlauf

Bei dem Schiffsunglück vor der Westküste Italiens sind nach jüngsten Angaben drei Tote und 14 Verletzte zu beklagen. 20 Personen wurden mit Hubschraubern in Sicherheit gebracht. Unter den Unverletzten ist auch der Salzburger Bürgermeister Heinz Schaden.

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Bei dem Schiffsunglück vor der Westküste Italiens sind nach jüngsten Angaben drei Tote und 14 Verletzte zu beklagen. 20 Personen wurden mit Hubschraubern in Sicherheit gebracht. Unter den Unverletzten sind auch der Salzburger Bürgermeister Heinz Schaden und laut Außenministerium "72 bis 74 Österreicher", die alle wohlauf sind.

"Nach unseren Informationen haben sich 72 bis 74 Österreicher an Bord befunden, darunter eine große Gruppe von bis zu 51 Personen, die bei einem Reiseveranstalter gebucht hatten", gab Außenamts-Sprecher Peter Launsky-Tieffenthal bekannt. Bei den übrigen handelte es sich um Indivualreisende bzw. Kleinstgruppen.

 

Den Umstand, dass bisher kaum besorgte Angehörige das Außenamt kontaktiert haben, wertete Launsky-Tieffenthal als "gutes Zeichen". Den meisten dürfte es gelungen sein, in Verbindung mit ihren Familien zu treten und diese zu beruhigen. "Scheinbar befinden sich wenige Österreicher in einer Notsituation", so der Außenamts-Sprecher.

Bürgermeister geschockt

Unter den Touristen, die mit dem verunglückten Kreuzfahrtschiff "Costa Concordia" unterwegs gewesen waren, war auch der Salzburger Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ). Er blieb unverletzt. Der Bürgermeister wurde nach dem Unglück mit einem Rettungsboot an Land gebracht. Samstagnachmittag reiste er laut ORF mit anderen Passagieren im Bus nach Savona, von wo aus er die Heimreise antreten wird.

"Wie soll es mir schon gehen", so Schaden hörbar geschockt in einem ersten Statement gegenüber dem ORF-Radio. Insgesamt waren 74 Österreicher an Bord des Schiffs.

Die österreichischen Passagiere, die sich an Bord des vor der Toskana verunglückten Kreuzfahrtschiffes Costa Concordia befanden, werden aus der Hafenstadt Savona in die Heimat zurückkehren. Aus der Badeortschaft Porto Santo Stefano wurden Busse organisiert, die die Österreicher nach Savona bringen sollten.

Alle Österreicher wohlauf

"Von Porto Santo Stefano werden die Transfers nach Österreich organisiert", berichtete Antonio Vezzoso, Mitarbeiter des Kitzbüheler Reiseveranstalters Eurotours, wo mehrere österreichische Passagiere die Kreuzfahrt gebucht hatten.

Vezzoso traf in Porto Santo Stefano mehrere österreichische Passagiere. "Die Situation ist unter Kontrolle, den Umständen entsprechend geht es ihnen gut.". 74 österreichische Passagiere befanden sich an Bord des Schiffes. Laut Außenministerium dürften alle Österreicher wohlauf sein, auch wenn von einigen noch Informationen fehlen.

4229 Menschen an Bord

Das 290 Meter lange Kreuzfahrtschiff lief am Freitagabend gegen 20.00 Uhr zwischen Giglio und der südlichen Toskana auf Grund. Das Schiff war zuvor nahe Rom zu einer Mittelmeerkreuzfahrt aufgebrochen und sollte nach Palermo, Cagliari, Palma de Mallorca, Barcelona und Marseille fahren. An  Bord des Schiffes befanden sich insgesamt 4229 Personen, darunter 1000 Besatzungsmitglieder.

"Knall" beim Abendessen

Das Personal sei nicht fähig gewesen, die Passagiere in Sicherheit zu bringen, berichteten Augenzeugen. "Wir waren seit zweieinhalb Stunden vom Hafen von Civitavecchia abgefahren. Wir saßen in eleganten Kleidern beim Abendessen, an dem auch der Kapitän teilnahm. Plötzlich haben wir einen Knall gehört, dann kam es zu einem Stromausfall", berichtete eine italienische Journalistin, Mara Parmegiani Alfonsi, die sich an Bord des Schiffes befand.

Wasser drang ein, Panik an Bord

Das Schiff liege um etwa 20 Grad zur Seite geneigt an der Unglücksstelle, zudem dringe Wasser ein, hieß es in einer Erklärung der Küstenwache. Laut Berichten italienischer Medien sprangen einige Passagiere nach dem Auflaufen des Schiffs ins Meer. Ein 70-Jähriger erlitt demnach in dem kalten Wasser einen Herzinfarkt und starb.

"Wir dachten, wir würden alle sterben"

Danach sei Panik ausgebrochen. Jeder Passagier versuchte, Schwimmwesten zu ergattern. "Wir haben versucht, zu den Schlauchbooten zu gelangen. Es war wahnsinnig kalt, wird sind aus dem Speisesaal geflüchtet und waren alle sehr leicht angezogen. Es war ein Alptraum, wir dachten wir würden alle sterben", so die Passagierin.

Zehn Vermisste

Tauchereinheiten sind im Einsatz, um festzustellen, ob weitere Todesopfer zu melden sind. Mindestens zehn Personen werden noch vermisst, teilten die Rettungsmannschaften mit. Nicht ausgeschlossen wird, dass einige Personen sich noch im Schiff befinden. Als das Schiff Schlagseite bekam, seien einige Passagiere in Panik geraten. Eine Schwangere habe laut geschrieen, mehrere Kinder hätten zudem geweint, sagte ein Geretteter. Das Schiff bekam bei dem Unfall einen 70 Meter langen Riss.

Evakuierung schwierig

Bürgermeister Ortelli sagte, es werde versucht, die Menschen auf Giglio gut unterzubringen und zu versorgen. Unter anderem geschehe dies in einer Kirche sowie in Schulen, Kindergärten und Hotels. Die zunehmende Neigung des Schiffes habe die Evakuierung extrem erschwert, so die Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere. Sie sagte volle Kooperation mit den Behörden zu, um die Ursachen des Unfalls zu klären. Die Suchaktion wird mit Hilfe von Hubschraubern fortgeführt.

APA/Red.

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