Tierquälerei für Gummibärchen

21. Oktober 2017 14:53; Akt: 22.10.2017 08:08 Print

Aufgedeckt: So elendig leiden HARIBO-Schweine

"Markt"-Check zeigt, was HARIBO unter "hohen Standards" und "artgerechter Tierhaltung" versteht. Achtung, die Bilder sind heftig.

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Gummibärchen gehören seit Generationen zweifellos zu den Big-Playern am europäischen Süßigkeiten-Markt. Doch nicht alles was gold ist glänzt: Außen süßes, buntes Gummibärchen - innen, ein gequältes Schweineleben.

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HARIBO bei Markt-Check durchgefallen

Der deutsche Fernsehsender "WDR" hat mit seinem Wirtschafts- und Verbrauchermagazin "Markt", den HARIBO Markt-Check
gemacht und recherchiert wie es hinter den Kulissen zugeht. Die Ergebnisse sind ebenso katastrophal wie schockierend. Wobei an dieser Steller erwähnt werden muss, dass Zustände wie diese in Schweinemast-Betrieben bzw. in der Massentierhaltung eher die Regel als die Ausnahme sind.

Offene Wunden, Wasserentzug, eitrige Augen

HARIBO macht bekanntlich Kinder froh. Nicht so, die Schweine die für das Fruchtgummi ihr Leben geben: Offene Wunden, eitrige Augen, angeknabberte Ohren und Schwänze, überbelegte Buchten, kein Tageslicht, sterbende Ferkel mitten unter den anderen Tieren, kein Zugang zu Trinkwassser - das Leid der HARIBO-Schweine ist enorm und hat System, wie Tierschützer Christian Adam von "Tierretter.de" berichtet. Der Verein hatte heimlich die katastrophalen Zustände in sechs Schweinemast-betrieben gefilmt und veröffentlicht.

Umgeben vom eigenen Kot

Die Schweine leben permanent umgeben von ihrem eigenen Kot. Die Tiere pinkeln sich aus Platzgründen gegenseitig an, wie man in dem Video sieht. Ihre Exkremente werden durch den Spaltenboden hinunter getreten und in riesigen Gülle-Behältern gelagert. Darin bilden sich Gase wie Ammoniak. Diese greifen die Schleimhäute und Lungen der Schweine an.

So elendig leiden die HARIBO-Schweine

Stellungnahme HARIBO: "Hohe Standards"

"Gemäß der von uns und unseren Lieferpartnern geforderten hohen Standards arbeiten wir gemeinsam und kontinuierlich daran, mögliche Schwachstellen in den Lieferketten und Produktionsprozessen frühzeitig zu identifizieren und abzustellen....Dabei setzen wir uns auch für artgerechte Tierhaltung ein.", so HARIBO gegenüber dem "WDR".

Schweinemast-Betrieb wirbt mit "Direkt vom Bauern"

"Tierretter.de" und "Markt" deckten auf, dass die HARIBO-Schweine aus den Mastbetrieben von "Westfleisch" stammen -
einer der fünf größten Konzerne für Fleisch in Europa. Hier sterben bis zu acht Millionen Schweine jährlich. Auf der Homepage wird mit dem Slogan "Direkt vom Bauern" geworben.

"Westfleisch" schlachtet die Tiere und liefert die Schwarten an die Firma "Gelita", die daraus Gelatine herstellt. "Gelita" wiederrum liefert an HARIBO. Und so kann potenziell jedes Schwein, dass für "Westfleisch" gemästet wurde, am Ende auch in HARIBO Gummibärchen landen.

Video-Aufnahmen zeigen katastrophale Zustände in Schweinemast-Betrieben:

Video: Tierretter.de

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Maier am 21.10.2017 15:46 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Als ob Haribo der einzige Konzern ist, der Tierquälerei direkt/indirekt aus reiner Profitgier fördert. Großkonzerne zerstören unseren Planeten und die Politik sieht dabei zu. Das hängt alles zusammen.

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  • Waldi am 21.10.2017 16:54 Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit

    Es ist eine Frechheit was mit den Tieren gemacht wird. Ich würde alle Bauern die so werken selbst mal ein paar Wochen so in den Stall sperren damit Sie sehen wie es ist so gehalten zu werden.

  • Ist Er am 21.10.2017 16:00 Report Diesen Beitrag melden

    Mag.

    Wer hat es da gerade auf Haribo abgesehen? Die Schwarte ist doch ein Nebenprodukt der Schweinefleischproduktion! In erster Linie für die Zustände in der Massentierhaltung verantwortlich sind die Lebensmittelketten, die im gegenseitigen Konkurrenzkampf immer noch billigeres Fleisch und Fleischprodukte anbieten müssen und das geht eben nur mit weitgehend automatisierter Massentierhaltung, wie sie die EU statt der kleinbäuerlichen Betriebe mit ihren Fördergeldern bevorzugt unterstützt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Franz J. Kreisel am 25.10.2017 19:01 Report Diesen Beitrag melden

    Schweinezucht

    Also, Haribo hält ja nun mal nicht eigene Schweine, sondern verarbeitet ein sog. Abfallprodukt aus der Schlachtung. Dann ist es auch sehr weit hergeholt, Haribo für die Schweinehaltung anzuprangern. Packt Euch alle mal an die eigene Nase, das Kilo Kotelette für 3,5 kann einfach nicht artgerecht und bio gewonnen werden.

  • Meli am 23.10.2017 18:27 Report Diesen Beitrag melden

    Amtstierärzte und Co gehören bestraft!

    Schreckliches Tierleid. Von artgerechter Haltung können wir da nicht mehr sprechen. Welche Menschen sind da am Werk? Ein reines Morden! Die Amtstierärzte und Co gehören sofort bestraft. Das Unternehmen beschlagnahmt und an Personen übergeben, die diesen Masstbetrieb auf Vordermann bringen. Es gibt so viele Arbeitsuchende Menschen die keine vernünftige Anstellung finden, die alles dafür geben würden, um endlich wieder ein eigenes Einkommen zu verdienen.

  • Bschistobohawlitschek am 23.10.2017 15:34 Report Diesen Beitrag melden

    Was hat das mit Haribo zu tun?

    Ja, völlig richtig, Haribo züchtet jetzt Schweine für die neuen Geschmacksrichtungen Wiener Schnitzl, Gulasch und Cevapcici! Sehr gut aufgepaßt, Herr Redakteur! - Sorry, bei Heute arbeiten ja nur mehr Frauen, also Frau Redakteur....

  • myopinion am 23.10.2017 10:20 Report Diesen Beitrag melden

    Fotos Schlachtbetrieb, Furchtbar

    Furchtbare Fotos. Die Tiere tun mir wirklich leid und diese Marketing Lügen wie "direkt vom Bio Bauern" gehören strafrechtlich verfolgt. Zu oft wird der Konsument aus Profitgier angelogen. Die Situation der Tiere gehört sofort verbessert oder der Mästbetrieb geschlossen. Ausserdem sollten die Beteiligten Betriebe hohe Geldstrafen zahlen müssen.

  • Mike G am 22.10.2017 12:08 Report Diesen Beitrag melden

    Frage!

    es wird aber nur von Betrieben in Deutschland berichtet! Und wie schaut das in Österreich aus?